Die Bundesliga schwebte Montag wieder einmal auf Wolke 21 im Wiener Saturn-Tower. Vier Tage vor dem Saisonstart mit dem ausverkauften Linzer Derby zwischen LASK und Blau Weiß und eine Woche später mit dem Duell zwischen Winterkönig Red Bull Salzburg und der Wiener Austria zum Auftakt der letzten sechs Runden im Grunddurchgang zeigte sich Ligavorstand Christian Ebenbauer nach dem bisherigen Zuschauerschnitt (8842) zuversichtlich, im Frühjahr die 9000 er-Marke zu knacken, wertete die Besucherzahlen wieder einmal als Beweis für die Attraktivität des Ligamodus. Leichten Irritationen mit dem Medienpartner „Sky“, weil die Liga ab der kommenden Saison in Zusammenhang mit dem Unternehmen Uppercut selbst produzieren wird, kamen nicht zur Sprache. Von den zwölf Sportchefs der Klubs kamen nur elf (Bild), Wolfsburg fehlte wegen der Erkrankung von Walter Kogler. Sein „Vertreter“, Manager Markus Perchthaler, schickte eine Videobotschaft, auf der er noch ein bis zwei Neuerwerbungen ankündigte.
Eine neue Nummer eins im Tor von Schlusslicht Blau Weiß Linz wird nach der Achillessehnen-Operation von Viktor Baier vielleicht schon Freitag im Cup debütieren. Sportchef Christoph Schösswendter hat je einen ausländischen und österreichische Kandidaten. Favorit dürfte der frühere deutsche U 21-Teamgoalie Nico Mantl sein. Salzburg holte den inzwischen 25 jährigen 2021 von Unterhaching, der schaffte es aber nicht zur Nummer eins, wurde 2023 nach Dänemark (Aalborg, Viborg) verliehen, 2025 für eine habe Millionen nach Portugal an Arouca verkauft. Beim Vorletzten der Liga hatte er bisher neun Einsätze. Alternative ist der 30 jährige Kärntner Dino Casali, im Herbst von Altach nach einigen Ausfällen als Ersatz für Dejan Stojanovic geholt. Zuvor hatte er als Legionär bei Eintracht Braunschweig Verletzungspech (Kreuzbandriss). Zuvor bestritt er für Altach, Mattersburg und Austria 67 Bundesligaspiele. Auch der Vorletzte GAK hat mit Franz Stolz eine neue Nummer eins, den Tino Wawra aus seiner Zeit bei St. Pölten kennt. Mit ihm glaubt er anders als im Herbst einen Tormann zu haben, der lautstark die Abwehr dirigiert. Ein neuer „Sechser“ statt des nach Italien an Lecce verkauften Sadik Fofana wird noch kommen.
Altachs neuer „No Name-Trainer“ Ognjen Zaric wird andere Ideen als sein Vorgänger Fabio Ingolitsch ins Spiel bringen. Das kündigt „Zaric-Erfinder“ Philipp Netzer an. Den Beweis kann das Cupspiel gegen Altach mit Ingolitsch am Wochenende liefern. Markus Katzer versprach, nur einen Stürmer zu holen, der Rapid weiter hilft. Einigen seiner Neueinkäufe wie Tobias Gulliksen, Marco Tilio und Andrija Radulovic, gelang das bisher nicht. Er zeigte sich optimistisch, die Kaufverpflichtung für den Franzosen Janis Antiste, der wenigstens zu Saisonbeginn aufzeigte, mit Sassuolo bis zum Wochenende „wegzuverhandeln“. Austrias Sportchef Michael Wagner verließ das türkische Trainingslager in Side vor dem letzten Test, um dabei zu sein. Seinen letzten Neueinkauf, bevor er Dienstag vormittag der Deutsche Tomas Zorn Sportvorstand und damit sein Vorgesetzter wird, verriet er nicht.
Er wurde wie einen Tag zuvor bei Linksverteidiger Florian Hofmann wieder im Salzburg-Nachwuchs fündig, holte den 19 jährigen Mittelstürmer Marco Brandt, der vor zwei Saisonen mit 19 Treffern Torschützen der U 18-Liga war. Wenn die Austria in Salzburgs Akademie „wildert“, kann die Qualität der Talente aus der eigenen nicht so groß zu sein. So wie Hofmann ist Brandt vorerst für die Young Violets in der zweien Liga geplant. Bei Liefering bestritt er neun Zweitligaspiele. Am Abend verkündete Wagner noch, dass sich Liverpool die Kaufoption auf U 17-Vizeweltmeister Ifeani Ndukwe im Sommer sicherte. Austria kam im Test gegen Dunajska Streda aus der Slowakei, bei dem Trainer Stephan Helm 26 Spieler einsetzte, zu einem 1:1 (0:0). Das Führungstor erzielt Marko Raguz, punktete damit im Kampf um einen Platz im Angriff.
Erich Korherr kündigte an, dass Hartberg im Frühjahr sicher beim LASK die Option auf Torjäger Elias Havel ziehen wird. Von den ersten drei wagte keiner eine Titelansage. Weder Michael Parensen von Titelverteidiger Sturm Graz, nach Dino Buric, der guter Hoffnung ist, Valon Berisha und Mohamed Sanogo noch von der Lohnliste zu bekommen, nicht Marcus Mann, der wesentlich besser rüber kam als sein Vorgänger Rouven Schröder. Mann hofft, inzwischen einen guten Überblick zu haben und bleibt dabei, nach dem Abgang von Petar Ratkov keinen neuen Stürmer zu holen. Er vertraut auf die Alternativen im Kader, auf Edmund Baidoo, Yorbe Vertessen, Sota Kitano und dem ehemaligen, wieder fitten Schützenkönig Karim Konate.
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