Fußball

Beim Fußball raufen fehlte Rapid die Effizienz: „Wir sind auf einem guten Weg!“

Wenig Torchancen beim 2:1 (1:0) von Sturm Graz gegen Rapid, keine spielerische Leckerbissen, hingegen viel Kampf, insgesamt 29 Fouls (davon 23 von Sturm Graz). Wer nachher meinte, vor 15.000 Zuschauern sei mehr Fußball „gerauft“ als gespielt worden, lag damit nicht falsch. Sturm schaffte so den vierten Sieg in Serie und acht Punkte Vorsprung auf den Dritten Rapid, dem nächsten Sonntag beim „Retour-Raufen“ in Hütteldorf die gesperrten Innenverteidiger Emanuel Aiwu und Kevin Wimmer fehlen werden.

Trainer Ferdinand Feldhofer sprach von einem gebrauchten Tag. Weil Thorsten Schick sich zehn Minuten vor Anpfiff wegen Übelkeit abmeldete, Srdjan Grahovac schon nach drei Minuten mit einer Wadenverletzung raus musste, Linksverteidiger Jonas Auer zur Pause nicht mehr weiter konnte. Verschärfte die Situation nach all den Ausfällen. Warum dann Kelvin Arase, der während der Woche voll trainierte, nicht zum Kader gehörte, bleibt daher rätselhaft. Weil er im Sommer Rapid verlässt? Das wäre kurzsichtig.

Rapid diktierte mitunter, hielt das Geschehen meist offen, aber hatte keinen Spieler, der Akzente setze. Wie Jakob Jantscher mit seinem elften Saisontor und seiner zwölften Torvorlage. Aus Rapid-Sicht ein schlimmer Patzer von Auer und Wimmer, dass sie sich vor Sturms Führung vom Routinier ausspielen ließen. Aus Sturm-Sicht ein Highlight des 33 jährigen. So kam Jantscher in den Strafraum, seinen Pass zur Mitte „verwandelte“ Aiwu in einem Torschuss. Der abgefälschte Ball ging via Innenstange über die Linie. Führung nach 25 Minuten.  Beim 2:0 ließ der mit der gelben Karte belastete Aiwu Rasmus Höjlund bis zum Strafraum laufen statt ihn zu attackieren (Bild oben). Dann traf der Däne mit links genau ins lange Eck. Das sechs Tor des Winterkaufs. Passierte nach 61 Minuten.

Rapids Tor fiel erst in der Nachspielzeit. Nach einem Eckball von Marco Grüll durch Ferdy Druijf. Ein Mittelding zwischen Kopf- und Schulterball.  Das störte Sturm nicht mehr. Ebenso, dass Rapids Verlierer wie Grüll oder Wimmer Grün-Weiß als spielerisch besser einschätzten: „Wir bekamen leider Scheißtore“, klagte Wimmer. Feldhofer sah in der Niederlage keinen Beinbruch: „Wir brachten Sturm an die Grenzen, traten trotz aller Probleme selbstbewusst auf. Wir sind auf einem guten Weg, werden auch wieder belohnt werden!“

Aber Vizemeister wie in den letzten zwei Saisonen wird sich nicht mehr ausgehen. Platz drei wird das höchste der Gefühle sein. Im Kampf gegen die Austrias aus Wien und Klagenfurt und Wolfsberg. Das Quartett liegt innerhalb von vier Punkten. Aufsteiger Austria Klagenfurt kürte sich mit dem 2:1 (2:1) im Derby bei Wolfsberg zur aktuellen Kärntner Nummer eins. Wolfsberg verlor alle fünf Spiele in der Meistergruppe, der Lokalrivale zwei weniger. Ausgerechnet in Wolfsberg gelang der erste Sieg. Vor allem dank der schnellen schwedischen Bayern-Leihgabe Timossi Anderson, der aus einem Konter die Führung erzielte, unmittelbar nach dem Ausgleich von Wolfsbergs Kapitän Michael Liendl die Flanke zum entscheidenden Kopftor von Florian Jaritz gab. Bei der „Revanche“ im Wörthersee-Stadion ist Andersson aber nach der fünften gelben Karte ebenso gesperrt wie Mittelfeldsport Christopher Cvetko. Alle Sperren der Klagenfurter Gelb- und Rotsünder zusammen machen inzwischen 23 Spiele aus.

Foto: Gepa/Admiral.

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