Altach ist unter dem neuen Trainer Ognjen Zaric noch ungeschlagen, kassierte in beiden Bundesligarunden mit ihm keinen Treffer, hat die beste Defensivabteilung der Liga. Tormann Dejan Stojanovic bekam bisher sieben Tore weniger als Austrias Samuel Sahin Radlinger, nämlich nur 19 in 19 Runden. Die Herausforderung an die Austria ist also groß, um den vierten Sieg hintereinander zu feiern. Das gelang bereits einmal in dieser Saison – jeweils 1:0 über Altach und Sturm Graz, 3:2 gegen Ried, 3:1 im Auswärtsderby gegen Rapid. Aktuell hat die Austria nach 19 Runden fünf Punkte weniger als vor einem Jahr, spielt aber dennoch die zweitbeste Saison seit 2017/18. In Auswärtsspielen war bisher nur Sturm Graz erfolgreicher als die Austria – das macht Hoffnung, auch in Altach zu gewinnen. Das könnte sogar die Tabellenführung bringen, wenn es Sonntag im Spitzenspiel zwischen LASK und Red Bull Salzburg keinen Sieger gibt. In den letzten sechs Duellen gegen Altach blieb Austria mit je drei Siegen und Unentschieden unbesiegt, die letzten zwei gewann Austria ohne Gegentor. In Altach blieb die Austria hingegen in den letzten vier Partien sieglos, verlor zweimal.
Die Serie könnte enden, wenn Austrias bester Torschütze, Johannes Eggestein (Bild), wie bei den letzten 2:0-Siegen gegen Salzburg und Rapid wieder trifft. Der gute Saisonstart endete nichts an der Devise von Trainer Stefan Helm, permanent darauf zu schauen, wie sich die Austria noch verbessern kann: „Altach lässt wenig Torschüsse zu, steht stabil, ist gut strukturiert, wir müssen an unsere Leistungsgrenze kommen“, wusste Helm. Was ja zuletzt gelang. Es gibt keinen Grund, an der Startelf des Rapid-Spiels etwas zu ändern. In kluger Voraussicht entschloss sich die Autsria dazu, ins „Ländle“ zu fliegen – im Schneechaos hätte es mit dem Bus lange gedauert. Die Busfahrt steht den Austrianern nach dem Spiel bevor.
Die Neuigkeit von den internen Turbulenzen: Ralph Krueger ist seit der Sitzung vom 16. Jänner, dem Hearing des neuen Sportchefs Tomas Zorn, nicht mehr Vorsitzender des AG-Aufsichtsrats. Schade, ein wahrer Experte weniger. Im Eishockey hatte er mit Feldkirch alles gewonnen, was es zu gewinnen gab, war 13 Jahre lang Schweizer Teamchef, im Fußball war er fünf Jahre lang Vorstandsvorsitzender bei Southampton, als der Klub noch in der Premier League spielte und Ralph Hasenhüttl Trainer war. Er galt als Experte von Teambuilding, das es bei Austria zwar in der Mannschaft gab, aber nicht in der Fühungsetage. Weil nicht alle an einem Strang zogen, ist er lieber Opa als bei Austria, wie er in einem „Presse“-Interview erklärte.
Foto: Yigit Oerme.