Fußball

Austria zu schwach, um aus der Krise zu finden! Rapid „reicht“ Punkt

Letzte Saison begann Austrias Aufholjagd nach verpatztem Start ab der fünften Runde. Jetzt ist nach acht Runden keine Spur davon. Ganz im Gegenteil, die dritte Niederlage im vierten Heimspiel, das verdiente 0:2 (0:0) gegen Sturm Graz, verschärfte in der achten Runde die Krise. Die Austria bleibt vor den Auswärtsspielen gegen Ried und Altach Drittletzter, wirkt verunsichert, fast wie am Boden zerstört. Ried festigte mit einem 2:1 (2:1) am Innsbrucker Tivoli gegen WSG Tirol Platz fünf, hat jetzt schon vier Punkte mehr als die Austria. Bei Violett regieren die Durchhalteparolen. Sportvorstand Topmas Zorn wird zwar eine Trainerdebatte um Stephan Helm, den er schätzt, sicher nicht beginnen. Die Frage bleibt, ob er sie verhindern kann. Denn jeder weiß, dass der Trainerfavorit von Präsident Kurt Gollowitzer, der Ex-Austrianer Manfred Schmid, derzeit am Markt ist.

„Das ist gar nicht schön anzuschauen“, stellte Sky-Experte Marc Janko schon in der Pause fest. Recht hatte er. Es war zwar ein intensives Match, aber keines mit spielerischen Highlights. Sturm musste zwar Stammspieler vorgeben, es saßen aber immer noch drei Legionäre auf der Ersatzbank. Das Rezept hieß: Mit hohen Bällen rasch nach vorne.  Helm verzichtete überraschend auf U 17-Vizeweltmeister Vasilje Markovic. Was gar nicht passte: Links verteidigte mit Reinhold Ranftl ein Rechtsfuß. Zwei Linksverteidiger, Taeseok Lee und Matteo Schablas, begannen auf der Bank. Taesok Lee war erst Donnerstag von Südkoreas Tea nach Wien zurückgekehrt. Der als vorderste Spitze aufgebotene Johannes Eggestein ist eigentlich ein hängender Stürmer, eine „falsche Neun“. Das bestätigte sich einmal mehr. Ihn sollte mit Sanel Saljic ein offensiver Mittelfeldspieler unterstützen. Die anderen Mittelfeldspieler, Kapitän Manfred Fischer, Neuzugang Valentin Müller und Philipp Maybach sind ähnlich geartet, haben ihre Stärken eher gegen den Ball als mit ihm. Daher kommt offensiv von der Austria zu wenig. Wenn der Gegner in Führung geht,  wird´s eng. Austrias Chance auf das 1:0 ließ Eggestein aus, bei einem Kopfball von Innenverteidiger Johannes Handl fehlte nach einem Eckball nicht viel.

Sturm hatte im Gegensatz zur Austria mit dem Ivorer Oumar Diakite, der Leihgabe von Stade Reims, eine Spitze mit direktem Weg zum Tor und Stärken im Eins-gegen-Eins. Sturm ließ durch Simon Seidl die erste Chance im Spiel aus, traf mit der letzten Aktion in der Nachspielzeit der ersten Hälfte. Eine perfekte Flanke des starken U 17-Vizeweltmeisters Luca Weinhandl verschaffte Diakite, eine Chance auf ein Kopftor, die man eigentlich nicht vergeben kann. Diakite war auch derjenige, der nach 55 Minuten bei einem Zweikampf mit dem auf der falschen Seite spielenden Ranftl einen umstrittenen Elfmeter herausholte, zudem sich der Tiroler Referee Walter Altmann, der Diakite zunächst wegen einer Schwalbe gelb zeigte, von VAR Sebastian Gishammer überreden ließ. Diakite verwandelte ihn selbst. Seine Bilanz: 136 Minuten gespielt, drei Tore erzielt. Gegen Austria gehörte er erstmals zu den ersten Elf. Einen Stürmer wie ihn hätte die Austria gebraucht. Erst nach dem zweiten Sturm-Treffer wechselte Helm. Zunächst kamen Julian Hettwer und Markovic, der mehr Dynamik als die anderen Mittelfeldspieler hatte, dann mit Kelvin Boateng auch ein Stürmer. Geholfen hat es nichts: „Wir hatten elf Löwen am Platz“, konstatierte Sturm-Trainer Fabio Ingfolitsch zufrieden. Die Austria braucht auch dringend Löwen.

Der zweite Grazer Klub, der GAK, stoppte vor dem Grazer Derby vor 7368 Zuschauern die Siegesserie von Red Bull Salzburg. Salzburg brauchte nach der Pause Glück, der GAK traf dreimal Aluminium. Unter Trainer Danny Röhl, der zu Beginn auf vier Teamspieler (Haris Tabakovic, Valentin Zabransky, Bartosz Mazurek und Aboubacr Camara) verzichtete, sind die Salzburger zwar weiter ungeschlagen. Zufrieden war er trotzdem nicht. So wie Salzburg mit Röhl ist auch der GAK mit Gerald Scheiblehner als Trainer noch unbesiegt. Er war „happy“, wie er nachher meinte, gab aber zu, dass auch Salzburg gewinnen hätte können. Durch das Unentschieden in Gaz reicht Rapid am Sonntag im Spitzenspiel beim LASK ein Punkt, um Tabellenführer zu bleiben. Das Spitzenspiel übertragen ORF 1 und Sky direkt

 

Foto: Gepa/Admiral.

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