Bevor Wolfsberg und Rapid am Donnerstag um den Aufstieg in die Ligaphase der Conference League kämpfen, treffen sie in der Bundesliga aufeinander. Die Trainer, Didi Kühbauer und Peter Stöger, bestritten zwischen August 1995 und Juni 1997 gemeinsamen 70 Pflichtspiele für Rapid. Das waren grün-weiße Erfolgszeiten in der Ära von Ernst Dokupil mit Meistertitel und Finale im Europacup der Cupsieger. Stöger wünschte seinem ehemaligen Mitspieler viel Glück für Donnerstag, für Sonntag hingegen weniger: „Wolfsberg ist immer ein unangenehmer Gegner“, weiß er. Letzte Saison für Rapid mehr als nur unangenehm. In der Lavanttal-Arena holte Rapid im ersten der vier Duelle einen Punkt, danach kamen nur Niederlagen – daheim 1:3 und 0:1, in Kärnten ein schlimmes 1:5. Wolfsberg gelang es erstmals seit 2012/13, gegen Rapid kein Spiel zu verlieren. Der einzige Rapidler, der an Wolfsberg eine gute Erinnerung hat und jubeln konnte, ist Talent Nikolaus Wurmbrand (Bild): Am 14. September letzten Jahres kam er mit 18 in Wolfsberg zu seinem Bundesligadebüt, brachte mit einem ersten Bundesligator Rapid in Führung. Das brachte einen Punkt. Es blieb bisher der einzige Treffer Wurmbrands in der Bundesliga, bei den letzten zwei Niederlagen gegen Wolfsberg fehlte er wegen einer Oberschenkelverletzung.
Es wird das elfte Trainerduell zwischen Kühbauer und Stöger. Je vier gab es in den Saisonen 2011/12 und 2012/13, als es noch die Zehnerliga gab. 2011/12 feierte Admira-Trainer Kühbauer gegen Wr. Neustadt-Trainer Stöger vier Siege (3:0, 2:0, 4:1), die vierte Partie endete 0:0. In Austrias bisher letzter Meistersaison gewann Stöger viermal gegen Kühbauers Admira (1:0, 6:4, 4:0, 2:0). Die letzten zwei Aufeinandertreffen gab es im Grunddurchgang 2020/21 bei den Wiener Derbys – 1:1 in Hütteldorf, 0:0 in Favoriten. Danach war Kühbauer mit Rapid in den Meistergruppe, Stöger mit Austria nur im unteren Play-off. An Siegen steht es 4:3 für Stöger.
Interessant wird auch das Torhüterduell zwischen Wolfsbergs Nikolas Polster und Niklas Hedl, weil Polster der Vater des 2:1-Siegs gegen Omonia Nikosia, eine grün-weiße Vergangenheit hat: Als er nach der U 18 bei den Profis mittrainierte, war Kühbauer Rapid-Trainer. Weil Polster das Gefühl hatte, dass bei Grün-Weiß eher Hedl als künftige Nummer eins gesehen wird, wechselte er 2019 zum LASK. Als Kühbauer in der Saison 2022/23 LASK-Trainer war, trainierte Polster zwar mit, war aber von Vorwärts Steyr verliehen. Im Sommer 2024 machte sich Kühbauer als Wolfsberg-Trainer für die Verpflichtung von Polster stark, die sich bewährte. Im Frühjahr gehörte Polster erstmals zum Kader von Teamchef Ralf Rangnick, Hedl stand nur auf der Abrufliste. Wie wird das am Dienstag aussehen? Zuletzt hatte Polster mehr Gelegenheiten, sich auszuzeichnen, als der ein Jahr ältere Hedl. Polster arbeitet auch mit einem Mentalcoach. Vermittelt hat ihm den mit Helge Payer der Tormann von Rapids letzter Meistermannschaft, der Polster seit längerer Zeit unterstützt.
Foto: SK Rapid/Widner.