Fußball

Bei der ersten von drei Chancen steht Rapid Kleiderschrank Celustka im Weg

Keine Auswärtstorregel mehr! Das ist die einzige Vereinfachung bei den Europacupbewerben in der neuen Saison. Ansonst wird alles etwas komplizierter, wie man am Beispiel von Vizemeister Rapid, der Dienstagabend im Allianz-Stadion als erster österreichischer Klub ins Qualifikationsgeschehen eingreift sehen kann. Grün-Weiß hat bis August drei Chancen, eine Gruppenphase zu schaffen. Gelingt es nicht, Sparta Prag zu eliminieren, geht es statt in der dritten Runde um die Königsklasse in der um die Europa League weiter. Scheitert Rapid auch dort, folgt die dritte Chance über das Play-off zur neuen Conference League. Sich dabei nicht durchzusetzen, wäre gleichbedeutend mit dem Abschied aus dem Europacup.

Das Duell gegen Tschechiens Vizemeister Sparta Prag ist das erste Qualifikationsspiel für die Champions League, das im Allianz-Stadion in Szene geht. Das erste in Hütteldorf seit 6. August 2008, das im Hanappi-Stadion gegen Anorthosis Famagusta aus Zypern 3:1  endete, aber nicht das blamable Ausscheiden verhinderte.  Rapid qualifizierte sich  letztmals 2005 für die Königsklasse. Gegen Lok Moskau. Beide Tore beim 1:1 in Wien und dem 1:0 in Moskau erzielte Jozef Valachovic. 16 Jahre später wieder ein Champions League-Ticket zu holen, wäre international der größte und lukrativste Erfolg seit damals, käme auch unerwarteter als das Ausschalten von Lok Moskau.

Als Favorit geht Rapid sicher nicht die zwei Spiele gegen Sparta Prag. Aber auch nicht chancenlos. Allein, weil das komplette Stadion, waren nötig auch der Gästesektor, für die grün-weißen Fans offen ist, wird der nötige Rückhalt von den Tribünen vorhanden sein. Knapp über 23.000 Fans könnten Dienstag Abend kommen, 15.500 Karten waren Montag Mittag weg. Gästefans erlaubt die UEFA wegen der Corona-Situation keine, einige Besucher aus Prag sind jedoch herzlichst willkommen. Nämlich Antonin Panenka und seine Begleiter. Rapids Publikumsliebling der Achtzigerjahre wird sicher Riesenbeifall bekommen. Der nur größer sein könnte, wenn Rapid gewinnt. Der ehemalige  Regisseur und Freistoßkönig, der für Rapid in 172 Pflichtspielen 77 Tore erzielte, zweimal Meister und dreimal Cupsieger wurde, ins Finale des Europacups der Cupsieger kam, ist inzwischen 72  Jahre alt, überstand im letzten Jahr Corona, spricht von einer Pari-Chance für das Weiterkommen. Das gleichbedeutend wäre mit der Qualifikation für die Gruppenphase der Europa League. Wie vor einem Jahr, als Rapid zunächst auswärts Lok Zagreb 1:0 besiegte, dann in derdritten Runde in Belgien gegen Genk 1:2 verlor.

Rapid steht Dienstag und eine Woche später in Prag ein Kleiderschrank im Weg: Das ist Spartas 32 jähriger Abwehrchef Ondrej Celustka. Bei allen fünf Spielen Tschechiens in der  Europameisterschaft stand der 1,86 Meter große Celustka in der Startelf, spielte nur beim Viertelfinal-k.o. gegen Dänemark in Baku nicht durch. Tschechien kassierte gegen Schottland, Kroatien, England, Holland und Dänemark gesamt nur vier Tore. Das spricht für die Defensivqualitäten von Tschechiens Nummer drei, Abwehrchef Celustka (Bild oben), der vor dem Wechsel zu Sparta Prag vor einem Jahr zehn Jahre lang im Ausland spielte. Bei Palermo, Trabzonspor, Sunderland, dem 1. FC Nürnberg und Antalyaspor. Sparta hat nicht nur defensiv etwas zu bieten, sondern auch offensiv. Ein Wunderkind namens Adam Hlozek, der kommenden Sonntag 19 Jahre jung wird. Ihn haben bereits die deutschen Spitzenklubs wie Bayern München und Borussia Dortmund und der FC Liverpool am Radar, er verlängerte aber den Vertrag bei Sparta bis 2024. Sicher mit Ausstiegsklausel. Bei der  EM kam er bis zum Viertelfinale immer als Joker, spielte insgesamt 76 Minuten. „Wenn einer schon mit 18 Schützenkönig war, muss er riesige Qualitäten haben“, meinte Rapid Trainer Didi Kühbauer, „er ist mit rechts und links gut, hat einen Torinstinkt. Ihn zu neutralisieren, wird eine gewaltige Herausforderung.“

Seit Montagmittag weiß Rapid, wie es in der dritten Runde weiter gehen würde: Im Kampf um die Champions League mit AS Monaco, dem Dritten aus Frankreich, mit Ex-Bayern-Trainer Niko Kovac, der auch eine Salzburg-Vergangenheit hat. In der Europa League könnte sich Rapid für die Blamage von 2008 13 Jahre später revanchieren.  An Anorthosis Famagusta. Von Monaco mit seinen klingenden Namen wie Cesc Fabregas, Wissam Ben Yedder, Keita Balde oder Kevin Volland oder Famagusta sprach Montag aber bei Rapid niemand. Voller Fokus auf Sparta: „Wenn wir zweimal am Limit spielen, kann es eine wunderbare Geschichte werden“, prophezeite Kühbauer. Der den Wegfall der Auswärtstorregel nicht nachvollziehen konnte: „Das macht alles ungerechnet. Sollte es nach den zwei Spielen gegen Sparta unentschieden sehen, müssen wir auswärts 30 Minuten länger spielen als Sparta.“ So weit will es Rapid aber nicht kommen lassen.

Foto: UEFA.

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