Erstmals in dieser Bundesliga-Saison lag Bayern München Samstagabend in Leipzig zur Pause zurück. Vor den Auen von Jürgen Klopp, dem Had of Global Soccer von Red Bull, schien die Revanche für das 0:6-Debakel v0n München zum Saisonstart möglich. Leipzig hätte nach einer Top-Leistung auch höher in Führung liegen können, Chancen darauf ließen mit Christoph Baumgartner und Nicolas Seiwald, der nach 29 Minuten für ein Foul an Leon Goretzka, für das es auch schon Rot gegeben hat, die gelbe Karte sah, auch zwei der drei österreichischen Teamspieler bei Leipzig aus. Ohne Konrad Laimer schwammen die Bayern an den Außenpositionen in der Abwehr. Doch nach der Pause verwandelte Bayern das 0:1 noch in ein 5:1. Der Umschwung begann mit einem Ballverlust von Baumgartner in der eigenen Hälfte gegen den Ex-Salzburger Dayot Upamecano. Dessen Pass nützte Serge Gnabry zum Ausgleich. 17 Minuten später folgte das 21. Saisontor von Harry Kane zur Führung, zwischen der 83. und 88. Minute gab es noch drei Bayern-Treffer durch Innenverteidiger Jonathan Tah nach einem Eckball, Aleksandar Pavlovic und den nach 57 Minuten eingewechselten Michael Olise. In den Schlussminuten gab es das Comeback von Bayern-Jungstar Jamal Musiala 196 Tage nach seinem Wadenbeinbruch. Bayern lief in der zweiten Hälfte sechs Kilometer mehr als Leipzig, erzielt in 19 Runden 71 Treffer.
Leipzig verlor durch das Debakel, das auch Xaver Schlager nicht aufhakten konnte, Platz drei an Hoffenheim: „Ich komm´mir schon ein bisschen wie ein Depp vor“, gestand Schlager im „Sky“-Interview, dass es ihm schlecht ging. Das verdiente 1:0 (1:0) gegen Leverkusen war der sechste Heimsieg hintereinander, brachte Hoffenheim auf einen Champions League-Platz. Ein Freistoß mit 100 km/h des Holländers Wouten Burger, von Sportchef Andreas Schicker bei Englands Zweitligist Stoke entdeckt, brachte nach neun Minuten das goldene Tor. Im Finish verteidigte Hoffenheim den knappen Vorsprung konsequent. „Wir haben gezeigt, dass wir zu Recht so weit oben stehen“, behauptete Christian Ilzer, der Landmann Alexander Prass von Beginn bis zur 79. Minute einsetzte. Prass ließ einen Sitzer auf das 2:0 ungenützt (Bild). Als Ilzer im letzten Frühjahr mitten im Abstiegskampf erklärte, er wolle Hoffenheim ins internationale Geschäft bringen und in fünf Jahren um den Meistertitel mitspielen, nahm ihn fast keiner ernst. Jetzt hat Hoffenheim schon einen Punkt mehr als in der kompletten letzten Saison.
Der verletzte Marcel Sabitzer fehlte Borussia Dortmund beim 3:2 (2:2) gegen St. Pauli, das durch einen Elfmeter nach VAR-Intervention in der Nachspielzeit gelang. Keinen Sieger gab es im Duell zwischen Patrick Wimmer und Matthias Honsak – Wolfsburg schaffte daheim gegen Heidenheim nur ein 1:1 (0:1). Romano Schmid, Marco Friedl und Marco Grüll ärgerte es Freitagabend sehr, dass Werder Bremen in der 94. Minute Eintracht Frankfurts Ausgleich zum 3:3 zuließ. Bremens Führung zum 3:2 bereitete Schmid nach 80 Minuten mit viel Übersicht vor. Bei Frankfurt ist Trainer Dino Toppmöller angezählt.
In Frankreichs Ligue 1 gibt es weiterhin einen Tabellenführer mit österreichischer Beteiligung. Samson Baidoo verteidigte mit Lens Platz eins durch einen 1:0 (0:0)-Heimsieg gegen Auxerre. In Englands Premier League gelang es Oliver Glasner mit Crystal Palace nicht, die sieglose Serie zu beenden. Sie wurde mit dem 1:2 (1:1) in Sunderland nach 1:0-Führung auf zehn Spiele prolongiert. Von den Klubs, mit denen Glasneers Trainerzukunft in Zusammenhang gebracht wird, überrascht Manchester United: Im ersten Spiel mit Michael Carrick, dem Trainer für den Rest der Saison, gelang im Derby ein hochverdientes 2:0 (0:0) gegen City. Liverpool schaffte nur ein 1:1 (1:1) gegen den Vorletzten Burnley, bei dem der Ex-Salzburger Dominik Szoboszlai einen Elfmeter vergab. Tottenham verlor ohne Kevin Danso daheim gegen den Drittletzten West Ham 1:2. Tabellenführer Arsenal baute mit einem torlosen Unentschieden in Nottingham den Vorsprung auf den Zweiten Manchester City auf sieben Punkte aus.
Foto: TSG Hoffenheim.