Eishockey

Auch nach Minsk-Triumph lieber neue Ausländer als junge Österreicher

Gernot Mittendorfer, der Präsident des Eishockeyverbands, bedankte sich unmittelbar nach dem historischen Triumph der U20 bei der WM in Minsk, der Goldmedaille und dem Aufstieg in die Elitedivision, am Sonntag bei allen, die sich für die Nachwuchsarbeit  engagieren. Die Liga zeigte schon in den drei Tagen danach, dass sie nicht dazu gehört. Wer sich der Illusion hingab, dass die starken Leistungen der jungen Österreicher in der weißrussischen Hauptstadt und ihre Jubelstimmung etwas bewirken, der wurde sehr schnell eines besseren belehrt. Es bleibt beim Kurs, der heißt: Legionäre haben Vorrang.  Das zeigte auch Tabellenführer Red Bull Salzburg, in dessen Akademie einige Aufsteiger von Minsk ausgebildet wurden, bevor sie ins Ausland wechselten. Der war bei den Aufsteigern mit drei Stürmern vertreten, die bisher  bei den Red Bull Juniors, also der zweiten Mannschaft, in der Alps League zum Einsatz kamen: Das ist der 1,92 Meter große Flügel Paul Huber, der in der erster Linie mit Benjamin Baumgartner, dem überragenden Spieler der WM spielte. Das ist der nur einen Zentimeter kleinere Max Rebernig, ebenfalls ein Flügel. Und der 1,77 Meter große Center Tim Harnisch, in dem alle ein großes Versprechen sehen.

Aber wofür entschieden sich Sportdirektor Stefan Wagner und  Trainer Matt McIlvane? Sie engagierten den neunten Ausländer. Einen  27 jährigen Ungarn, Janus Hari heißt er, kam offenbar diese Saison in Finnland bei den Pelicans Lahti nicht ganz zurecht. Sorgte zuvor bei Fehervar für 113 Scorerpunkte. Ob die Salzburger 2:5-Heimniederlage vom Sonntag gegen die Ungarn zu der Entscheidung etwas beitrug oder das Hari-Engagement schon länger feststand? Eigentlich egal. Es wäre ein gutes Zeichen gewesen, einen aus dem Minsk-Trio in den Kader hochzuziehen, auch in der EBEL-Liga einzusetzen. Wenn Salzburg seinen besten Talenten nicht zutraut, mithalten zu können, dann ist dies ziemlich bedenklich. Dienstag zogen dann die Linzer Black Wings und Vienna Capitals, der Dritte und Vierte, der Liga nach, reagierten auf Verletzungen von  Legionären mit anderen. Linz holte den Amerikaner Hunter Fejes statt des Tschechen Marek Kalus, die Vienna Capitals nahmen für sechs Wichen den 30 jährigen Schweden David Aslin statt Taylor Vause unter Vertrag.  Aslin hatte die Saison bei den Grazer 99ers begonnen, war in zehn Spielen auf zehn Scorerpunkte gekommen. Die 99ers engagierten Mittwoch statt des verletzten Stanley-Cup-Siegers Dwight King, für den die Saison nach einem Oberschenkelbruch vorbei ist, den norwegischen Teamstürmer Alexander Reichenberg.

Verteidiger Thimo Nickl, eine Stütze der U20-Helden, bekam eine Einladung zum Top Prospect-Game der  kanadischen Juniorenliga. Am 16.Jänner wird der Kärntner, der laut Österreichs Sportdirektor Roger Bader auf Sicht das Potential für den NHL-Draft hat, vor geschätzten 60 NHL-Scouts in Hamilton vorspielen . Ausser dem Drummondville-Legionär wird mit dem derzeit verletzten Center Marco Rossi ein zweiter Österreicher dabei sein. Rossi hatte für die WM abgesagt, spielte lieber bei den Ottawa 67´s weiter, erlitt eine schweren Bluterguss, ist derzeit auf Heimaturlaub in Vorarlberg.

Foto: ÖEHV.

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