Fußball

Bei Rapid ist Nervosität am größten: Wer verriet Vertrag mit Greil?

Zum dritten Mal fällt in den vier Saisonen seit der Bundesliga-Reform die Entscheidung, wer den Sprung unter die ersten sechs schafft, erst in der letzten Runde des Grunddurchgangs. Womit Ligavorstand Christian Ebenbauer sehr gut leben kann. Er sieht darin die Bestätigung, wie wichtig und richtig die Reform mit Zwölferliga, Punkteteilung nach 22 Runden und  Play-offs war. Wegen der Tatsache, dass erstmals seit langem die Stadion komplett gefüllt werden dürfen, erwartet er Sonntag sowohl bei Rapid -Austria Klagenfurt, Admira – Austria und Ried -Sturm Graz einen entsprechend guten Besuch. Rapid verkaufte bis Freitag 19.000 Karten. Das wird die größte Kulisse, seit Ferdinand Feldhofer Ende November Trainer bei Grün-Weiß wurde. Die sicher auch auf Peter Pacult, Rapids letzten Meistermacher in Diensten Klagenfurts, zurückzuführen ist.

Feldhofer behauptet, Rapid habe schon im Dezember beim 2:1 gegen Admira in der Südstadt, vergangenen Sonntag beim 2:0 in Innsbruck gegen WSG Tirol einen ähnlichen Druck gehabt, daher bedeute diese Situation nichts Neues. Aber die Nervosität in Hütteldorf scheint größer zu sein als beim Aufsteiger, beim Wiener Erzrivalen und in Ried. Reicht den Austrias aus Klagenfurt und Wien bereits jeweils ein Punkt, so müssen Grün-Weiß und Ried gewinnen, um unter den ersten sechs zu sein. Wenn es im Allianz-Stadion keinen Heimsieg gibt, würde Ried auch ein Unentschieden reichen. Auch wenn es nach außen hin klarerweise anders kommuniziert wird, scheint sich Rapid seiner Sache gar nicht so sicher zu sein.

Anders scheint es nicht zu erklären sein, dass Donnerstag in Kärnten, Freitag in Wien die Meldung an die Öffentlichkeit kam, wonach Patrick Greil, der im Sommer ablösefreie Mittelfeldspieler von Austria Klagenfurt, bereits einen Vertrag bei Rapid unterschrieben habe. Was Anfang Februar passierte. Das wollte zwar bei Rapid aus Respekt vor dem Gegner und dem Spieler keiner kommentieren, aber der Verdacht lag nahe, dass dies nur aus Hütteldorf lanciert worden sein konnte, um beim selbstbewussten Gegner für Unruhe zu sorgen. Solche schwache Aktionen könnte man durchaus auch als Indiz für mangelndes Vertrauen in die eigene Stärke sehen. Die ein Klub, der etwas auf sich hält, nicht nötig haben dürfte.

Rapid  streitet auch entschieden ab, Greils Sommertransfer, von dem Sport-Geschäftsführer Zoran Barisic dem Präsidium bereits berichtete, drei Monate vorher  publik gemacht zu haben; „Das kam hundertprozentig nicht von uns“, versicherten Barisic und Kommunikationschef Peter Klinglmüller. Greil wurde bereits Anfang der Woche von der „Kärnten-Krone“ davon unterrichtet, dass dies im Vorfeld des Spiels zu lesen sein wird. Unter Berufung auf Quellen aus Wien. In Kärnten gibt es ein weiteres Gerücht über Rapid: Wolfsberges israelischer Mittelfeldspieler Eliel Peretz, im Sommer so wie im Greil ohne Ablöse zu haben, soll ein heißes Thema sein. Dazu würde passen, dass Feldhofer Trainer von Wolfsberg war, als Peretz verpflichtet hatte, er den 26 jährigen damals selbst in Israel gescoutet hatte. Kommen Greil und Peretz, die ähnliche Spielertypen sind? Beide haben die gleichen Berater von der Connexion-Agentur. Die behaupten, dass trotz Greil die Peretz-Gespräche nicht abgebrochen wurden.

Zugegeben hat Rapid „nur“ die Unterschrift von Bernhard Zimmermann. Der 20 jährige Stürmer, der letzten Sonntag beim 2:0 in Innsbruck sein Bundesligadebüt gefeiert hatte, war im Sommer 2020 als Torschützenkönig der U 18-Liga aus der Akademie St. Pölten nach Hütteldorf gekommen. Der im Juni auslaufende Vertrag wurde um drei Jahre bis 2025 verlängert.  Barisic bezeichnete Zimmermann als Spielertyp, der sehr gut zu Rapid passt: „Wir leisten gerade Pionierarbeit, um in Zukunft die Früchte davon ernten zu können!“

 

Foto: FotobyHofer/Christian Hofer.

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