Bereit einen Tag vor dem Abflug von Österreichs WM-Team nach Los Angeles verwies die Allgemeine Unfallversicherungs-Anstalt auf ihren wichtigen Beitrag zu einem möglichen Erfolg. Der Kommunikationschef, in früheren Jahren auch Redakteur des Rapid-Magazins, stellte Christian Fiedler (Bild) in den Mittelpunkt. Der Oberarzt im AUVA-UKH Steiermark trägt die medizinische Verantwortung für das rot-weiß-rote Team bei Hitze und Neun Stunden-Zeitverschiebung,. Das fordert den Unfallchirurgen und Sportmediziner.
Im Morgengrauen werden die CK-Blutwerte der Spieler bestimmt. Wenn sie erhöht sind, deutet das auf muskuläre Probleme hin. Auf Grund dessen werden dem Trainerteam um Ralf Rangnick genaue Empfehlungen für die Trainingssteuerung gegeben. Deshalb blieb Kapitän David Alaba beim Samstagtraining im Fitnesszelt, trainierte wieder nicht mit der Mannschaft. Patrick Wimmer machte nur das Aufwärmprogramm mit. Sogenannte „Hitzeprotokolle“ könnten für das Überstehen der Gruppenphase entscheidend sein. Bereits im Vorfeld, sprich in den vergangenen Monaten, war Fiedler wegen der erheblichen Temperatur- und Zeitzonen-Unterschiede zwischen den Spielorten San Francisco, Dallas und Kansas City mit logistischen Planungen beschäftigt. Es geht laut Fiedler um präzise Diagnostik und perfektes Zusammenspiel mit der Sportwissenschaft, um akribische Präventionsarbeit, Rehatraining und die perfekte Abstimmung der Ernährung. Für die ist im Staff Martin Rinderer zuständig.
Fiedler betreut bereits seit zwölf Jahren Sturm Graz, war auch im Eishockey seit ATSE-Graz-Zeiten tätig, zeitweise bei den österreichischen alpinen Skidamen. Ab 2012 steht er in Diensten des Fußballbunds, begann beim Nachwuchs, kennt daher einige Spieler, seit sie 14 Jahre alt sind. Seit der Teamchefära von Franco Foda ist er beim Nationalteam, war auch bei den Europameisterschaften 2021 und 2014 dabei. Die WM sieht Fiedler als Höhepunkt seiner Laufbahn, als Minimalziel nannte er das Überstehen der Gruppenphase. Aber trotz WM-Fiebers bleibt die Verbindung zum UKH Steiermark auf der anderen Seite der Welt eng. Funktioniert nur über ein starkes Team in Graz. Und natürlich durch die Rückendeckung der AUVA.
Foto: Christopher Kelemen.