Fußball

Der kleinste Spieler des Finales sorgte für Sabitzers bitteres Ende mit Tränen

Zuerst besser, am Ende aber ein bitteres Ende mit Tränen: Das schmerzliche Fazit von Marcel Sabitzer nach seinem ersten Champions League-Finale seiner Karriere, das mit einem Flitzerchaos begann. Drei kamen schon in der ersten Minute unbehindert auf das Spielfeld, bis alles wieder unter Kontrolle war, gab es eine zweiminütige Unterbrechung. Bis zur Pause hätte Österreichs Teamspieler mit Borussia Dortmund 2:0 oder noch höher in Führung liegen können oder sogar müssen. Das gelang nicht, daher hieß es am Ende 0:2 (0:0). Da saß Sabitzer am Rasen von Wembley mit Tränen in den Augen, Mitspieler kamen, versuchten vergeblich, ihn zu trösten. Er war lange Zeit der Antreiber, der zudem Reals Spielgestalter Toni Kroos beim Spielaufbau immer wieder störte.  Als der Schlusspfiff ertönte, stand Sabitzers Freund bei Real, der rekonvaleszente David Alaba, beim kurz zuvor ausgewechselten  Kroos, umarmte ihn. Für den 34 jährigen Deutschen war es in seinem letzten Spiel mit Real der sechste Triumph in der Königsklasse. Der erste war ihm elf Jahre zuvor auch in Wembley gelungen. Mit Bayern München gegen Dortmund. Jürgen Klopp, damals Trainer der Verlierer, saß Samstag ebenso wie Ex-Real-Star Luis Figo oder der ehemalige Arsenal-Langzeittrainer Arsene Wenger auf der Tribüne, drückte seinem Ex-Team vergeblich die Daumen. Am Ende bejubelte Real Madrid seinen 15. Triumph in der Königsklasse, der in den letzten Minuten für Kroos eingewechselte Kroate Luka Modric und Verteidiger Dani Carvajal ebenfalls ihren sechsten, Trainer Carlo Ancelotti seinen fünften. Da ging er glückstrahlend zum Real-Fansektor, bahnte sich einen Weg zu seiner kanadischen Gattin, die im Real-Dress in der ersten Reihe stand.

Den ersten Schuss von Real, der auf Dortmund Tor ging, gab es erst in der 57. Minuten. Bis dahin war Dortmund in allen Belangen besser. Die erste große Chance ließ der Ex-Salzburger Karim Adeyemi aus, die von Sabitzer vorbereitete Chance nützte Julian Brandt nicht, Niclas Füllkrug traf aus abseitsverdächtiger Position die Stange, Sabitzers 18 Meter-Schuss hielt knapp vor der Pause Reals belgischer Tormann Thibaut Courtois. Der Zweimeter-Riese spielte nach einem Kreuzbandriss nur in den letzten vier Runden der La Liga, kassierte kein Tor, bekam von Ancelotti auch für das Endspiel das Vertrauen, das er rechtfertigte es. Aber das Spiel in Richtung Real drehte der kleinste Spieler des Finales, der nur 1,73 Meter große Carvajal. Bei einem Eckball von Kroos zum kurzen Eck war er eher am Ball als Füllkrug, köpfte ins lange Eck. Es war der zweite Versuch diese Variante, beim ersten ging Carvajals Kopfball über die Latte. Ab der Führung nach 74 Minuten beherrschte Real das Spiel, das zweite Tor leitete Dortmunds holländischer Linksverteidiger Ian Maatsen mit einem katastrophalen Fehlpass ein. Danach traf Vinicius junior nach Assist des bis dahin wenig auffälligen Ex-Dortmunders Jude Bellingham.

„Entscheidend war, dass wir unsere schwache erste Hälfte ohne Gegentor überstanden“, gestand Kroos im ZDF-Interview, „es hat lange gebraucht, bis wir alles unter Kontrolle bekamen, die bessere Mannschaft waren.“ Sabitzer gestand: „Real hatte diesen Killer-Instinkt, der uns fehlte. Und das tut sehr weh.“ Man sah es ihm an.

 

 

 

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