Nicht nur die mehr als 120 Minuten des Cupsemifinales zwischen Ried und dem LASK hatten es Mittwochabend in sich, auch das „Nachspiel“ zum Oberösterreich-Derby im Innviertel. Der verweigerte Handschlag von LASK-Trainer Didi Kühbauer mit seinem Kollegen Maximilian Senft, den es laut Kühbauer nie mehr geben wird, die Beschimpfungen Kühbauers durch die „Wikinger“, die Ried-Fans, der provokante Jubel Kühbauers nach dem Schlusspfiff in deren Richtung. Als er gefragt wurde, ob dies notwendig gewesen sei, antwortete Kühbauer mit der Gegenfrage, ob es notwendig gewesen sei, ihn öfters mit Bier anzuschütten. Er habe das Gefühl, in Ried werden Gegner immer als „Feind“ gesehen.
Kühbauers „Probleme“ mit Ried begannen schon im vergangenen Jahrtausend zu seinen Spielerzeiten bei Rapid. Genau am 20. Mai 1997 beim Heimspiel des Meisters im Hütteldorfer Hanappi-Stadion gegen Aufsteiger Ried, das vor nur 6000 Zuschauern 2:2 (2:1) endete. Als erster Spieler in dem Match bekam Rieds Mittelfeldspieler Oliver Gasner, jetzt Trainer bei Crystal Palace, nach sieben Minuten die gelbe Karte. Nach 19 Minuten schloss Schiedsrichter Franz Mostböck zwei Rapidler aus: Kühbauer und seinen vor vier Jahren verstorbenen Freund Sergej Mandreko. Kurz darauf sah auch Rieds Goran Milosavljevic die rote Karte. Mit einem Mann weniger drehte Rapid das Spiel zwar von 0:1 durch einen Doppelpack von Rene Wagner auf 2:1, kassierte aber nach der Pause noch den Ausgleich. In seinem Ärger nannte Rapid damalige Trainer Ernst Dokupil die damals von Klaus Roitinger trainierten Rieder „schmutzige Mannschaft.“
Vor dem Spiel war Rapid noch Tabellenführer, danach nur Zweiter mit zwei Punkten Vorsprung. Der Anfang der verpassten Titelverteidigung, am Ende war Austria Salzburg der neue Meister. Mit Rapids Ehrenkapitän Heribert Weber als Trainer. Mittwoch gab es für Kühbauer zumindest ein sportliches Happy End. Unter der Devise „Klagenfurt, wir kommen“ gibt es am 1. Mai im Wörtherseestadion beim Endspiel gegen Altach die Chance auf den ersten Cupsieg des LASK seit 61 Jahren. Vielleicht gelingt ja so wie 1965 sogar das Double. Auch im Bundesliga-Titelkampf ist der LASK noch voll dabei.
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