Fußball

Der Schiedsrichter entschuldigte sich bei Verlierer Austria

Nichts wurde es mit dem Meistertitel zu Ostern für Red Bull Salzburg. Obwohl der dritte Saisonsieg gegen die Wiener Austria gelang. Aber auch der Zweite Sturm Graz holte drei Punkte. Meisterlich war die Salzburger Darbietung beim 2:1 (0:0) vor 9600 Zuschauern in der Wiener Generali Arena nicht. Wenn der Schiedsrichter und sein Assistent helfen, dann reichen mittelmäßige Darbietungen zum Sieg. Die Hilfe bekamen die Bullen, wie ihr Trainer Matthias Jaissle fair zugab. Vom Unparteiischen Christian-Petru Ciochirca und dessen Assistenten Robert Steinacher. Dass Ciochirca nach Schlusspfiff seinen Fehler erkannte und sich entschuldigte, sehr ihn zwar. Aber das hilft der Austria nicht. Ein möglicher Punkt weg.

Mutig präsentierte sich der Außenseiter gegen den Tabellenführer. Im 3-4-3-System mit drei Inennverteidiger (Eric Martel, Lukas Mühl und Lucas Galvao) bot Trainer Manfred Schmid seine beweglichsten und schnellsten Spieler auf. Daher kam an vorderster Front der 19 jährige Romeo Vucic zu seinem ersten Einsatz in der Startelf, blieb Marco Djuricin auf der Bank. Der Matchplan schien aufzugehen. Austria machte es gut, hielt dagegen, Salzburg meist vom Tor weg, über außen bereitete Cem Keles und Aleksander Jukic Salzburgs Kapitän Andreas Ulmer und Rasmus Kristensen mitunter Probleme. Es gab bis zur 51. Minute wenige Torszenen und Aufreger.

Für die sorgte dann Ciochirca. Zunächst zeigte er nach einem Foul von Galvao an Nicolas Capaldo auf den Elfmeterpunkt, obwohl es außerhalb des Strafraums passierte. VAR Rene Eisner wies ihn auf den Fehler hin, also gab es Freistoß. Den schoss Luka Sucic, Capaldo köpfelte an die Latte. Aber der Schiedsrichter gab Eckball, ließ sich davon auch von Reklamationen der Austrianer nicht abbringen. Auch Assistent Robert Steinacher „unterstützte“ die Fehlentscheidung. Eisner konnte aus dem Meidlinger Videokeller nicht eingreifen. Laut VAR-Reglement fiel dies nicht unter schwerwiegende Fehlentscheidungen, obwohl es eine werden sollte. Weil aus dem Eckball Salzburgs Führungstor durch Junior Adamu fiel. Ein Eckball gelten als Tatsachenentscheidung. Einen ähnlichen Fall gab es letzten Sommer bei der Europameisterschaft im Viertelfinale zwischen Dänemark und der Tschechoslowakei in Baku. Beim 2:1 der Dänen fiel das Führungstor nach einem Eckball, der keiner war. Damals war es eine Fehlentscheidung des holländischen Referees Björn Kuipers.

Austria gelang noch der Ausgleich. Jukic trickste im Strafraum Salzburgs Innenverteidiger Kamil Piatkowski aus, kam zum Schuss, Salzburgs Tormann Philipp Köhn hielt. Weil aber zuvor bei Piatkowski auch die Hand dabei war, entschied Ciochirca auf Elfmeter. Was der VAR bestätigte. Jukic traf zum 1:1. Aber Salzburg hatte mehr Qualität auf der Ersatzbank. Das sollte entscheiden. Nach 74 Minuten brachte Schmid Noah Ohio für Vucic, Jaissle Zlatko Junuzovic für Capaldo. Vier Minuten später fiel Salzburgs Siegestreffer.

Weil Junuzovic einen Fehlpass von Keles im Zentrum mit der Brust herunter stoppte. Dann mit links den Ball ideal in den Lauf des bereits nach 58 Minuten für Junior Adamu eingewechselten Schweizer Noah Okafor brachte, der an Martel vorbeikam und ideal zurück in den Strafraum spielte, wo Sucic den Rest erledigte (Bild oben). Nach 86 Minuten zog Schmid mit Dominik Fitz seinen letzten Joker. Der schien zu stechen. Riesenjubel in der Nachspielzeit nach einem Freistoß von Fitz zu vermeintlichen 2:2. Das wäre bei seinem ersten Einsatz in diesem Jahr sein erstes Saisontor gewesen. Aber Ciochirca und der VAR ließen es nicht gelten. Weil Ohio in Abseitsposition Kühn behinderte.

Eine richtige Entscheidung. Keine Diskussion gab es, dass der Schiedsrichter der Austria ein faules Osterei ins Netz legte. Ciochirca sorgte im „Sky“-Interview zu seiner Leistung für schwer nachvollziehbare Internas aus der Schiedsrichterszene. Als er meinte, seiner Meinung wäre die Entscheidung auf Elfmeter für Salzburg richtig gewesen, aber er habe die Szene in der Videoarea nicht überprüft, weil es dann laut geltenden Richtlinien vom Beobachter Abzüge für seine Leistungen geben würde. Was geradezu skurril ist.

Aus Italien kamen Meldungen von einem angeblich fest stehenden Sommertransfer von Salzburg: Der brasilianische Stürmer Fernando soll dem Meister sechs Millionen Ablöse für Schachtjor Donezk wert sein. Fernando stammt aus Belo Horizonte, spielte in Brasilien für Palmeiras Sao Paulo, ist seit 2018 in Europa, war von Schachtjor ein Jahr an Sporting Lissabon verliehen. Fernando, der bei Schachtjor einen Vertrag bis 2024 hat, wäre mit 23 Jahren für einen Salzburger Einkauf fast ungewöhnlich „alt“.

 

 

Foto: Red Bull Salzburg.

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