Fußball

Demir herausragend: In der Bundesliga kann Rapid weiter jubeln

Viertes Spiel, vierter Sieg: In der Bundesliga kann Rapid so wie der LASK weiter über seine weiße Weste jubeln. Beim 3:1 (2:1) gegen Sturm Graz im mit 24.679 Zuschauern nahezu ausverkauften Allianz-Stadion war Rapid  vier Tage nach dem Selbstfaller gegen Hearts trotz einiger Leichtsinnsfehler in Abwehr und Spielaufbau die klar bessere Mannschaft, hätte eigentlich gewinnen können. Yusuf Demir ragte heraus, er war schon Mittwoch davor der beste  in Grün-Weiß. Rapid blieb dank der besseren Tordifferenz vor den Linzern Tabellenführer,  muss  Mittwoch Platz eins in Salzburg verteidigen. Das wird wahrscheinlich die bisher größte Herausforderung in dieser Saison.

Trainer Hoff Thorup entschloss sich zu vier Umstellungen in der Startelf gegenüber Mittwoch: Nicolas Bajlicz statt Kapitän Mathias Seidl, Moulaye Haidara statt Petter Nosa Dahl, Marco Tilio statt Ercan Kara. Nikolaus Wurmbrand begann wieder auf der Bank, Rapid bremst seine Entwicklung weiter, statt sie zu fördern. Das ist bei einem Eigenbauspieler gar nicht nachvollziehbar. Zwischen der 7. und 17. Minute fielen drei Tore, dabei spielten Haidara und Tilio, die am Mittwoch beim Elfmeterschießen Rapids Ausscheiden verschuldeten, eine Hauptrolle: Haidara holte gegen Sturms ungeschickten Rechtsverteidiger Jürgen Heil  einen Elfmeter heraus, den Demir erst nach minutenlanger Wartezeit verwandeln konnte. Es gab technische Probleme bei der Verbindung von Hütteldorf nach Aspern in die VAR-Zentrale, in der schließlich Harald Lechner die Entscheidung von Schiedsrichter Stefan Ebner bestätigte. Drei Minuten nach der Führung der Ausgleich. Weil weder Serge Raux-Yao, Nenad Cvetkovic noch Bendegüz Bolla im Strafraum klären konnten, kam Belmin Beganovic zum Schuss, der nicht zu halten war.  Aber nur sieben Minuten später ermöglichte ein Ballverlust von Sturm-Talent Jacob Hödl im Mittelfeld Rapid den Konter zum 2:1: Tilio nützte die Vorarbeit von Tonni Adamsen zum 2:1, brachte den Ball an Tormann Ammar Helac vorbei.

Bis zur Pause hätte Rapid den Chancen nach klarer führen können, die große Sturm-Offensive blieb in der zweiten Hälfte aus. Rapid hatte alles unter Kontrolle. Der Plan von Thorup, ohne Mittelstürmer an vorderster Front zu agieren, ging auf. Adamsen ließ sich meist geschickt ins Mittelfeld zurückfallen, Sturms Innenverteidiger Albert Vallci und Paul Koller fanden sich nicht zurecht, ließen sich aus dem Abwehrzentrum locken. Den Raum nützte Rapid. Der dritte Treffer fiel erst in der 86. Minute durch den nach 61 Minuten für Tilio eingewechselten Joker Dahl, der vonb Demir perfekt eingesetzt wurde. Das Bruderduell im Hause Seidl  dauerte nur zwei Minuten: Nach 73 Minuten brachte Thorup seinen Kapitän, zwei Minuten später tauschte Fabio Ingolitsch Simon Seidl aus. Sturms letzte Einkäufe, Valmir Matoshi, und Joshua Quarshie. kamen im Finish, in dem Vallci ausgeschlossen wurde,  zum Debüt: „Das war die richtige Reaktion auf die Enttäuschung gegen Hearts“, bilanzierte Thorup, „ich bin glücklich!“ Für Sturm war es in der Bundesliga die erste Niederlage nach 17 Spielen. Bei Rapid fehlte Tobias Gulliksen im Kader, bei Sturm Polen-Stürmer Szymon Wlodarczyk. Ein Hinweis, dass bei beiden bis zum Ende der Transferzeit am Donnerstag etwas passieren wird.

Glücklich war wohl auch Hartbergs Trainer Markus Schopp nach dem zweiten Sieg dieser Saison, dem 3:2 (2:1) gegen Ried. Das erste Bundesligator des 21-jährigen Talents Jonas Karner, der in der Vorbereitung von den Amateuren  hochgezogen wurde, brachte nach 72 Minuten die Entscheidung. Ein drittes Mal schaffte Ried den Ausgleich nicht.

Foto: Yigit Oerme.

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