In einem Milliardenduell wird Sonntagabend in New Jersey der Weltmeister gekrönt. Entweder Titelverteidiger Argentinien, der damit als erste Nation seit Brasilien (1958, 1962) den WM-Titel erfolgreich verteidigen würde, oder Europameister Spanien in seinem zweiten WM-Finale nach 2010, dem 1:0 gegen Holland in Johannesburg. König Felipe wird vor Ort sein. Erstmals seit 1930 sprechen beide Finalisten die selbe Sprache (Spanisch). Damals traf Uruguay auf Argentinien. Gewinnen die Südamerikaner ihren vierten WM-Titel nach 1978, 1986 und 2022, würden sie mit Deutschland und Italien gleichziehen. Brasilien bleibt mit fünf Titeln weiter Rekordweltmeister.
Lionel Messi (Bild) und Lamine Yamal können Geschichte schreiben. Gewinnt Argentinien, wäre Kapitän Messi mit 39 Jahren und 26 Tagen der älteste Weltmeister-Feldspieler der Geschichte. Bisher war dies der Brasilianer Nilton Santos 1962 mit 37 Jahren und 32 Tagen. Ältester Weltmeister bleibt auf jeden Fall Italiens Torhüterlegende Dino Zoff, der 1982 in Madrid mit 40 Jahren und 133 Tagen den Titel holte. Yamal könnte mit erst 19 Jahren der jüngste Torschütze in einem WM-Finale werden. Derzeit ist dies Pele, der 1958 im Finale von Stockholm beim 5:2 gegen Schweden zweimal traf. Pele bleibt auf jeden Fall der einzige Spieler mit drei WM-Titeln. Für Messi wäre es erst der zweite.
Es ist das erste WM-Finale zwischen zwei Mannschaften, die zuvor bei der WM Österreich besiegten und gegen WM-Neuling Kap Verde spielten. Dass Kap Verde dabei die besseren Ergebnisse hatte (0:0 gegen Spanien im ersten Gruppenspiel, im Sechzehntelfinale 2:3 gegen Argentinien nach Verlängerung) als Österreich (0:3 gegen Spanien, 0:2 gegen Argentinien) muss zu denken geben. Ralf Rangnick ist derzeit auf Urlaub, spricht über die Weltmeisterschaft erst wieder auf der Trainertagung in Saalfelden. Zuvor begleitet er den auch für Sport zuständigen Vizekanzler Andreas Babler Ende Juli zur Eröffnung der Salzburger Festspiele.
Das Endspiel ist auch das Aufeinandertreffen zweier Fußballwelten. Die Argentinier leben mehr von ihrer Offensive und Aggressivität, von der Ausnahmepersönlichkeit Messi, werden mehr Unterstützung auf den Rängen haben. Die Spanier sind ballsicherer, haben die stärkere Defensive, kassierten bei der WM erst ein Tor, sind mit Teamchef Luis de la Fuente seit 37 Spielen ungeschlagen. Laut „transmarkt.at“ beträgt der Kaderwert beider Nationen mehr als zwei Milliarden Euro: bei Spanien 1,22 Milliarden, bei Argentinien 807,50 Millionen. Die drei Topspieler bei Spanien sind Yamal (200 Millionen), Pedri (200) und Innenverteidiger Pau Cubarsi (80 Millionen). Die Top drei der Gauchos: Julian Alvarez (100), Enzo Fernandez (90) und Lautaro Martinez (85). Messi zählt wegen seiner 39 Jahre nur noch 15 Millionen.
Das Spiel um Platz drei in Miami brachte einen Zehn-Tore-Wahnsinn. England führte zur Pause 4:0, Frankreich kam bis auf 4:3 heran, ehe ein Elfmeter, mit dem Bukayo Sako seinen dritten Treffer in diesem Match erzielte, alles zu entscheiden schien. Aber in der siebenminütigen Nachspielzeit traf Bradley Barcola zum 5:4, ehe Joker Jude Bellingham mit einem Supersolo für Englands 6:4 (4:0) sorgte. Das torreichste Spiel der WM bedeutet einen bitteren Abschied für Frankreichs Teamchef Didier Deschamps. Kapitän Kylian Mbappe erzielte bei der Aufholjagd das erste und dritte Tor von „Les Bleus“, führt damit in der WM-Torschützenliste mit zwei Treffern Vorsprung auf Messi. Der müsste im Endspiel zweimal treffen, um auch WM-Torschützenkönig zu werden.
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