Fußball

Rapid schaffte sein Minimalziel – aber es passt vieles nicht

Mit dem glücklichen 1:0 (1:0) gegen Red Bull Salzburg schaffte Rapid vor 14.500 Zuschauern in Hütteldorf sein Minimalziel, aus eigener Kraft in die Meistergruppe zu kommen, überholte damit Hartberg – daheim 1:1 (1:1) gegen Blau Weiß Linz-, landete nach dem Grunddurchgang auf Platz fünf. Salzburg verlor durch das dritte Spiel hintereinander ohne erzieltes Tor die Tabellenführung an Meister Sturm Graz, der Altach 2:0 (1:0) durch Tore von Jacob Hödl und Joker Belmin Beganovic die erste Niederlage unter dem neuen Trainer Ognjen Zaric zufügte,  erstmals unter dessen Vorgänger Fabio Ingolitsch vor den eigenen Fans mit mehr als einem Tor Differenz gewann. Die Meisterrunde verspricht viel Spannung:  Hinter Titelverteidiger Sturm kommen drei Klubs mit einem Punkt weniger: Salzburg, der LASK, der beim 3:1 (1:0) gegen Didi Kühbauers Ex-Klub Wolfsburg Sasa Kalajdzic bis zur 66. Minute schonte, und die Wiener Austria, die in Ried 2:0 (1:0) gewann. Wer hätte das nach dem verpatzten Saisonstart gedacht? Drei Punkte weniger als Sturm haben Rapid und Hartberg beim „Hattrick“ in der Meistergruppe, da scheint alles möglich. Nicht so ausgeglichen ist die Abstiegsgruppe: Da hat der Erste, WSG Tirol, nach dem 2:0 (0:0)-Heimsieg gegen GAK und dem bisher punktmäßig besten Grunddurchgang acht Punkte mehr als der Letzte, Blau Weiß Linz, und fünf mehr als der Vorletzte, GAK.

Ende gut, aber wirklich nicht alles gut für Rapid. Das gilt auch nach dem Heimsieg gegen Salzburg. Das Niveau des Duells ließ zu wünschen übrig, da sah man früher schon viel bessere Spiele zwischen beiden Mannschaften. Salzburg hatte mehr Chancen, nützte sie nicht. Schwere Zeiten für den neuen Trainer Daniel Beichler, denn so wird es wieder eine Saison ohne Titel. Als Joker Karim Konate in der Nachspielzeit per Kopf den Ausgleich erzielte, meldete sich der aufmerksame VAR Markus Hameter. Er erkannte, dass nach einem kurz gespielten Eckball Flankengeber Damir Redzic im Abseits stand. Vor der Pause zählte auch Rapids Führung durch Kouadio Ahoussou nach Freistoß von Matthias Seidl nach VAR-Intervention nicht. Korrekt war das goldene Tor nach einem Konter, den Tormann Niklas Hedl einleitete: Nikolaus Wurmbrand (Bild) trieb den Ball durchs Mittelfeld nach vorne, spielte Tobias Gulliksen am Flügel an, der in den Strafraum passte. Ausgerechnet Janis Antiste kam an den Ball, sein Schuss wurde von Verteidiger Tim Drexler noch abgefälscht. Ausgerechnet Antiste vor allem deshalb, weil der Franzose in den vier Runden nicht spielen „durfte“, weil sonst die Kaufpflicht beim italienischen Klub Sassuolo schlagend geworden wäre. Weil es Sportchef Markus Katzer gelang, die Kaufpflicht wegzuverhandeln, konnte Trainer Hoff Thorup Antiste erstmals seit dem Cup-k.o. in Ried einsetzen. Er erzielte sein zweites Saisontor,  das erste seit 21. September, dem 1:1 gegen GAK in Graz.

Nach der Pause verteidigte Rapid nur noch, tat nichts für die Offensive. Das ging auf, obwohl Innenverteidiger Nenad Cvetkovic derzeit mehr Gefahrenherd als Bollwerk ist. Auch bei der Aufstellung und den Wechseln blieb einiges zu hinterfragen. Außer dem gesperrten Romeo Amane fehlte auch der verletzte Bendegüz Bolla. Thorup entschied sich für drei Innenverteidiger,  setzte an der rechten Seite Abwehrspieler Daniel Nunoo, links Jannes Horn ein. Als Nunoo nach 22 Minuten verletzt ausschied, brachte Thorup nicht Furkan Demir als Rechtsverteidiger, was logisch gewesen wäre, sondern zog mit Nikolaus Wurmbrand seinen schnellsten Offensivspieler zurück und wechselte Tobias Gulliksen ein. Die Kombination zum entscheidenden Tor gab  Thorup recht. Nach 69 Minuten ging Wurmbrand raus, danach musste Seidl seine Position übernehmen. Und als im Finish Horn nicht mehr weiter konnte, kam ebenfalls nicht Demir, sondern mit Armin Gröller ein Innenverteidiger. Nicht nachvollziehbar. Furkan Demir hatte im Herbst als rechter oder linker Verteidiger 24 Einsätze, davon zwölf in der Startelf, bot durchaus passable Leistungen wie in der Saison zuvor als Leihgabe bei Hartberg. Warum er plötzlich nicht mehr gefragt ist?

 

Foto: Yigit Oerme.

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