Auch im zweiten internationalen Saisontest Rapids in der Allianz-Arena gab es einen Sieg. Zehn Jahre und zwei Tage nach der Eröffnung gab es gegen den Hamburger SV vor 14.500 Zuschauern ein 3:2 (3:2), das aber doch einige Fragezeichen hinterließ. Weil sich Trainer Hoff Thorup noch immer für keine Stammelf entschieden hat. Ex-Präsident Michael Krammer, in dessen Ära das grün-weiße Jahrhundertprojekt gelang, meinte in der „Erinnerungs-Zeremonie“ zur Eröffnung vor dem Anpfiff, nach zehn Jahren wünsche er sich den ersten Titel in diesem Stadion. Dies derzeit zu prophezeien, wäre noch sehr, sehr riskant.
Kaum vorstellbar, dass Rapid so wie gegen Hamburg am Donnerstag in der Qualifikation zur Conference League in Andorra ohne Serge-Philippe Raux Yao im Abwehrzentrum, Kapitän Matthias Seidl und Romeo Amane im zentralen Mittelfeld beginnen wird. Alle drei kamen erst zur zweiten Hälfte, Raux Yao statt Jakob Schöller, Seidl und Amane statt Louis Schaub und Nicolas Bajlicz. Thorup setzte insgesamt 22 Spieler ein, darunter vier Innenverteidiger und drei rechte Verteidiger. Erstmals bot er Ercan Kara und Neuzugang Tonni Adamsen gemeinsam auf. Wobei der als Torjäger geholte Däne genau genommen im 4-2-3-1 hinter Kara im offensiven Mittelfeld agierte. Kara (Bild) punktete jedenfalls mit zwei Toren. Mit der schnellen Führung per Kopf nach Freistoß des verbesserten Yusuf Demir und dem Ausgleich zum 2:2, als er einen Eckball von Bendegüz Bolla irgendwie ins Tor verlängerte, wahrscheinlich mit dem Rücken. Zwei Minuten später wurde aus einer Flanke des von Nikolaus Wurmbrand frei gespielten Jonas Auer, die immer länger wurde, ein Eigentor, bevor Demir zum Ball kam. Adamsen blieb der einzige Däne am Rasen, der kein Tor erzielte. Denn die der Hamburger gingen auf das Konto von dänischen Legionären, von Kapitän Yussuf Poulsen (früher RB Leipzig), der zwecks Belastungssteuerung nur 30 Minuten zum Einsatz kam, und Albert Gronbaek. Bis zur Pause war Ex-Salzburg-Legionär Nicolas Capaldo einer der drei Innenverteidiger Hamburgs, der starke Stammkeeper Daniel Heuer Fernandes pausierte. Rückhalt war sein 17-jähriger finnischer Ersatz Elias Lahti keiner. Mit Hedl hatte Rapid den besseren Tormann.
Gewonnen haben bei den letzten Tests auch Meister LASK, Red Bull Salzburg, Hartberg und Altach. Der LASK schlug ohne US-Stürmer Samuel Adeniran den deutschen Zweitliga-Absteiger Fortuna Düsseldorf 2:0 (0:0), im Finish feierte Moses Usor nach Verletzungspause ein Comeback. Die Torschützen waren Verteidiger Kaspar Jögensen mit einem sehenswerten Volley und Neuzugang Ramiz Harakate. Salzburg fertigte Zweitliga-Aufsteiger Energie Cottbus mit Toren von Neuzugang Niklas Veratschnig, Gaoussou Diakite, Frans Krätzig, Damir Redzic und Yorbe Vertessen 5:0 (1:0) ab, Altach schlug Grasshoppers Zürich 3:1 (2:1), Ex-Rapidler Benjamin Böckle sorgte für das 1:0. Die Vorarlberger holten auf Leihbasis den 21-jährigen Niklas Niehoff von Zweitligist Holstein Kiel als neuen Rechtsverteidiger, kauften endgültig den 23 jährigen, 1,92 Meter großen Mittelstürmer Srdjan Hrstic vom schwedischen Klub Häcken. Der Serbe, letzte Saison Altachs bester Torschütze, kostete einen sechsstelligen Betrag im höheren Bereich. Bei Hartbergs 2:0 (2:0) gegen die Vienna konnte sich Trainer Markus Schopp über ein Tor seines Sohns Konstantin freuen.
Klare Niederlagen setzte es für Ried und den GAK. Ried unterlag dem tschechischen Klub Mlada Boleslav 0:4 (0:0), der GAK in Windschgarten über 2 x 60 Minuten Dynamo Dresden mit 0:5 (0:2).
Foto: Yigit Örme.