Fußball

Alles klar mit Ullmann: Aber war das die wichtigte Entscheidung von Rapid?

Um 20.45 Uhr gingen Donnerstag Abend Vizemeister LASK und Rapid gemeinsam an die Öffentlichkeit: Linksverteidiger Max Ullmann wechselte von den Linzern nach Hütteldorf, verzichtete auf die mögliche Qualifikation zur Champions League und die sichere zur Gruppenphase der Europa League. Rapid verschickte bereits ein Foto von Ullmann mit Sport-Geschäftsfüher Zoran Barisic (siehe oben). Der Dreijahresvertrag des 23jährigen bei Grün-Weiß lässt darauf schließen, dass dort das Gehaltsniveau noch immer höher ist als in Linz. Zugleich ist das der erste Einkauf von Barisic. Architakis Fountas und Thorsten Schick wurden noch von Vorgänger Freddy Bickel geholt. Auf ausdrücklichen Wunsch von Trainer Didi Kühbauer. Der sich auch mit dem Kauf von Ullmann voll identifizierte. Der soll im neuen 3-5-2-System auf der linken Seite im Mittelfeld zur „Rakete“ wachsen.

Sportlich ist gegen die Barisic-Entscheidung nichts einzuwenden. Er ersetzte einen Ausländer mindestens gleichwertig durch einen Österreicher, wenn nicht sogar besser. Denn Ullmann ist defensiv stabiler als es Boli Bolingoli in zwei Saisonen war. Offenbar galt die Ausstiegsklausel aus Ullmanns Vertrag beim LASK auch für einen österreichischen Klub. Wenn auch nur für ein begrenztes Zeitfenster. Daher musste Barisic jetzt zugreifen. Sicher machte Rapid dafür eine siebenstellige Summe locker, mindestens eine Million. Und deshalb kann man darüber diskutieren, ob die Entscheidung zum Kauf von Ullmann die wichtigste von Rapid war. Ob nicht ein neuer Stürmer Priorität  vor einem linken Verteidiger oder Defensivspieler hätte haben müssen. Denn es bestehen Zweifel, ob sich Rapid diesen Stürmer noch leisten kann. Auch wenn von Sturm Graz für Marvin Potzmann noch eine Ablöse kassiert werden kann.

Denn im zweiten Jahr unter Bickel hatte Rapid den teuersten Kader der 120jährigen Klubgeschichte. Und den muss Barisic billiger machen. Er konnte zwar  Andrija Pavlovic und Deni Alar von den Gehaltsliste wegbringen, aber wenn es für die bei Apoel Nikosia und Levski Sofia nicht nach Wunsch läuft, stehen sie in einem Jahr wieder vor der Rapid-Tür. Und daher muss man fast annehmen, dass sich Grün-Weiß einen neuen Stürmer auch nur auf Leihbasis leisten kann. Und das könnte auf Kosten der Qualität gehen. Das wird eine große Herausforderung  für Barisic, in der Konstellation den richtigen zu finden.

Leichter hatte es LASK-Mastermind Jürgen Werner den Verlust von Ullmann zu begründen. Man sei dem Wunsch des Speilers nachgekommen, habe zudem mit Rene Renner von Mattersburg und David Schnegg von Liefering zwei Spieler mit Perspektive für eine Position geholt. Aber Ullmanns Entscheidung lässt eine Kombinaton durchaus zu: Er war sich nach wenigen Trainings bereits bewusst, dass unter Valerien Ismael nichts mehr ganz so ist wie es unter Oliver Glasner war, auch wenn ihm der in seinem letzten Spiel für den LASK in der Pause gegen Austria verbal zur „Schnecke“ gemacht und ausgetauscht hatte. Und dass Ullmann  zweifelte, dass der Erfolgslauf des Vizemeisters so wie in den letzten Saison weiter geht.

 

Foto: SK Rapid/Media.

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