Fußball

Das Team vor Dublin im Emoji-Check

Seine Taktik heißt siegen. Das verrät Marcel Koller im neuen TV-Werbespot seines Sponsors tipp3. Da kann man dem Teamchef nur zurufen: Dann gewinnt mal Sonntag in Dublin schön. Denn ansonst bleibt Herbert Prohaska der letzte Teamchef, der mit Österreich die Qualifikation für eine Weltmeisterschaft schaffte. Geschehen bereits vor 20 Jahren. Wie ist aber die Stimmungslage beim Team, das Dienstag von Stegersbach ins Wiener Hotel Kempinski übersiedelte, bis zum Abflug nach Dublin am Samstag in der Südstadt trainiert? Wie die Stimmung bei den Spielern ist, zeigen Emojis. Das sind Comic-Gesichter, mit denen in Kurznachrichten Emotionen ausgedrückt werden.  Am stärksten vertreten ist die Grübel-Fraktion. Gefolgt von einem Trio,  bei dem es brodelt. Es gibt auch Happy, Lachen, Abflug,  Mister Cool, Zwinker, Grinse,  Grummel, Fragezeichen, Party und Herzchen.

 GRÜBEL

Das beginnt bei der Nummer eins, Heinz Lindner. Er weiß, wie wichtig sein zweites Match im Aviva-Stadium für den weiteren Verlauf seiner Karriere ist. Er kann alle Diskussionen, ob er der richtige Tormann für die Zukunft ist, zum Verstummen bringen. Und  seinem neuen Klub  Grasshoppers Zürich bestätigen, mit ihm die richtige Wahl getroffen zu haben.

Kevin Wimmer grübelt, für wen er nächste Saison spielen soll. Nochmals bei Tottenham zu warten, ob sich einer der belgischen Innenverteidiger, Toby Alderweireld oder Jan Vertonghen verletzt, um zu Spielpraxis zu kommen, wäre nicht gut für seine Karriere. Und selbst dann, schenkte ihm Trainer Mauricio Pochettino mitunter nicht das Vertrauen, sondern zog Englands Teamspieler Eric Dier ins Abwehrzentrum zurück. Interesse an Wimmer gibt´s in Deutschland und der Premier League. Der Vertrag bei Englands Vizemeister läuft bis 2021, Tottenham will ihn nur verleihen.

Stefan Stangl: Auch ihm würde eine weitere Saison auf der Ersatzbank Salzburgs oder auf der Tribüne nicht gut tun. Ohnehin ein „Wunder“ von Kollers Gnaden, dass er trotzdem im Teamkader steht. Kroatiens Doublegewinner NK  Rijeka soll eine Option sein.

Louis Schaub: Privat in absoluter Hochstimmung, da er im August Vater wird. Aber die verpatzte Saison mit Rapid nagt an ihm. Das bewiesen seine Tränen nach dem Klagenfurter Cupfinale. Er kann bei Grün-Weiß aus dem Vertrag heraus, hat Angebote. Und ist nicht mehr nur auf Deutschland fixiert.

 BRODEL

Aleksandr Dragovic schiebt nach der verpatzten Saison in Leverkusen Frost. In ihm brodelt´s. Dublin ist die Chance, zu zeigen, wie gut er wirklich ist und sich  dem neuen Trainer in Leverkusen,wer immer das auch sein wird, zu empfehlen.

Bei Florian Kainz ist es ähnlich. Er musste bei Werder Bremen schwere Zeiten durchmachen, ehe er im Frühjahr Gelegenheit bekam, als Joker aufzuzeigen. Aber Trainer Alexi Nouri  scheint immer noch nicht richtig von ihm überzeugt zu sein. Ist es Koller? Eine starke Partie in Dublin könnte Kainz bei Werder  helfen.

Michael Gregoritsch ist von der Effizienz her mit fünf Toren aus 30 Spielen der beste Stürmer des Hamburger SV. Versteht nicht ganz, warum er nur 14mal von Beginn an ran durfte. Er wird auch in Dublin nicht zur Startelf gehören.

 HAPPY

Marcel Kuster ist zum zweiten Mal beim Team dabei, hat zuvor mit Mattersburg als zweitbeste Mannschaft im Frühjahr den Klassenerhalt geschafft. Auch ein Verdienst des Tormanns. Beim Team auf der Bank zu sitzen,ist ein netter Saisonabschluss.

Valentino Lazaro: Wieder ein Double mit Salzburg, entscheidendes Tor im Cupfinale. Bei Koller auf Grund seiner Schnelligkeit immer höher im Kurs. Dazu erste Anfragen aus dem Ausland.

 LACHEN

Stefan Lainer schaffte bei  Salzburg  den Sprung zur festen Größe und erstmals das Double. Sein Vertrag wurde verlängert. Auch im Team gehört ihm die Zukunft.

Konrad Laimer steht erstmals im Teamkader, könnte sogar in Dublin debütieren. Und der bevorstehende Wechsel zu RB Leipzig bringt  den nächsten Sprung nach oben auf der Karriereleiter.

 ABFLUG

Florian Klein ist für die Zukunft dem Bundesligaaufsteiger VfB Stuttgart zu alt. Ebenso Red Bull Salzburg für eine Rückkehr. Also heißt es für den 30jährigen Abflug, der nicht freiwillig ist. Womöglich liegt seine Zukunft in Israel bei Maccabi Haifa.

