Fußball

Der Kader von den Siegen gegen Ghana und Südkorea ist auch der für die WM!

Wie angekündigt veränderte Teamchef Ralf Rangnick nichts, was ihn nicht schon überzeugte: Der Kader,  der im Februar nach dem Kurztrainingslager in Marbella für die Heimsiege gegen Ghana und Südkorea aufgeboten wurde, fährt mit einer Ausnahme zur WM: Tobias Lawal, vor drei Monaten als vierter Tormann dabei, fehlt, gehört nur zu den 16 Spielern auf der langen Abrufliste. Länger nachdenken musste Rangnick nur wegen der Innenverteidiger und des zentralen Mittelfelds Als Innenverteidiger kamen außer Philipp Lienhart, Kevin Danso, David Alaba und Marco Friedl auch David Affengruber, der mit Elche nächstes Wochenende abtseigen kann sowie Michael Svoboda, der Kapitän von Italiens Aufsteiger Venezia, zum Zug. Weil  Gernot Trauner erst seit einem Monat wieder beo Feyenoord spielt und sich Max Wöber in seinem zweiten Bundesligaeinsatz in diesem Jahr bei Werder Bremen erneut verletzte. Wären beide so fit, dass man mit ihnen für die WM rechnen könnte, hätte sie Rangnick nominiert. Daran ließ er keinen Zweifel. Bitter für die Routiniers. Aber Wöber ist 28, kann noch auf die nächste WM hoffen.

Im Tor bekam Florian Wiegele, der 2,05-Meter-Riese von Viktoria Pilsen, den Vorzug gegenüber Genk-Legionär Lawal und Nikolas Polster, dem nach Statistik-Daten besten Tormann der Bundesliga: „Er hat ein einzigartiges Profil“, schwärmte Rangnick geradezu von Wiegele. Vor allem von seinem Können mit den Füssen. Nicht auszuschließen, dass er im ersten WM-Gruppenspiel am 17. Juni in San Francisco gegen Jordanien erste Wahl sein wird. Im zentralen Mittelfeld kann nur der Kapitän von Doublegewinner LASK,  Sascha Horvath, ein Thema gewesen sein. Aber Rangnick entschied sich gegen ihn, für Wolfsberg-Routinier Alessandro Schöpf und Dortmund-Reservist Carney Chukwuemeka. Darüber kann man streiten. Sicher nicht über Konrad Laimer, Nicolas Seiwald, Xaver Schlager, Marcel Sabitzer, Romano Schmid,  Paul Wanner und Patrick Wimmer. Der zuletzt bei Wolfsburg ausfiel, aber bis zur WM sicher fit sein soll. Das gilt auch für Grillitsch, für den die Saison mit Braga seit zwei Wochen beendet ist.

Die drei Stürmer sind Marko Arnautovic, Michael Gregoritsch und Sasa Kalajdzic: „Das reicht für eine Position“, meinte Rangnick, deutete damit an, dass er im 4-2-3-1 beginnen wird: „Wir haben jede Position doppelt besetzt“. ls linker Verteidiger ist Alexander Prass die Alternative zu Philipp Mwene. Innenverteidiger sind insgesamt sogar sieben dabei, wenn man auch Stefan Posch dazurechnet, weil er seit dem Wechsel nach Mainz nur im Abwehrzentrum spielte: „Wenn alles so bleibt, wie es ist, könnte uns einiges gelingen“, prophezeite Rangnick. Soll der Erfolg der EM 2024, das Achtelfinale, übertroffen werden, müssten zwei Siege mehr gelingen Im Sechzehntel- und Achtelfinale.

Kein Spieler der Wiener Klubs gehört zu den WM-Hoffnungen, nur drei aus der heimischen Bundesliga (Alexander Schlagr, Schöpf, Kalajdzic). Auf die Abrufliste schafften es Polster,  Horvath, sowie die Rapidler Seidl, Weimann  und Wurmbrand, dazu elf Legionäre: Im Tor Lawal, in der Abwehr Trauner, Wöber, Leopold Querfeld (Union Berlin), für den die Reservistenrolle bei Kurzzeit-Trainerin Maire Louise Eta nicht gut war,  Christoph Klarer (Birmingham), im Mittelfeld Dejan Ljubicic (Schalke), Kevin Stöger (Mönchengladbach) und Nikolas Veratschnig (Mainz), im Angriff Raul Florucz (Union St. Gilloise), Marco Grüll (Werder Bremen) und Thierno Ballo (Millwall). Treffpunkt ist am 27. Mai im ÖFB-Campus Aspern, der Test am 1. Juni gegen Tunesien m Happel-Stadion, für den 27.500 Karten verkauft sind, wird das letzte Spiel vor dem WM-Start 16 Tage später. Denn die für 10. Juni  geplante und vertraglich festgelegte  Generalprobe gegen Guatemala in der Rose Bowl von Pasadena wurde am Montag abgesagt. Aus mehreren Gründen: Einerseits  soll sich die US-Agentur,  die das Match planen und finanzieren sollte, mit den Besitzern der Rose Bowl nicht über die finanziellen Modalitäten einigen konnte. Anderseits wollte laut Agentur Guatemela die Begegnung nicht mehr austragen. Rangnick soll das zwar nicht stören – aber Ruhmesblatt ist das keines.

Foto: Yigit Oerme.

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