Fußball

Kvilitaias Knöchelbruch brachte Rapids Planungen durcheinander

Photofinish zwischen Rapid und LASK in den letzten zwei Runden um Platz drei: Rapid empfängt Sonntag Altach, spielt zum Abschluss eine Woche später in Wolfsberg. Der Linzer Aufsteiger, der einen Punkt zurückliegt, kann noch daheim gegen die Kärntner sowie in Mattersburg punkten. Rapids Ex-Altacher Lucas Galvao ist wieder fit, müsste für mehr Stabilität im Abwehrzentrum sorgen. Aber Grün-Weiß muss aufpassen: Im Herbst setzt es gegen Altach eine 1:2-Heimniederlage. Rang drei noch zu verlieren, wäre schlecht für alle Beteiligten in Grün-Weiß. Von Sportchef Fredy Bickel angefangen über Trainer Goran Djuricin bis zu den Spielern, von denen es für fünf  das letzte Heimspiel in der Bundesliga ist: Für den zum 1.FC Köln wechselnden Louis Schaub (Bild oben rechts). Für Mario Pavelic, der nach Kroatien zu Ex-Meister Rijeka und zu seinem ehemaligen Mitspieler Srdan Grahovac sowie zum Ex-Austrianer Alexander Gorgon übersiedelt und eine Lücke als rechter Verteidiger hinterlassen wird, auch wenn das bei Rapid viele anders sehen. Sowie  für Joelinton und Thanos Petsos, die Hoffenheim und Werder Bremen gehören. Alle vier könnte man theoretisch in Hütteldorf nochmals spielen sehen.  Ehrenkapitän Steffen Hofmann abgesehen von seinem Abschiedsspiel am 22.Juli nicht mehr.

Irgendwie muss es Rapids weh tun, dass die Bundesliga erstmals Peter Zulj, den Mittelfeldmotor von Sturm Graz (Bild links) zum Spieler der Saison wählte. Als ersten seit fünf Jahren, seit Philipp Hosiner, der nicht von Red Bull Salzburg kommt. Und seit sechs deer erste, der nicht beim Meister spielte. Damals war es Zlatko Junuzovic. Weil der 24jährige Zulj eine grün-weiße Vergangenheit bei den Amateuren hat, vor fünf Jahren die Chance bekam, in die Kampfmannschaft zu übersieden. Nach einer Woche Training gab er auf, weil er sich nicht reif dafür fühlte. Hätte er damals schon etwas von seinem heutigen Profidenken gehabt, würde sich Bickel einige Planungssorgen ersparen. Zulj ist für die mächtige deutsche Agentur „Rogon“ gut genug, um ihn zu beraten. Das verbindet ihn mit Rapids Saisonentdeckung Dejan Ljubicic und Joelinton. Bickel gab erst Freitag offiziell zu, dass es keine Chance gibt, den Brasilianer zu halten. Aber das war seit Monaten klar. „Rogon“ will Joelinton, auch wenn Hoffenheim weiter keine Verwendung für ihn hat. lieber am deutschen Markt platzieren, selbst in der zweiten Liga.

Rapids Planungen für eine bessere Saison brachte das Freitag-Training schwer durcheinander. Weil Giorgi Kvilitaia einen Knöchelbruch erlitt, drei Monate ausfällt. Damit ist wohl der Millionen-Verkauf des Georgiers vom Tisch, hat Rapid künftig mit den neu engagierten Serben Andrija Pavlovic und Kvilitaia zwei Mittelstürmer ähnlichen Typs. Aber zu Saisonbeginn nur Pavlovic. In die letzte Saison ging Rapid mit Kvilitaia, Joelinton und Philipp Prosenik.  Von denen ist nur noch Kvilitaia da und der außer Gefecht. Rapid also auf Stürmersuche`? Der 23jährige Armin Munjakic, der zum aktuellen Kader gehört, erhielt unabhängig von der Freundschaft zwischen seinem Vater Senad und Djuricin noch keinen neuen Vertrag. Also wird wohl wer gekauft werden. Der 27jährige Kroate Matej Jelic gehört noch Rapid, aber der wurde in Rijeka bereits im März vom Training frei gestellt. Der Name Nikola Dovedan war zuletzt öfters in Hütteldorf zu hören. Der aus Tulln stammende ehemalige U21-Teamspieler kam nach dem Wechsel von Altach in die zweiten deutschen Liga bei Heidenheim zu 29 Einsätzen, 16 von Beginn an, auf sechs Tore und fünf Assists. Ist eher eine hängende Spitze für die zentrale Position. Eine stärkere Saison als Dovedan in Heidenheim spielte Konstantin Kerschbaumer bei Arminia Bielefeld. Aber der gehört Brentford, kostet mehr als eine Million Euro Ablöse. Die konnte sich Bielefeld nicht leisten.

Noch stärker unter Druck in Sachen Planungen als Rapid steht die Austria, die Sonntag beim Letzten St. Pölten gastiert. Der Robert Ljubicic, den zwei Jahren jüngeren Bruder des Rapidlers, einen Profivertrag bis 2020 gab. Der bewies seine Bundesligatauglichkeit letzte Runde beim 2:1 in Altach. Austria feierte den fixierten Aufstieg der violetten Amateure unter Andy Ogris in die neue zweite Liga als extrem wichtg, wie sich Vorstand Markus Kraetschmer freute, weil er darin eine bessere Ausbildungsplattform für die Talente als bisher sah. Aber Austria braucht vor allem Führungsspieler. Im Internet kursierte das Gerücht vom Platzsturm, den Austria-Fans in St. Pölten vorhaben sollen, wenn es dort nicht nach Asutrais erstem Sieg seit sechs Runden aussieht.

St. Pöltens Chancen, ohne Relegation in der Bundesliga zu blieben, stiegen Freitag durch Hartbergs 1:0 in Ried. Respekt vor den Steirern, denen in zwei Instanzen die Lizenz für die Zwölferliga verweigert wurde, dass sie sich nicht hängen lassen, Platz zwei hinter Fixaufsteiger Wacker Innsbruck fixierten. Das Kompliment gilt den zu Wolfsberg wechselnden Trainer Christoph Ilzer und allen Spielern. Auffällig, wie temperamentvoll Präsident Brigitte Annerl in Ried jubelte. Ob man via neutrales Schiedsgericht noch einen Anlauf zur Lizenz unternimmt, bleibt offen. Ried ist nur Vierter hinter Wr.Neustadt. Bleibt es in den letzten zwei Runden der zweiten Liga so,  wäre der fix eingeplante Aufstieg dahin. Und Manager Fränky Schiemer in noch größerer Bedrängnis.

Foto: © SK Sturm Graz Media.

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