Freitag geht der Kampf gegen den Abstieg in der Qualifikationsgruppe weiter, wenn Blau-Weiß Linz gegen Cupfinalist Altach den Aufwärtstrend fortsetzen, auch im sechsten Heimspiel hintereinander mehrfach treffen will. Dienstag gelang dies beim 3:0 gegen Wolfsberg mit der ältesten Startelf der Klubgeschichte (im Schnitt 28 Jahre und 178 Tage) erstmals zum fünften Mal in Serie. Insgesamt elf Treffer in den letzten drei Heimpartien bedeuten in der Gruppenphase den Liga-Höchstwert. Rapid erzielte nur fünf. Für das 0:2 gegen Hartberg machte Sportchef Markus Katzer im „Sky“-Interview sehr, sehr unglückliche Entscheidungen verantwortlich. Die traf auch er im letzten Sommer, sind dafür verantwortlich, dass Rapid in der dritten Saison hintereinander den eigenen Ansprüchen nicht gerecht wird. Denn mehr als Platz vier dürfte sich nicht mehr ausgehen.
Kapitän Matthias Seidl (Bild) spielte 18 Bälle in den Strafraum von Hartberg. Das war der Rekordwert der letzten Runde. Aber daraus resultierte nichts. Rapid schoss in 28 Runden nur 34 Tore. Zu wenige. Nur zehn erzielten zusammen die sechs Offensivspieler, die Katzer vor oder während dieser Saison neu verpflichtete: Claude Mbuyi, Jean Antiste, Petter Dahl, Tobias Gulliksen, Marco Tilio und Andres Weimann. Letzten Sommer wurde zunächst wochenlang über Marko Arnautović verhandelt. Der damalige Trainer Peter Stöger wehrte sich trotz des besten Rapid-Starts aller Zeiten immer dagegen, dass der Kader der beste der Klubgeschichte sei, hätte gerne noch einen Stürmer bekommen, der für zehn Tore oder mehr gut ist. Doch der kam nicht. Daher muss man feststellen, dass Katzers Entscheidung, nicht die Option auf den in der vergangenen Saison von Augsburg um 300.000 Euro geliehenen Kroaten Dion Beljo zu ziehen, sehr, sehr unglücklich war.
Beljo erzielte in dieser Saison für Dinamo Zagreb allein in der Liga, die etwas schwächer ist als die österreichische, in 31 Runden 28 Tore, bei insgesamt 42 Einsätzen 35. Katzer meinte damals, nicht überzeugt zu sein, dass der 24-Jährige Millionen wert ist. Dinamo Zagreb zahlte vier für ihn. Mbuyi, Dahl, Gulliksen und Tilio kosteten zusammen 7,1. Hätte Rapid Beljo behalten, wäre das um 3,1 Millionen billiger gewesen. Es ist auch Fakt, dass Stöger in einem Spiel gegen Hartberg um einen Punkt mehr holte als Nachfolger Hoff Thorup in drei. Stögers Punktschnitt in der Liga war 1,71, der von Thorup liegt derzeit bei 1,45. Im Finish der Sommer-Transferzeit verlor Rapid mit Mamadou Sangare auch die Zentralfigur im Mittelfeld an Lens. Das brachte acht Millionen. Nachfolger Martin Ndzie kostete 2,5. Doch der war nicht fit, verletzte sich dann bei seinem 14. Einsatz im Februar schwer. Sangare erreichte Dienstag mit Lens das Finale im französischen Pokal. Das schaffte der Klub erstmals seit 28 Jahren. Zudem ist Sangar im Notenschnitt der Sportzeitung L’Équipe die Nummer eins der Ligue 1.
Foto: Yigit Oerme.