Meister Sturm Graz bezog als einziger der drei österreichischen Europacupverlierer drei Tage später erneut eine Niederlage erneut, verlängerte mit der 1:3 (0:3)-Heimpleite gegen Wolfsberg die sieglose Serie gegen den Cupsieger auf fünf Spiele. Drei Tore zwischen der 12. und 32. Minute durch Den Zukic, Simon Piesinger und Rene Renner sorgten für den ersten Sieg im zweiten Spiel unter Peter Pacult, für den das eine kleine persönliche Genugtuung gewesen sein mag. Denn sein „Unglück“ bei Austria Klagenfurt begann im November 2024 mit einem 0:7-Debakel bei Sturm. Sonntag wusste er offenbar genau, wie man Sturms Schwächen ausnützt. Trainer Jürgen Säumel verpokerte sich vielleicht auch mit der Aufstellung, weil er wegen der Dreifachbelastung Otar Kiteishvili, ohne den beim Meister wenig geht, und Maurice Malone bis zur 57. Minute draußen ließ. Schon nach 37 korrigierte er seine Aufstellung zweimal, wechselte Verteidiger Jeyland Mitchell und Talent Jcaob Hödl, aber es war nichts mehr zu machen. Auch nicht nach dem Anschlusstor durch Hödls Nachfogler, den Polen Filp Rozga. Und trotz Hilfe durch Schiedsrichter Jsef Spurny, der Wolfsbergs Kapitän Dominik Baumgartner die gelb-rote Ampelkarte zeigte, obwohl er völlig korrekt gegen den Franzosen Axel Kayombo den Ball spielte. Wenn es bei den Fußballrichtern so etwas wie einen Gerechtigkeitssinn gibt, dann darf Baumgartner nicht für das nächste Spiel gesperrt sein, sondern muss freigesprochen werden.
Sturm blieb trotz Niederlage Tabellenführer. Red Bull Salzburg schloss mit dem 3:0 (2:0)-Auswärtssieg über Austria punktmäßig zu Sturm auf, hat auch die um einen Treffer bessere Tordiffrenz. Aber bei der Bundesliga hat schon jetzt das direkte Duell „Vorrang“, das Sturm 2:0 gewann. Daher ist auch Rapid Dritter vor Wolfsberg, beide haben nur je einen Punkt Rückstand auf das Spitzenduo. Sturms „Vorteil“ ist das Nachtragsspiel im Dezember gegen WSG Tirol. Salzburg blieb zwar in der Generali-Arena vor 14.400 Zuschauern zum 23. Mal in Folge gegen die Austria unbesiegt. Das Ergebnis täuscht. So souverän waren die „roten“ Bullen wirklich nicht. Aber die Austria war bei ihrer zweiten Heimniederlage hintereinander nur ambitioniert, nicht mehr. Weder gefestigt in der Defensive noch durchschlagskräftig im Angriff. Daher war die Erleichterung über das „zu null“ und den Sieg bei Salzburgs Trainer Thomas Letsch groß. Dass nicht alles so lief, zeigt schon, dass er zur Pause trotz 2:0 mit dem schwachen Ex-Austrianer Frans Krätzig und Mitläufer Yoube Vertessen zwei Spieler austauschte, Verlierer Stephan Helm hingegen keinen.
Letsch stellte gegenüber der Heimpleite gegen Ferencvaros um: Der Japaner Soto Kitano war der entscheidende Griff dabei: Er erzielte nach acht Minuten bei der ersten Chance, die sich auch durch eine verunglückte Rettungsaktion von Austrias Innenverteidiger Dejan Radonjic ergab, die Führung, als der Südkoreaner Taeseok Lee nicht mehr an den Ball kam (Bild) und er war auch am zweiten und dritten Tor beteiligt. Beim 2:0 nach erst 16 Minuten bewies der „Schiedsrichter des Jahres“, der Tiroler Walter Altmann, dass er selbst einmal Fußball gespielt hat. Er pfiff nach einem Foul von Manprit Sarkaria an Kitano nicht ab, gab Vorteil, so entstand die Aktion zum zweiten Treffer. Bei dem sechs Austrianer gegen drei Salzburger im eigenen Strafraum nicht verhinderten, dass Edmund Baidoo zur Mitte passte, dort Kerim Alajbegovic an den Ball und zum Schuss kam. Vorige Saison war die Austria defensiv deutlich stabiler als in den ersten elf Runden.
Als die Austria nach der Pause noch mehr riskierte, verschaffte Kitano dem für Vertessen gekommenen Tim Trummer mit einem Pass freie Bahn, der noch 19 jährige Steirer aus dem GAZ Süd in Graz nütze dies zu seinem ersten Bundesligator. Das nach 56 Minuten Austrias endgültiges k.o. bedeutete. Stark diesmal der 19 jährige Tiroler Jannik Schuster, Sohn des ehemaligen österreichischen Skispringertrainers, als Innenverteidiger. Austria kam zwar zu einer Serie von Eckbällen und Freistößen, aber daraus entstanden keine klaren Chancen. So blieb es bei Platz fünf. Zu einem kurzen Debüt in der Bundesliga kam der 19 jährige Mittelfeldspieler Dominik Nisandzic.
Foto: RB Salzburg/Michael Meindl.