Fußball

Nur großartige Erinnerungen: Glasners Rückkehr in den Selhurst Park

Der Medientermin von Oliver Glasner vor einem Premier League-Spiel mit Nottingham Forest dauerte Freitag länger als gewohnt. Nicht so sehr, weil Glasners Meinung zu den Vorwürfen gegen Manchester City gefragt war, da Nottinghams Mittelfeldspieler Elliot Andersson im Sommer um 135 Millionen Euro zu Manchester City gewechselt war, sondern weil es um die Rückkehr an die Stätte seines Triumphes ging: Sonntagnachmittag gastiert Nottingham bei Glasners Ex-Klub Crystal Palace. Erstmals wird der Oberösterreicher im Londoner Selhurst-Park der Gegner sein, nicht der gefeierte Trainer der Heimmannschaft. Die Fans des Londoner Traditionsklubs sind auf Nottingham nicht gut zu sprechen. Das hat nichts mit Glasner zu tun, sondern mit der Tatsache, dass Nottingham letzte Saison den Platz von Crystal Palace in der Europa League bekam. Weil der frühere Crystal-Palace-Besitzer John Textor auch Anteile am französischen Klub Lyon hatte. Der war ebenso wie Crystal Palace für die Europa League qualifiziert. Laut UEFA-Regel dürfen zwei Klubs mit dem gleichen Besitzer nicht in einem Bewerb spielen. Da Lyon in der Ligue 1 besser platziert war als Crystal Palace in der Premier League, durfte Lyon in der Europa League bleiben, mussten Crystal Palace und Nottingham die europäischen Bewerbe tauschen. Der „Abstieg“ war nicht der Schaden von Crystal Palace war: Im letzten Spiel unter Glasner gewann Crystal Palace in Leipzig die Conference League durch ein 1:0 gegen Rayo Vallecano. Nottingham kam in der Europa League nur bis ins Semifinale.

Der Triumph in der Conference League war der dritte Titel, den Glasner in zwei Saisons mit Crystal Palace gewann. Zuvor waren es der FA-Cup  und der Community Shield. Darum versicherte Glasner, er habe nur großartige Erinnerungen an seine Zeit beim Traditionsklub, dem er die ersten Titel in der 121-jährigen Klubgeschichte brachte. Großartig sei die Unterstützung durch die Fans gewesen, die Zusammenarbeit innerhalb des Klubs und mit den Spielern. Einer folgte ihm nach Nottingham: Der kolumbianische Verteidiger William Munoz, der 25,7 Millionen Ablöse kostete. Glasner versicherte noch einmal, sein Abschied von Crystal Palace habe nichts mit Nottingham zu tun: „Ich sagte Präsident Steve Parish neun Monate vor Saisonende, dass ich meinen Vertrag nicht verlängern werde. Ich wollte pausieren, aber es kamen mehrere Angebote. Eines hat mich überzeugt!“ Er hofft, dass am Ende seiner Nottingham-Zeit auch nur großartige Erinnerungen stehen werden. Vorerst fehlt es an Konstanz, wie die 0:1-Heimpleite vor der Nations-League-Pause gegen Aufsteiger Coventry, der bis dahin punkt- und torlos war, zeigte. Im Selhurst-Park soll es eine Wiedergutmachung geben. Mit Xaver Schlager in der Startelf. Nottingham liegt auf Rang 13, Crystal Palace unter seinem französischen Nachfolger Pierre Sage auf Rang 15, hat einen Punkt weniger. Crystal-Palace-Boss Parish forderte die Fans auf, Glasner im Selhurst-Park einen fantastischen Empfang zu bereiten: „Ich wäre sehr enttäuscht, wenn ich nicht tosenden Jubel um ihn höre!“ Glasners Rückkehr in den Süden von London ist ab 15 Uhr live bei Sky zu sehen.

Samstag blieb Österreichs U 21-Team-Kapitän Jannik Schuster mit Brentford weiter ungeschlagen. In Birmingham wurde gegen Aston Villa durch das 2:2 (1:1) ein Punkt geholt, der Tiroler spielte bis zur Pause. Für Kevin Danso und David Affengruber setzte es Niederlagen: Danso verlor mit Sunderland daheim gegen Brighton 0:2 (0:1),  Affengruber mit Fulham beim Aufsteiger Ipswich nach 1:0-Führung noch 1:2 (0:0). Daher steht Fulham weiter auf einem Abstiegsplatz. Bournemouth, Donnerstag Gegner von Sturm Graz in der Europa League, bezog an der Stamford Bridge gegen Chelsea ein 1:5-Debakel.

Foto: AP.

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