Seit der Eröffnung des neuen Linzer Stadions hat Rapid dort noch kein Spiel gegen den LASK gewonnen. Ein Punkt zum Startspiel der Saison 2023/24 unter Zoran Barisic als Trainer war alles, was Rapid mitnehmen konnte. Den Ausgleich kassierte Rapid damals erst in der 95. Minute. Von der damaligen Mannschaft werden Sonntag nur Tormann Niklas Hedl, Innenverteidiger Nenad Cvetkovic und Matthias Seidl in der Startelf stehen. Er erzielte damals das Führungstor. Danach verlor Rapid beim LASK 0:5, 1:2, 0:3 und zuletzt im Frühjahr nach 1:0-Pausenführung 1:3, kassierte damals zwischen der 52. und 75. Minute drei Tore. Damals war schon Johannes Thorup der Trainer. Bleibt es auch Sonntag der Mißerfolgsserie, dann könnte Platz eins verloren gehen. Docch Thofrup glaubt nicht daran: „Wir sind besser als im Frühjahr, werden den LASK, der damals die beste Mannschaft der Liga war, mehr fordern können!“ Das Duell um Platz eins könnte auch durch die bisher besten Torjäger der Liga entschieden werden: Derzeit führt Christoph Lang, der Ex-Rapidler im LASK-Dress, mit fünf Toren aus sieben Spielen vor Rapids Dänen Tommi Adamsen (vier Tore in sieben Spielen). Auf Platz drei liegt LASK-Sturmtank Samuel Adeniran. Der Amerikaner ist eigentlich der heimliche Leader, denn er erzielte seine vier Treffer in vier Spielen, ehe ihn eine Jochbeinverletzung außer Gefecht setzte. Jeweils auf drei Tore kamen bisher die Rapidler Ercan Kara und Petter Nosa Dahl. Kara traf in bisher 13 Spielen gegen den LASK viermal. Immer in Hütteldorf, noch nie in Linz. Ob es Sonntag erstmals Karas typische Jubelgeste auf der Gugl vor 1900 Rapid-Fans, die für einen restlos ausverkauften Gästesektor sorgen, geben wird?
Thorup hat die Qual der Wahl. Kein Spieler verletzt, daher die Qual der Wahl. Daher gab es Freitag noch den Trainergipfel, welche Spieler schon Samstag in der zweiten Mannschaft gegen Wacker Innsbruck in Hütteldorf zum Einsatz kommen. Didi Kühbauer geht es ähnlich wie Thorup: Mit Lang, Adeniran, Sasa Kalajdzic und Moses Usor sind alle Stürmer fit. Lang tankte durch sein erstes Tor für Österreichs Team zum 1:1 gegen den Kosovo sicher zusätzlich Selbstvertrauen, hat gegen den Ex-Klub auch schon einmal getroffen (im November 2025 beim 3:0): „Wenn wir gewinnen, war meine Aufstellung richtig. Bei jedem anderen Ergebnis falsch“, ahnte Kühbauer. Für den LASK ist es das erste Heimspiel seit 29. August (3:0 gegen Altach). Danach gab es auswärts in Wolfsberg einen 3:1-Sieg, in der Champions League bei AEK Athen ein 0:1, in der Bundesliga bei Sturm Graz ein 1:2, in Hartberg nach 2:0-Führung nur ein 3:3. Drei Tage nach dem Schlager gegen Rapid gibt es im Linzer Stadion die Champions League-Premiere gegen den FC Liverpool. „Kein LAASK-Spieler wird Sonntag daran denken“, prophezeite Thorup, „sondern alle nur daran, Rapid zu besiegen!“
Foto: Yigit Oerme.