Seit Mittwoch ist Andreas Schicker für Hoffenheim, die Sensationsmannschaft der deutschen Bundesliga, allein vertretungsberechtigt. Das passierte vier Tage vor dem Spitzenspiel des Dritten beim Meister und Tabellenführer n München, weil mit Tim Jost der für Marketing zuständige Vorstand aufhörte. Seit Oktober gab es die Trennung von drei Geschäftsführern, einzig Schicker überlebte. Aber kurz nach der Meldung vom alleinigen Chef Schicker verkündete „Bild“ unter dem Titel „Bundesliga-Boss droht das Aus“ von Umsturzplänen gegen den 39 jährigen Steirer, denen er schon kommenden Montag auf einer Gesellschafterversammlung zum Opfer fallen soll. Wegen Verstoß gegen das Datenschutzgesetz, was als ein konstruierter Vorwurf gilt. Dahinter soll der aus der Ultrafan-Szene stammende Interimspräsident Christoph Henssler stehen.
Im Sommer letzten Sommer eskalierte der Machtkampf zwischen der „alten“ Gechäftsführung gegen den Spielerberater Roger Wittmann, den Besitzer der „Rogon“-Agentur, der als Vertrauter des inzwischen 85 jährigen Hoffenheim-Mäzens Dietmar Hopp gilt. Der Schicker nach seinen Erfolgen mit Sturm Graz im Oktober 2024 für Hoffenheim engagiert hatte. Schicker überstand als einziger der ehemaligen Geschäftsführung den Machtkampf. Letzten Samstag meinte er nach dem 3:1-Heimsieg gegen Union Berlin, es freue ihn, dass Hoffenheim derzeit so spielt, wie es Hopp gefällt. Aber die sportlichen Erfolge beendeten das Chaos nicht. Angeblich will Henssler den Geschäftsführer Schicker zum Sportchef ohne Entscheidungsgewalt „degradieren“. Das wird sich Schicker, der im Herbst Angebote von Red Bull Salzburg und Wolfsburg abgelehnt hatte, nicht bieten lassen. Hopp hätte Schicker nach Wolfsburg ziehen lassen, das scheiterte damals am Veto des 29 jährigen Henssler. Jetzt gibt es bei ihm offenbar einen Sinneswandel. Für Schickers Landsleute, die er nach Hoffenheim holte, allen voran Trainer Christian Ilzer, wäre es ganz schlecht, sollten die Umsturzpläne im Kraichgau erfolgreich in die Tat umgesetzt werden. Für den Klub noch schlechter.
Einen neuen Trainer haben Romano Schmid, Max Wöber, Marco Friedl und Marco Grüll bei Werder Bremen: Der 51 jährige Daniel Thiouane amtiert erstmals Samstag in Freiburg. Thiouane war von 2022 bis 2025 bei Zweitligist Fortuna Düsseldorf, davor beim Hamburger SV. Als der Aufstieg in die Bundesliga verpasst wurde, musste Thiouane gehen. Er kam in Bremen auch deshalb zum Zug, weil zuvor die Dänen Bo Svensson (zuletzt Union Berlin) und Bo Henriksen (zuletzt Mainz) absagten. Von der mutigen Lösung, der ZDF-Expertin Fritzy Kromp als erfolgreiche Trainern d er Werder-Damenmannschaft auch bei den Männern ein neues , aufsehenerregende Betätigungsfeld zu geben, hielt der umstrittene Sportchef Clemens Fritz nichts.
Foto: DPA/Uwe Ansprach.