Ein Horrormonat Oktober ohne einen einzigen Punkt blieb Rapid erspart. Entscheidend für das 2:0 (2:0) in Ried nach fünf Niederlagen hintereinander war auch der Tormannwechsel, zu dem sich Trainer Peter Stöger nach Patzern von Niklas Hedl bei drei der fünf Pleiten entschloss, um ihm den „Rucksack“ abzunehmen, wie er im „Sky“-Interview vor Anpfiff meinte. So kam der 28 jährige Steirer Paul Gartler (Bild) zu seinem ersten Pflichtspiel seit April und bestätigte seinen Ruf, nicht nur der beste zweite Tormann der Liga zu sein, sondern auch das Können für eine Nummer eins zu haben. Indem er Rapid zu Beginn, als Ried die aktivere und bessere Mannschaft war, im Spiel hielt, mit starken Reaktionen einen 0:2-Rückstand verhinderte: „Ich wusste, dass ich zu Beginn der Mannschaft helfen muss“, meinte Gartler bescheiden. Nach Schlusspfiff gratulierte ihm Hedl noch auf dem Rasen. Spielt Gartler weiterhin so, dann wird Held auf seine Rückkehr ins Tor noch etwas warten müssen. Rieds Trainer Max Senft bezeichnete Rapids Tormannwechsel als einen „starken Kniff“ von Stöger.
Der bei der taktischen Variante mit drei Innenverteidigern blieb, aber Jannes Horn durch Nenad Cvetkovic ersetzte. Der zweite entscheidende Grund, warum Rapid auf die Siegesstraße fand, hieß Nikolaus Wurmbrand. Seine Einzelleistung zum Führungstreffer, der entgegen dem Spielverlauf fiel, war herausragend: Gekonntes Dribbling im Strafraum an zwei Riedern vorbei, mit links genau ins kurze Kreuzeck. Spricht für Mut und Klasse des 19 jährigen Talents. Damit bekam Rapid das Match in den Griff. Um so mehr, als Ercan Kara nach Vorarbeit von Furkan Demir einen Fehler von Rieds Kapitän Michael Sollbauer, der an seine Rapid-Zeit erinnerte, zum 0:2 nach 34 Minuten nützte. Im Finish hielt Rapid dagegen, ließ nichts mehr zu: „Charaktertest bestanden“ konstatierte Stöger zufrieden. Das war vor dem Schlager im Cupachtelfinale am Mittwoch bei Zweitliga-Tabellenführer St. Pölten und dem Spitzenspiel gegen Tabellenführer Sturm vier Tage später auch dringend notwendig. Die Lage ist etwas entspannt. Vielleicht kann Stögers Co-Trainer Thomas Sageder jetzt doch Dienstag als Assistent von Teamchef Hermann Stadler mit Österreichs U 17 zur WM nach Katar fliegen. Es würde kein gutes Zeichen für Grün-Weiß sein, sollte der Innviertler, der schon in der Qualifikation auf der Tranerbank beim Nachwuchsteam war, auf dieses Highlight verzichten müssen.
Für Ried bedeutet die Niederlage keinen Beinbruch. Der Aufsteiger ist vor der zweiten Hälfte des Grunddurchgangs noch voll im Kampf um Platz sechs dabei. Fünf Mannschaften, Altach, Ried, Hartberg, LASK und WSG Tirol, trennen nur zwei Punkte.
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