Fußball

Das erste „Derbijem“ für Barisic: Kontakt zu Kavlak

Seit Zoran „Zoki“ Barisic bei den Grün-Weißen in Slowenien das Sagen hat, gab es mehr Grund zum Jubeln als zum Ärger. Olimpija Laibach gewann von sechs Spielen vier, verlor keines. Über eines der zwei Unentschieden kann sich Barisic noch immer ärgern, weil es dabei ein Schussverhältnis von 27:2 gab. Eine Überlegenheit, die etwas an einige Partien Rapids in seinen drei Hütteldorfer Trainerjahren erinnerte. Einen Punkt konnte Laibach in diesen sechs Runden auf den großen Rivalen, Tabellenführer NK Maribor, aufholen. der Rpckstand beträgt noch fünf Zähler.  Samstag Nachmittag wartet die große Bewährung: Das ist das erste slowenische „Derbijem“ für Barisic zwischen Maribor und Laibach im Ljudski-Stadion, das 12.700 Zuschauer fasst. Irgendwie wie Austria-Rapid auf slowenisch. Kein Stadtderby, sondern eines mit 125 Kilometern Entfernung. Vor dem Spitzenspiel zwischen Platz eins und zwei jeden Tag Schlagzeilen in den Medien, Pressekonferenzen usw.

Recht zufrieden ist Barisic mit den ersten zwei Monaten in Laibach: „Das Pressing funktioniert besser, wir attackieren höher, sind spritziger und aggressiver. Aber es muss noch besser werden.“ Einen Knipser würde er halt gut brauchen können. Da waren Gedanken an Robert Beric und erfolgreiche gemeinsame Zeiten bei Rapid da, aber nicht lange. Einerseits, weil es finanziell kaum zu stemmen wäre, den Mittelstürmer von St. Etienne in Frankreich zurück nach Slowenien holen. Und  weil Beric eine Vergangenheit bei Maribor hat, die möglicherweise für Probleme sorgen könnte. Ein ehemaliger Austria-Legionär, der  von Laibach nach Wien gekommen war, spielt  jetzt für Maribor: Dare Vrsic, der bei Violett von 2012 bis 2014 die Erwartungen nicht erfüllen konnte.

Bei fünf Punkten Rückstand sollte Barisic nicht seine erste Niederlage  mit Laibach kassieren: „Das wäre eine kleine Vorentscheidung, aber  die Saison ist noch lang“, behauptet er. Zumal er für den Winter einige Umbaupläne hat. Über seinen Assistenten Murat Topal gibt´s etwa ständig Kontakt zu Veli Kavlak. Umso mehr, als die siebente Schulteroperation bei ihm die Wende gebracht haben dürfte. Keine Schmerzen mehr, dreimal Reha am Tag, in zwei Wochen beginnt das Balltraining. Ein scheint so, als hätte Schulterpapst Herbert Resch, der zum Vorstand von Red Bull Salzburg gehört, einem mit Rapid-Vergangenheit die Karriere gerettet. Geschichten, die nur der Fußball schreibt.

Zurück zum Derbijem: Der Gegenspieler von Barisic auf der Trainerbank von Maribor war es auch früher über ein Jahr lang auch bei Sturm Graz, Nämlich Darko Milanic zwischen Juni 2103 und Ende September 2014, bevor er nach England zu Leeds wechselte, wo ihn der italienische Besitzer Massimo Celino nach sechs sieglosen Spielen zu Beginn wieder vor die Tür gesetzt hatte. Fünf Spiele zwischen den Trainern Milanic und Barisic gab es in der Bundesliga: Zweimal gewann Rapid, einmal Sturm, zwei Unentschieden. In Erinnerung bleibt das erste, das Rapid in Graz 4:2 gewann. Obwohl Max Hofmann damals schon in der ersten Minute die rote Karte für ein Elfmeterfoul die rote Karte gesehen hatte, drehte Rapid mit zehn Mann das Match um. Alle Rapid-Torschützen, Christopher Trimmel, Guido Burgstalleer, Brian Behrendt und Louis Schaub spielen inzwischen in Deutschland, von der damaligen Mannschaft gehört jetzt nur noch Mario Sonnleitner zum Kader. Noch lieber erinnert sich Barisic an ein Spielerduell gegen Milanic: 1. Juni 1996, 48.000 Zuschauer im ausverkauften Happel-Stadion, Entscheidung im Titelkampf. Barisic bei Rapid im Mittelfeld, Milanic bei Sturm Innenverteidiger. Endstand 2:0 für Rapid und eine riesige grün-weiße Meisterparty, Sturm Zweiter.

Der Mann bei NK Maribor hinter Milanic ist ein großer Name in Sloweniens Fußball: Sportchef Zlatko Zahovic, der als Spieler 80 Länderspiele bestritt, mit Valencia 2001 im Mailänder Finale der Champions League gegen Bayern München im Elferschießen verlor, viermal Meister in Portugal, einmal in Griechenland war.  Sein Sohn Luka stürmt für Maribor. Im Tor steht der 40jährige Jasmin Handanovic, dessen jüngere Bruder die Nummer eins bei Inter Mailand ist.  Für Tore sorgt seit zehn Jahren der nunmehr 34jährige Brasilianer Marco Tavares. Bisher brachte er es aus 137. Gegen ihn bringt Barisic einen Ex-Admiraner: Kamerun-Legionär Macky Bagnack, beim FC Barcelona in der Talenteschmiede „La Masa“ ausgebildet. Im Mittelfeld beginnt ein Österreicher mit Salzburg-Vergangenheit: Stefan Savic. Barisic: „Wir haben Respekt, trauen uns aber den Sieg zu!“

 

Foto: © NK Olimpija Media.

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