Bei Marc Janko standen die Zeichen ähnlich. Er hätte sich auch eine dritte Saison beim FC Basel vorstellen können, 13 Tore wäre ja eine Empfehlung. Aber auch  bei einer Strafraumkobra können andere Kriterien gelten, wenn sie bereits 33 Jahre alt ist. In Österreich würde er nächste Saison, egal bei wem, Schützenkönig sein. Aber in der Bundesliga könnte sich nur sein Ex-Klub  RB Salzburg  Janko leisten. Aber der setzt wie Basel auf die jüngere Welle. Jankos holländischer Manager Rob Janssen wurde beim Sondieren rasch fündig: In Tschechien, wohin er im Winter bereits Ex-Teamkapitän Andreas Ivanschitz vermittelt hatte.  Janko bekam bei Sparta Prag, dem Dritter der letzten Saison hinter dem Lokalrivalen Slavia und dem Ivanschitz-Klub Viktoria Pilsen einen Zweijahresvertrag. Jankos neuer Trainer  wird der Italiener  Andrea Strammacioni (zuvor Panathinaikos Athen, Udinese, Inter Mailand) sein. Zu Spartas Kader zählen auch der 36jährige Tomas Rosicky, früher Star bei Arsenal und Borussia Dortmund, sowie der 35jährige Ex-Austria-Stürmer David Lafata. Finanziert wird Sparta vom Lotteriegiganten Sazka, dem neuen Großaktionär der Casinos Austria.

 MISTER COOL

Martin Harniks 17 Tore verhalfen Hannover 96 zum Aufstieg. Also kam er nach einer starken Saison mit breiter Brust zum Team. Dass Selbstvertrauen bei ihm nie ein Problem war, gab Niedersachens Fussballer des Jahres zu.

Guido Burgstaller gelangen in einer Saison 23 Tore: 14 im Herbst für den 1.FC Nürnberg in der zweiten Liga,  neun im Frühjahr für Schalke in der ersten. Beim Traditionsklub gilt er nach einer enttäuschenden Saison als einziger Kauf, der wirklich voll einschlug. Obwohl er mit 1,5 Millionen Euro ein Schnäppchen war. Aber der „Mister Cool“ aus Kärnten weiss, wie er mit Lob umgehen muss, dass er sich nie zurücklehnen darf.

 TRÄNEN

Für Daniel Bachmann stürzte mit der Kündigung bei Stoke seine englische Traumwelt zusammen. Nichts wird´s wohl mit der Karriere in der Premier League. Im U21-Team hatte er im Herbst beim Play-off gegen Spanien sein Können gezeigt. Weiss noch nicht, wo er dies nächste Saison umsetzen darf.

 ZWINKER

Sebastian Prödl bekam bei Watford von den Fans die Anerkennung, die er verdient: Zum Spieler der Saison gewählt. Da fühlt er sich geehrt. Auch im Team führt kein Weg an ihm vorbei. Marcel Kollers Ärger über Prödls öffentliche Kritik am Dublin-Termin ist etwas verraucht, seit ihm der Steirer  erklärte, wie es dazu kam. Der weiß jetzt, wem er in Zukunft nicht mehr vertrauen wird. Entschuldigungen für den Vertrauensbruch nahm er nicht an.

Martin Hinteregger wuchs in seiner ersten Saison bei Augsburg gleich zum Rückhalt im  erfolgreichen Kampf um den Klassenerhalt. Die Beratung durch Ex-Teamspieler Martin Stranzl tut ihm gut, der Kärntner redete immer Klartext. Ließ sich auch durch die Tragödie um seinen privaten Fitnesstrainer  Tim Lobinger nicht aus dem Tritt bringen: Der ehemalige Stabhochspringer erkrankte an Leukämie.

 GRINSE

Kevin Danso hat im Frühjahr viel geschafft: Sprung in die erste Bundesliga, sieben Spiel bei Augsburg, Klassenerhalt geschafft, erstmals im Teamkader. Sehr gut für einen 18jährigen. Und auch die Matura ist erfolgreich absolviert.

 GRUMMEL

Teamkapitän Julian Baumgartlinger spielte mal herausragend wie in der Champions League bei Leverkusens Sieg über Tottenham im Wembley-Stadion, musste dann wieder auf die Bank. Da war er ein Frust-Teufelchen. Die verpatzte erste Saison mit der Bayer-Werkself wertete als wertvolle Erfahrung. Er weiss vor seinem ersten Teameinsatz in diesem Jahr, sich als Lauf-und Kampfmaschine gegen Teams von der britischen Insel durchsetzen zu können. Das tut gut.

 FRAGEZEICHEN

 

Florian Grillitsch hatte bei Werder Bremen eine durchwachsene Saison, fand nach seiner Schulterverletzung schwer Tritt. Erhofft sich durch seinen Wechsel zu Hoffenheim, durch Trainer-Jungstar Julian Nagelsmann neue Impulse. Dann wird er auch bei Koller höher im Kurs stehen.

 HERZCHEN

Zlatko Junuzovic ist nicht nur bei Werder Bremen Everybodys Darling, weil er oft zum Verlieben spielt, läuft, Freistöße und Eckbälle schießt, für Tore sorgt. Lohn: Aus dem zweiten Kapitän wurde für die nächste Saison der erste. Auch im Team unverzichtbar.

 PARTY

David Alaba kam im neuen schwarzen Partner-Jeep mit vergoldeten Felgen, den auch Franck Ribery kaufte, nach Stegersbach. Es muss schon sehr viel passieren, dass er einmal nicht der Gute Laune-König beim Team ist. Vor allem, seit die medizinische Abteilung die Probleme mit dem linken Knie in den Griff bekam.

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