Fußball

Drei Meistertitel hintereinander schaffte Sturm Graz nicht einmal mit Osim

Zweimal hintereinander war Sturm Graz zum ersten Mal in den Glanzzeiten unter Jahrhunderttrainer Ivica Osim 1998 und 1999 Meister. Danach war 25 Jahre Pause, bis dies 2024 und 2025 unter Christian Ilzer und Jürgen Säumel erneut gelang. Heuer könnte es erstmals mit dem Titel-Hattrick klappen. Das wäre eine historische Marke. Sieben Runden vor Schluss spricht nach dem 2:0-Auswärtssieg gegen Rapid eigentlich alles dafür. Das sieht auch Salzburgs Sportchef Marcus Mann so: „Man hat seit zwei Jahren keinen Titel geholt und ist im Moment auch noch weit davon entfernt!“ Ist Sturm unantastbar? Dann spricht das auch gegen die Konkurrenten. Die Wiener Klubs Rapid und Austria werden froh sein müssen, wenn sie auf einen Europacup-Platz kommen.

Auch wenn der seit 1. Jänenr im Amt befindliche Trainer Fabio Ingolitsch (Bild oben) extrem stolz auf die Art und Weise war, wie Sturm in Hütteldorf auftrat, konnte die Leistung nicht den Eindruck widerlegen, dass Sturm spielerisch schwächer geworden ist, aber trotzdem voranliegt. Letzte Saison war mehr Qualität im Kader. In einem Jahr gelang es nicht, einen Stürmer von ähnlicher Durchschlagskraft wie den Dänen Mika Biereth zu finden. Einen Innenverteidiger von der Klasse des Schweizers oGregory Wüthrich gibt’s nicht, auch keinen Dampfmacher im Mittelfeld wie Malick Yalcouye. Die zwei und der herausragende Torhüter Kjell Scherpen verließen im Sommer Sturm, im Winter dazu der Slowene Tomi Horvath und der verlässliche Mittelfeldspieler Todd Chukwuani.  Ingolitsch „erfand“ mit Feyenoord-Leihgabe Jayland Mitchell (auf den 21 jähriger Teamspieler von Costa Rica hat Sturm eine Kaufoption) und den Winterkäufen Albert Vallci und Paul Koller, der mit Ingolitsch von Altach kam, eine neue Dreierkette im Abwehrzentrum. Dazu profilieren sich jüngere Spieler: Der 19 jährige Jacob Hödl gehörte in den letzten sechs Partien ohne Niederlage immer zur Startelf, U 17-Vizeweltmeister Luca Weinhandl spielte zweimal durch, der polnische Zwei-Millionen-Kauf Filip Rozga gehörte dreimal zu den ersten Elf.

Das alles reicht, um in der Bundesliga vier Punkte Vorsprung zu haben. Da kann man es sogar verkraften, wenn der beste Spieler der Liga, Otar Kitesihvili, einmal wegen muskulärer Probleme nur 20 Minuten spielen kann. Das wird längerfristig so nicht der Fall sein. Sturm kann sich also nur selbst gefährich werden: „Wir konnten von der Körpersprache her etwas ausstrahlen, was wir zuvor nicht machten. Wie wir gemeinschaftlich leidenschaftlich verteidigt haben, gekämpft haben, wie wir kompakt waren, das sind ausschlaggebende Faktoren!“, glaubt Ingolitsch. 28 Tore in den ersten 13 Auswärtsspielen einer Saison schoss Sturm zuvor noch nie. In den letzten sieben Runden spielt Sturm dreimal auswärts (gegen LASK, Salzburg und Hartberg), viermal daheim (gegen Hartberg, LASK, Austria und Rapid).

Foto: Yigit Oerme.

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