Fußball

Andreas Gruber ist für Austria wie ein „neuer Tabakovic“

Mehr zwei Monate musste die Austria auf ihren zweiten Sieg in der Bundesliga, den ersten vor heimischen Publikum warten. Mit 4:0 (2:0) gegen Blau Weiß Linz fiel er vor 12.600 Zuschauern klar aus. Das war vor allem der überragenden Nummer 17 im violetten Dress zu verdanken: Andreas Gruber (Bild) gelang sein erster Triplepack. Alle drei Treffer erzielte der Steirer mit links, zwei nach Assist von Dominik Fitz. Sieben der bisher zehn Austria-Tore gehen auf sein Konto, damit übernahm er auch die Führung in der Torschützenliste. Auch beim vierten Treffer war der  28 jährige dabei: Seinen Schuss konnte Blau-Weiß-Tormann Nicolas Schmid nur kurz abwehren, das nützte Fisnik Asllani zu seinem ersten Tor in der Bundesliga.

Schon in den ersten fünf Minuten zeigte der steirische Schiedsrichter Jakob Selmer, der nächstes Jahr ins UFA-Förderprogramm kommt, bei seinem Bundesligadebüt gelbe Karten gegen die zentralen Mittelfeldspieler des Aufsteigers, Marco Krainz und Tobias Koch, die ziemlich rustikal einstiegen. Danach hielten sich die Linzer zwar zurück, aber bis zur Grubers Doppelschlag in der 38. und 40. Minute binnen 69 Sekunden durchaus mit. Es fehlte aber die Durchschlagskraft, um die Austria in ähnliche Schwierigkeiten zu bringen wie vor zwei Runden Meister Red Bull Salzburg beim Sensationssieg. Ein misslungener letzter Pass zerstört nicht nur eine gute Möglichkeit zum Kontern. Doch dann kam Gruber, über den Goleador Hans Krankl im „Sky“-Studio sagte: „Er hat derzeit eben einen Lauf!“ Durch den er für die Austria der „neue Tabakovic“ ist. Macht Gruber weiter so, kann die Austria den Tabakovic-Abgang zu Hertha BSC Berlin verkraften. „Ohne Mannschaft kann ich keine Tor schießen. Ich fühle mich sehr wohl“, übte sich Gruber nachher in Bescheidenheit.

Im Austria-Fansektor gab es Sprechchöre für Trainer Michael Wimmer, wurde auf einem Transparent festgestellt, dass er „einer von uns“ ist. Nach nicht einmal einem Jahr im Amt. Vor einem Jahr forderten wahrscheinlich die gleichen Fans in Sprechchören und mit Transparenten die Vertragsverlängerung mit Manfred Schmid, zu der es nicht kam. So schnell ändern sich die Zeiten. Wimmer freute sich über „ein super Zeichen“, das die Mannschaft setzte: „Endlich ein Heimsieg für unser Superfans. Man hat gemerkt, dass in der ganzen Woche viel Druck drauf war. Diese Jungs können Druck!“

Aber dennoch liegt die Austria weiter sieben Punkte hinter Hartberg, was nicht sein dürfte. Die Steirer fertigten daheim WSG Tirol 3:0 (0:0) ab, wobei zwei Jokertore fielen. Das 2:0 durch Ruben Providence, das 3:0 in der Nachspielzeit durch den 18 jährigen „Nobody“ Max Filafer, der erstmals in der Bundesliga traf. Ein anderer „Nobody“, Christoph Urdl, hatte für den 1:0-Sensationssieg bei Rapid gesorgt. Nach fünf Runden ohne Niederlage stieß die Mannschaft von Trainer Markus Schopp vorerst auf Rang drei vor: „Aus diesem Moment kann Großes entstehen!“

 

 

Foto: Mario Urbantschitsch.

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