Trainer Christian Ilzer fiel wegen eines grippalen Infekts aus. Daher erlebte er den siebenten Auswärtssieg von Hoffenheim nur daheim vor dem TV-Schirm. Das Besondere am 4:2 (2:0) beim Letzten Heidenheim: Der erste Doppelpack von Ilzers Landsmann Alexander Prass bei Hoffenheim. Noch dazu in ungewohnter Rolle: Der Linksfuß spielte erstmals halbrechts im offensiven Mittelfeld, traf aber zweimal mit links. In zuvor 55 Einsätzen für Hoffenheim erzielte der 24 jährige Oberösterreicher nur ein Tor, am 27. Jänner beim 2:0-Auswärtssieg gegen Werder Bremen, Samstag gleich zwei in 21 Minuten zur 2:0-Pausenführung. Das erste nach Vorarbeit des Ex-Austrianers Fisnik Asllani, beim zweiten traf er zwischen den Beinen von Heidenheims Tormann Diant Ramaj (Bild). Der Treffer wurde zunächst wegen Abseits annuliert, galt dann nach VAR-Überprüfung, die mehr als drei Minuten dauerte.
„Bei mir ist es nicht üblich, Tore zu schießen, deshalb bin ich jetzt umso glücklicher“, gestand Prass, den Hoffenheim im Sommer 2024 um zwölf Millionen Euro von Sturm Graz kaufte, „wir sind in einer Phase, in der jeder Punkt wichtig ist!“ Es geht um den Champions League-Platz. Von den drei Verfolgern des Sensation-Dritten Hoffenheim punktete nur RB Leipzig mit Christoph Baumgartner und Nicolas Seiwald voll. Mit dem 2:1 (0:1)-Heimsieg gegen Augsburg durch ein Eigentor in der 92. Minute. Bitter für Augsburg, weil bei 0:0 vor der Pause ein Elfmeter, den Bamgartner durch ein „Ellbogen-Hands“ verschuldete, vergeben wurde. Augsburgs erster Elfmeterschütze, Österreichs Teamstürmer Michael Gregoritsch, wurde erst in der 85. Minute eingewechselt. Der VfB Stuttgart kassierte hingegen in Mainz nach einem Kopfball von Österreichs Teamverteidiger Philipp Mwene an die Latte in der 91. Minute den Ausgleich zum 2:2, ließ nach 1:0-Pausenführung ebenso zwei Punkte liegen wie Leverkusen mit dem 3:3 (2:2) in Freiburg.
Hoffenheim hat zwei Punkte mehr als Stuttgart, je fünf mehr als Leipzig und Leverkusen. In der nächsten Runde empfängt Hoffenheim den VW-Werksklub Wolfsburg, der ohne den verletzten Patrick Wimmer daheim dem Hamburger SV 1:2 (1:1) unterlag, auf einem Abstiegsplatz blieb. In der Rückrunde gelang kein Sieg, insgesamt schon acht Runden lang. Daher wird es bereits zum zweiten Trainerwechsel bei Wolfsburg in dieser Saison kommen, mit dem die erfolgreiche Vergangenheit beschworen wird. Der 72 jährige Felix Magath, der vor 17 Jahren mit Wolfsburg Meister wurde, dürfte aller Voraussicht nach die Mission Rettung für die letzten neun Runden antreten. 2020/21 war Magath ein nicht wirklich erfolgreicher Sportchef bei Admira/Wacker in Österreichs Bundesliga, 2022 übernahm er für die letzten Spiele Hertha BSC Berlin, schaffte damals via Relegation den Klassenerhalt. Weiter in Abstiegsgefahr schwebt auch der 1. FC Köln nach der 1:2-(0:1-)Heimniederlage gegen den Zweiten Borussia Dortmund, bei dem Marcel Sabitzer durchspielte.
Foto: TSG Hoffenheim.