Am Tag nach Barcelonas Triumph in der spanischen Supercopa wurde der siegreiche Trainer Hansi Flick als König der Finalspiele gefeiert. Weil er alle acht mit seinen Klubs Bayern München und Barcelona gewann. Verlierer Xabi Alonso musste hingegen bei Real Madrid gehen. Nach nur 28 Spielen und sechs Monaten. Erinnert etwas an Peter Stöger und Rapid. Der wurde im November nach 27 Spielen oder fünf Monaten entlassen. Sowohl Alonso als auch Stöger lagen in der nationalen Meisterschaft auf Rang zwei. Stöger mit nur einem Punkt Rückstand auf Red Bull Salzburg, Alonso mit vier auf Barcelona. Die Niederlage in der Supercopa war erst die vierte. Stöger verlor neunmal, davon viermal in der Conference League. Real Madrid liegt in der Champions League als Siebenter hingegen auf einem Achtelfinalplatz. Das half dem 43 jährigen Basken Xabi Alonso auch nicht mehr.
Ende Oktober sah alles noch ganz anders aus. Da gewann Real den „Clasico“ im Bernabeu-Stadion 2:1, führte mit fünf Punkten Vorsprung in der Tabelle. Dann folgten vier Spiele ohne Sieg, nach drei Unentschieden eine 0:2-Heimpleite gegen Celta da Vigo. Alonso galt bereits als angezählt, von Problemen mit Topstars wie Vinicius junior war die Rede. Der Champions League-Schlager gegen Manchester City und Barcelonas Ex-Trainer Pep Guardiola galt als Schicksalsspiel. Trotz 1:2 durfte Alonso bleiben, weil die Listung stimmte. Darauf folgten fünf Siege hintereinander. Einer in der La Liga, einer im Semifinale der Supercopa. Doch die Finalneiderlage verzieh Präsident Fiorentino Perez Xabi Alonso nicht mehr. Obwohl es ein Duell auf Augenhöhe war, das nicht den geringsten Hinweis lieferte, dass Alonso seine Stars nicht mehr erreicht. In Leverkusen hatte Alonso 2024 mit dem Triple aus Meistertitel, Pokal und Supercup geschafft – mit Real bekam er nur eine kurze Chance.
Der Nachfolger war rasch gefunden. Mit dem Trainer der zweiten Mannschaft, Alvaro Arbeloa, als Aktiver ein Verteidiger. Er spielte mit Xabi Alonso gemeinsam mit Liverpool und Real, gewann mit ihm Titel, wurde mit ihm gemeinsam zweimal Europa- und einmal Weltmeister in Spanien. Ob das gut für die Chancen von Österreichs Teamkapitän David Alaba auf Spielpraxis vor der WM ist? Alonso schätzte ihn aus gemeinsamen Spielerzeiten bei Bayern. Real-Insider glauben nicht, dass er über die Saison bleiben darf. Sondern Jagd auf einen machen wird, der mit seinem Klub derzeit eine beeindruckende Erfolgsserie, in dieser Saison erst ein Spiel verloren hat: Bayern-Trainer Vincent Kompany. Sein bis 2029 laufender Vertrag mit dem deutschen Meister wird den königlichen Klub wenig beeindrucken.
Foto: UEFA.