Fußball

Trump-Skandal überstrahlt alles! Für Cristiano Ronaldo ist die WM vorbei

Egal, was seit Sonntagabend bei der WM passierte, vom erfolgreichen „Rudern“ Norwegens ins Viertelfinale, den 3:2 (2:0)-Siegs Englands gegen Mexiko im Aztekenstadion, am meisten wurde über die unfassbare Aufhebung der Sperre des US-Teamstürmers Falorin Balogun nach dem Ausschluss gegen Bosnien für das Achtelfinale gegen Belgien in der Nacht auf Dienstag. Alle Vermutungen von einer Absprache zwischen US-Präsident Donald Trump und FIFA-Boss Gianni Infantino bestätigten sich. Der Ärger wurde stündlich größer. Nicht nur Aleksandr Ceferin, der Präsident des europäischen Verbands UEFA, sprach davon, dass eine rote Grenze überschritten wurde. Infantino geriet nach Bekanntwerden des Skandals unter Druck. Es gab Forderungen nach einer sofortigen Amtsenthebung. Das kann nur durch die unabhängige Ethikkommission erfolgen. Passierte bei Infantinos Vorgänger Sepp Blatter. Er wurde vor elf Jahren vorläufig suspendiert. Infantino will sich nächstes Jahr beim Kongress in Rabat erneut zur Wahl stellen, hat die 110 Stimmen der Konföderationen aus Südamerika, Afrika und Asien bereits sicher. Das wäre eine Mehrheit. Eine Unterstützung aus Europa ist daher gar nicht nötig.

Montagnachmittag bestätigte Trump, dass er Infantino um die Überprüfung der roten Karte gegen Balogun gebeten hat. Stunden später erklärte Infantino, regelmäßig Angelegenheiten in Zusammenhang mit der WM mit dem Präsidenten der Vereinigten Staaten zu besprechen. Trumps Anruf habe nichts mit der Aufhebung der Sperre durch unabhängige Rechtsorgane der FIFA zu tun. Das nimmt ihm niemand ab. Belgiens Verband scheiterte mit seinem Einspruch gegen die Spielberechtigung von Balogun. Die Begründung: Belgien sei „nicht Verfahrenspartei“ und besitze deshalb „keine Beschwerdebefugnis“. Belgiens Verband reagierte mit scharfer Kritik und kündigte weitere Schritte an.

Sportlich hatte die WM viel Besseres zu bieten als den Skandal von Trump und Infantino. Auch die Jubelszenen der Norweger nach dem 2:1 gegen Brasilien mit den Fans, bei denen Kapitän Martin Ödegaard dem Doppeltorschützen Erling Haaland den Vortritt ließ. Er schlug auf die Pauke, gab den „Befehl“ zum Rudern. Carlo Ancelotti bleibt trotz des verpassten sechsten WM-Titels  Brasiliens Teamchef. Im Aztekenstadion brachte ein Doppelpack von Jude Bellingham innerhalb von 98 Sekunden zum 2:0 England auf die Siegesstraße, nach der Pause wurde es nach der roten Karte für Englands Verteidiger Jarell Quensah kritisch. In Unterzahl verwandelte Harry Kane einen Elfmeter zum 3:1, verschuldete auch den, mit dem Mexiko wieder herankam. England brachte den Vorsprung über die Distanz, trifft Samstag in Miami auf Norwegen. Das Duell der Tormaschinen Kane und Haaland.

Montagabend musste sich Cristiano Ronaldo in Dallas von der WM verabschieden, was auch das Ende der Teamkarriere bedeuten wird. Denn Portugal verlor das Achtelfinale gegen Spanien 0:1 (0:0). Das goldene Tor fiel, als alles schon nach Verlängerung aussah, in der ersten Minute der Nachspielzeit durch Joker Mikel Merino, der heuer mit Arsenal englischer Meister wurde, vor zwei Jahren am Weg zum EM-Titel im Viertelfinale gegen Deutschland ebenfalls als Joker den Siegestreffer erzielte. Mitreißend war das Generationenduell zwischen Ronaldo und Lamine Yamal aber nicht. Spaniens Tormann Unai Simon bleibt bei der WM weiter ungeschlagen.

 

 

Foto: AP.

6

Meist gelesen

Nach oben