Fußball

Buffon, Iniesta und Steffen!

Den Anfang machte Samstag Nachmittag Gianluigi Buffon mit seinem letzten Spiel im Tor von Juventus. 63 Minuten lang beim 2:1 über Absteiger Hellas Verona, bei 2:0 unter Riesenjubel ausgetauscht, lief vor 41.500 Tifosi noch eine Ehrenrunde. Sonntag Nachmittag ist Steffen Hofmann mit dem letzten Bundesligaeinsatz in Rapids Allianz-Stadion gegen Altach an der Reihe. Am Abend folgt dann Andres Iniesta mit seinem letzten Match im Nou Camp für seinen FC Barcelona gegen Real Sociedad. Buffon verabschiedete sich nach 17 Jahren von Juventus, Iniesta nach 18 von Spaniens Meister, Hofmann nach 16 von Rapid. Man kann es als Abschied von Giganten bezeichnen. Das waren alle drei für ihre Klubs. Auch wenn Rapids Ehrenkapitän natürlich nicht mit den internationalen Erfolgen von  Buffon (Weltmeister, Vize-Europameister, neunmal Meister, viermal Cupsieger und dreimal Finalist in der Champions League) und Iniesta (Weltmeister, zweimal Europameister, viermal Triumph in der Champions League, achtmal Meister sechsmal Cupsieger) mithalten kann, er prägte doch seinen Verein ähnlich wie Buffon und Iniesta. Zum Unterschied von den Weltgrößen hört er auch auf. Bei Buffon platzte eine kleine Bombe: Er soll mit 40 zu Paris St. Germain übersiedeln. Die Besitzer von Frankreichs Meister aus Katar locken mit sieben Millionen Euro für einen Zweijahresvertrag, dazu soll Buffon WM-Botschafter für Katar sein. In Paris hätte Buffon noch einmal die Chance, die Champions League zu gewinnen. Iniesta spielte in Japan weiter, bei Vissel Kobe mit Deutschlands Weltmeister Lukas Podolski. Der Besitzer von Kobe ist Hauptsponsor von Barcelona.

Bis auf  den Cupsieg schaffte Hofmann mit Rapid für österreichische Verhältnisse auch alles: Zweimal Meister, Aufstieg in die Champions League, Gruppensieger in der Europa League, als erster Mittelfeldspieler Torschützenkönig in der Bundesliga Peter Klinglmüller, der grün.weiße Kommunikationschef, analysierte die 16 Hofmann.Jahre genau: Der Spieler, mit dem er am öftesten für Rapid kämpfte, ist jetzt Tormanntrainer. 226 Partien bestritt Hofmann mit Payer, zwölf weniger mit Verteidiger Markus Katzer, der Hofmann als „Messi von Rapid“ bezeichnete. Die meisten Meisterschaftsspiele, nämlich 49, absolvierte Steffen gegen Salzburg, gefolgt von 48 Wiener Derbys gegen die Austria.  Die meisten Siege (24) gelangen gegen Ried, die meisten Tore (12) erzielte er gegen Austria und Sturm Graz, zehn gegen Serienmeister Salzburg.

Bei 182 Pflichtspielen war Peter Pacult Hofmanns Trainer, Zoran Barisic kam auf 132, Hofmanns „Vaterfigur“ Josef Hickersberger auf 128. Nur 19 Einsätze gab es in 13 Monaten unter Goran Djuricin, dabei zwei Tore. Die erzielte er beim Djuricin-Einstand als Cheftrainer gegen Altach am 25. April 2017. Vielleicht sollte Djuricin jemand daran erinnern. Und der zeigt soviel Anstand, Hofmann Sonntag gegen die Vorarlberger so wie damals wieder von Beginn an einsetzen. Auch wenn es um Platz drei geht. Denn Rapid kann mit Hofmann nur besser und planvoller spielen als eine Woche zuvor bei der  Abfuhr gegen Salzburg. Wieder nur ein Einsatz über weniger als zehn Minuten, wäre eine würdelose Gemeinheit. Auf diese Idee käme bei Juventus und Barcelona keiner.

Hofmanns letztes Meisterschaftsspiel in Hütteldorf ist auch eine Premiere: Das erste, bei dem der Papst Rapid-Mitglied ist. Denn Mittwoch überreichte Präsident Michael Krammer bei den grün.weißen Privataudienz in Rom dem Papst die lebenslange Rapid-Mitgliedschaft, Kapitän Stefan Schwab schenkte ihm ein Rapid.Trikot mit der Nummer 10 und darüber „Papa Francesco“. Vielleicht hilft´s vier Tage später.

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