Fußball

Barisic gegen Pacult bringt Erinnerungen an Rapids letzten Meistertitel

Rapids Kapitän Christopher Dibon betonte Dienstag nach dem 4:1 in Wattens, der Sieg und Aufstieg ins Viertelfinale des Uniqa-Cups tue allen im Verein gut. Auch ihm nach seinem Comeback, zuvor spielte er diese Saison nur dreimal für Rapid II in der zweiten Liga. Sehr gut tun würde Rapid auch Samstag ein Heimsieg gegen Austria Klagenfurt, um unter die ersten sechs zu kommen. Das wäre erst der zweite im sechsten Anlauf, der erste seit dem 1:0 gegen Ried am 24. Juli in der ersten Runde. Klagenfurt liegt derzeit als Vierter drei Plätze vor Rapid. In den Coaching Zone werden Samstag Erinnerungen an Rapids letzten Meistertitel vor 14 Jahren wach: Peter Pacult (Bild oben) war damals der Trainer, Zoran Barisic sein von ihm zwei Jahre zuvor geholter Assistent, Steffen Hofmann, jetzt gemeinsam mit Thomas Hickersberger und Jürgen Macho im Trainerteam von Barisic, als Kapitän Pacults verlängerter Arm am Spielfeld. Von diesen Zeiten träumen noch viele Rapid-Fans.

Ein Jahr später war es mit Friede, Freude, Eierkuchen vorbei. Rund um das letzte Match der Saison 2008/09, dem 4:0 in Kapfenberg, deponierte Pacult seinen ausdrücklichen Wunsch, seine Assistenten zu wechseln. Was dem damaligen Präsidenten Rudi Edlinger gar nicht gefiel. Aber Pacult blieb beharrlich, setzte seine Wünsche durch. Barisic und Tormanntrainer Peter „Tiger“ Zajicek mussten gehen, Leopold Rotter und Manfred Kohlbacher kamen neu dazu. Um zu zeigen, wie viel er von Barisic hielt, machte Edlinger „Zoki“ in Absprache mit Sportchef Alfred Hörtnagl zum Individualtrainer im Nachwuchs. Im April 2011 entließ Edlinger Pacult fristlos, weil er von dessen Verhandlungen mit RB Leipzig erfahren hatte. Pacult musste nach 209 Spielen mit einem Punktschnitt von 1,78 gehen, gewann aber vor dem Arbeitsgericht den Prozess gegen Rapid.

Sein Nachfolger wurde interimsmäßig für zehn Spiele Barisic, ehe ihn Peter Schöttel als Trainer ablöste. Auf ihn folgte im April 2013 Barisic, blieb bis Sommer 2016, ehe Präsident Michael Krammer auf den deutschen Sportchef Andreas Müller hörte und zur Eröffnung des Allianz-Stadions Barisic durch Müllers Freund Mike Büskens ersetzte, weil er dreimal hintereinander „nur“ Vizemeister hinter Red Bull Salzburg wurde.  Drei Jahre später machte Krammer Barisic zum Sportchef, seit letzten Samstag ist er bis November Trainer und Sportchef in Personalunion. Deshalb musste er eine fix geplante Reise nach Ghana, für die er schon geimpft war, absagen. Dort wollte er Talente scouten. Stattdessen kämpft er um wichtige Punkte.

Es dauerte Jahre, bis Barisic und Pacult die Geschehnisse von 2009 „aufgearbeitet“ hatten und wieder miteinander redeten. Ganz vergessen ist alles nicht, darum werden Samstag sicher  Emotionen im Spiel sein. Im August gewann Rapid in Klagenfurt durch einen Elfmeter nach VAR-Entscheidung, den Guido Burgstaller verwandelte, 1:0, ohne besser zu sein, was Pacult sehr ärgerte. Samstag wird´s ein heißer Tanz zwischen Grün-Weiß und Violett. Für den Barisic den Dienstag gesperrt geweseenen Leopold Querfeld zur Verfügung hat. Die Schiedsrichter gaben zu, dass Querfelds rote Karte in Ried wegen Torraubs durch Hands, die Referee Alexander Harkam dem 19 jährigen nach Intervention des VAR Andreas Heiß zeigte, eine Fehlentscheidung war. Weil der Ball von Querfelds Hüfte auf seine Hand gesprungen war. Harkam durfte zur „Belohnung“ trotzdem Mittwoch das Grazer Derby im Cupachtelfinale pfeifen. Danach hoffte Sturms Trainer Christian Ilzer, dass nie wieder ein steirischer Referee ein Grazer Derby leiten wird.

 

Foto: Gepa/Admiral.

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