Einen Tag vor Rapid begann Donnerstag die Wiener Austria mit der Vorbereitung. Ohne Linksverteidiger Taesok Lee, der mit Südkorea bei der WM spielt, ohne Abubakr Barry, der vor der WM noch Länderspiele mit Gambia bestritt, erst ab 29. Juni wieder bei Austria trainiert, ohne die Nachwuchsteamspieler Sanel Saljic, Philipp Maybach, Vasilje Markovic und Matteo Schablas, die bis Montag Urlaub haben, und ohne die Langzeitverletzten Noah Botic und Manprit Sarkaria. Der australische Stürmer, der im Oktober einen Knöchelbruch erlitt, soll im Laufe der Vorbereitung ins Mannschaftstraining einsteigen, bei Sarkaria wird es nach dem Kreuzbandriss noch einige Monate länger dauern. Fünf Talente der Young Violets, zwischen 18 und 21, darunter Torhüter Kenan Jusic, können sich in der Vorbereitung Trainer Stephan Helm empfehlen.
Wieder dabei ist vorerst der an WSG Tirol verliehen gewesene Offensivspieler Moritz Wels. Ob er bleibt, gehört zu den Fragezeichen in Violett . Mit Innenverteidiger Philipp Wiesinger, der Kontakte zum FC Zürich hatte, gelang die Vertragsverlängerung, mit Tin Plavotic hingegen nicht. Daher könnte der aus der zweiten Mannschaft von Borussia Dortmund gekommene Jonas Feddersen, ein Linksfuß, früher als erwartet sein Debüt in der Bundesliga feiern. Zu den violetten Fragezeichen gehört in erster Linie Barry, an dem Red Bull Salzburg interessiert ist, aber noch nicht so viel zahlen will, wie es sich Austrias Finanzvorstand Harald Zagiczek vorstellt. Barrys Vertrag läuft noch ein Jahr. Fraglich ist, ob der 23 jährige deutsche Stürmer Julian Hettwer der Austria helfen kann. Dem deutschen Zweitligaabsteiger Fortuna Düsseldorf konnte er es in der letzten Saison nicht: Lange verletzt, in sieben Einsätzen kein Tor. Außerdem würde seine ablösefreie Verpflichtung nicht zur im Herbst verkündeten Klublinie, eigene Talente zu forcieren, passen. Rapid verlieh noch vor dem Trainingsstart Stürmer Dominik Weixelbraun an Aufsteiger Austria Lustenau. Train er Mads Thorup versuchte in seinem ersten Pflichtspiel bei Rapid mit ihm ein Experiment als Außenverteidiger. Das ging schief, Rapid verlor im Cupviertelfinale in Ried 0:3. Danach kam Weixelbraun nicht mehr zum Zug.
Ständig unter Strom muss derzeit GAK-Sportvorstand Tino Wawra stehen. Zurücklehnen ist für ihn ein Fremdwort. Donnerstag wartete er mit zwei Neuen auf: Der 21-jährige holländische Stürmer Anthony Smits (Bild) aus der zweiten Mannschaft von Alkmaar soll die Offensive verstärken. Kann das funktionieren? Er kostete keine Ablöse, Wawra ließ ihn von Chefscout Andreas Lienhart ebenso beobachten wie den tags zuvor geholten Ismael Guerti. Als größte Stärke von Smits gilt seine Schnelligkeit, die er auch in der Youth League zeigte, als er mit Alkmaar je einmal ins Achtel- und Semifinale kam. Dabei erzielte er in zehn Spielen fünf Tore. In 38 Partien der zweiten holländischen Liga waren es aber nur zwei. Smits könnte eine Empfehlung aus München sein: Von Berater Robert Schneider, zu dessen Spielern früher auch Bastian Schweinsteiger und David Alaba am Beginn ihrer Karriere zählen. Zu den von Schneider betreuten Trainern gehört auch Ferdinand Feldhofer vom GAK. Der zweite GAK-Neue hat bereits in der Bundesliga gespielt: Der 20-jährige Rechtsverteidiger Tim Trummer. Der gebürtige Steirer wurde im Grazer Leistungzentrum Süd, das mit Salzburg kooperiert, ausgebildet, wechselte dann via Liefering nach Salzburg, kam letzte Saison auf 17 Einsätze. Über das Wochenende wird GAK keinen Neuen verpflichten. Das versprach“ Wawra.
Bei Wolfsberg gab es hingegen zwei Abgänge. Der des gebürtigen Slowenen Erik Kojzek ist fix, der des Serben Dejan Zukic steht bevor. Unter 21-Teamstürmer Kojzek wurde für eine Saison an den serbischen Spitzenklub Partizan Belgrad verliehen. Zukic, der vor zwei Jahren von Vojvodina Novisad kam, damals 900.000 Euro Ablöse kostete, dürfte zu seinem Ex-Klub zurückkehren. Jetzt dürfte Wolfsberg ungefähr doppelt so viel für Zukic kassieren. Mit ihm verliert Wolfsberg aber einen wichtigen Kreativspieler. Die Bilanz bei 75 Einsätzen: 22 Tore und 31 Assists.
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