Fußball

Bei Ferencvaros wird Peter Stöger wieder ein „Grün-Weißer“

Der 1. FC Köln präsentierte Dienstag Steffen Baumgart, der Paderborn 2019 in die Bundesliga geführt hatte, aber danach den Abstieg nicht verhindern konnte, als seinen neuen Trainer für die nächsten zwei Saisonen. Auch Peter Stöger, der sich Samstag mit Köln darauf einigte, nicht nach vier Jahren in die Domstadt zurückzukehren, dürfte die Zukunft geklärt haben. Die soll von Violett zu Grün-Weiß heißen. Allerdings zu den Grün-Weißen in Budapest, zu Rekordmeister Ferencvaros. Am Wochenende berichtete erstmals „Österreich“  über Kontakte von Stöger zu der Mannschaft, die seit 21. April in Ungarn als Meister feststeht und derzeit 20 Punkte Vorsprung hat. Bei der ein Trainerwechsel doppelt überraschend käme: Denn der ehemalige Kiew-Stürmerstar Sergij Rebrov, der auch bei Tottenham und West Ham spielte,  gewann als Nachfolger des Deutschen Thomas Doll, der von 2013 bis 2018 Trainer war, drei Meistertitel in Serie, hat noch einen Vertrag bis 2022. Sein Punkteschnitt nach 133 Spielen auf der Ferencvaros-Bank beträgt 2,08.

Den vierten Titel hintereinander mit Ferencvaros zu gewinnen, kann nicht der große Anreiz sein, nach Ungarn zu übersiedeln. Die Nähe zu Wien auch nicht. Also kann es nur darum gehen, mit Ferencvaros besser in der  Champions League als letzte Saison abzuschneiden. Der Punkt gegen Dynamo Kiew war der erste eines ungarischen Klubs in der Gruppenphase. Die anderen Gegner hießen Juventus und FC Barcelona. Aber ist die Mannschaft dazu gut genug? Stöger käme zu einer Multi-Kulti-Truppe. Letztes Wochenende beim 2:1 gegen Honved spielten Legionäre aus elf Ländern: Belgien, Bosnien, Georgien, USA, Frankreich, Norwegen, Kroatien, Brasilien,  Slowakei (Teamstürmer Robert Mak), Ukraine und von der Elfenbeinküste. Der Siegestorschütze Franck Boli, im Winter 2019 auch ein Kandidat bei Rapid, ehe Aliou Bajdi kam. Acht Spieler aus der Meistermannschaft sollen angeblich weg, Rebrov soll bereits nervös sein, weil mit ihm noch keiner über die nächste Saison gesprochen hat. Den Meister finanziert die Groupama-Versicherung, Fidesz-Politiker Gabor Kubatov ist der Boss. Damit hat auch Staatschef Viktor Orban seine Hände im Spiel.

Die Verbindung zwischen Austria und Ferencvaros hat einen Namen: Tibor Nyilasi, der von Ferencvraos 1983 zu Austria gewechselt war, dort bis 1988 in 144  Pflichtspielen 133 Tore erzielte, einer der größten Spieler war, die „Fradi“ (so wird der Klub in Ungarn gerufen) hervorgebracht hat. Wie zuvor Florian Albert, der Star der Sechzigerjahre oder noch früher Sandor Kocsis und Ladi Kubala Von 1990 bis 1994 war Nyilasi Ferencvaros-Trainer mit einem Meistertitel, später noch 1997/98.  Ferencvaros ist so eine Macht und so relevant in Ungarn, dass nichts raus geht, wenn eine Nachrichtensperre verhängt wird. Etwa über einen neuen Trainer namens Peter Stöger. Der schon einmal grün-weiß getragen hatte. Von 1995 bis 1998 als Spieler von Rapid. In die Zeit fiel das Europacupfinale von Brüssel und ein Meistertitel.

 

 

Foto: © FOTObyHOFER/Christian Hofer.

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