Austrias Aufsichtsrat tagt Dienstag, wenn es um die Bestellung des von den Investoren vorgeschlagenen Berliner Juristen Tomas Zorn als Sportvorstand geht, bereits in aller Herrgottsfrühe, beginnt 30 Minuten nach sieben Uhr. Der Grund dafür soll der von den WTF-Investoren rund um Jürgen Werner in den Aufsichtsrat entsandte Peter Vogl sein. Der ehemalige Präsident von Ried und Geschäftsführer von Red Bull Salzburg ist ein vielbeschäftigter und gefragter Jurist, hat unter Tags viel zu tun und wenig Termine frei. Die Austria wollte vor Zorns Bestätigung, wonach es derzeit aussieht, Sonntag noch einmal zeigen, dass sie auch ohne Sportvorstand am Einkaufssektor durch Finanzvorstand Harald Zagiczek und Sportchef Michael Wagner handlungsfähig ist, schuf noch vollendete Tatsachen, um die ausgerufene junge Welle zu unterstreichen. Mit der Verpflichtung des U 17-Vizeweltmeisters Florian Hofmann, der bei der Weltmeister in Katar als Linksverteidiger sieben Partien stritt, davon sechs in der Startelf. Derzeit ist Hofmann in der Salzburg-Akademie, spielt in der U 18, kommt im Sommer, ist dann für die Young Violets in der zweiten Liga geplant.
Interessant, dass es vor einem Jahr noch unter Sportvorstand Werner eine ähnliche Aktion gab, die aber nicht so wie die von Hofmann an die große Glocke gehängt wurde. Damals engagierte die Austria von Liefering Linksverteidiger Matteo Schablas, einen U 19-Teamspieler, der früher im Nachwuchs von Bayern München war, nahm ihn bis 2028 unter Vertrag. Derzeit ist Schablas im Austria-Trainingslager in Side. Auf dieser Position gilt zwar der Südkoreaner Tae seok Lee als erste Wahl, der aber ein Verkaufskandidat ist, sollte er zu Südkoreas WM-Aufgebot gehören. Tae seok Lee absolvierte bisher 13 Länderspiele, möglich, dass am 31. März gegen Österreich im Wiener Happel-Stadion noch eines dazu kommt.
So wie die Austria fand auch Red Bull Salzburg ein Linksverteidiger-Juwel, allerdings in Afrika: Jonathan Kalimina, U 17-Teamspieler aus Sambia, war bereits mehrfach Trainingsgast bei Salzburgs Kooperationsklub Liefering, unterschrieb einen langfristigen Vertrag, übersiedelt aber erst in einem Jahr endgültig zu den Bullen.
Foto: FK Austria.