Eishockey

Der Schweizer Kulttrainer über Österreich: „Großartig!“

Die sieben Punkte in den sieben Gruppenspielen in Tampere durch Siege gegen Tschechien und Großbritannien, Unentschieden nach regulärer Spielzeit gegen die USA und Lettland, brachten Österreichs Eishockeyteam nicht nur den Klassenerhalt. sondern mit Rang elf auch die beste WM-Platzierung seit 18 Jahren, seit 2004 in Prag. In den vergangenen zwei Jahrzehnten schnitt Österreich nur 2003 mit Rang zehn unter Herbert Pöck besser ab. Ebenfalls in Finnland, nicht in Tampere, sondern in Helsinki. Dazu reichten zwei Siege (6:2 gegen Slowenien, 5:2 gegen Ukraine) trotz vier klarer Abfuhren (1:5 gegen Finnland, 1:8 gegen Tschechien, 1:5 gegen Deutschland, 1:7 gegen Slowakei). 19 Jahre später landete Österreichs bester Torschütze, Peter Schneider, in der Scorerwertung der Vorrunde mit neun Punkten (drei Tore, sechs Assists) gemeinsam mit dem Slowaken Juraj Slafkovsky auf Rang vier. Besser als Schneider waren nur der Schweizer Dennis Malgin (zwölf Punkte), der Tscheche Roman Cervenka (elf) und der Kanadier Pierre Luc Dubois (zehn).

Im Schweizer „Blick“ gab der Schweizer Kulttrainer Arno del Curto (Bild) sein erstes Interview über das Engagement bei Österreich als Assistent von Teamchef Roger Bader wegen der Freundschaft mit ihm. Der 66 jährige bezifferte seinen Anteil an dem Erfolg ganz bescheiden mit ein oder zwei Prozent. Eine schwere Untertreibung. Del Curto betonte nach seiner WM-Premiere, er sei froh, dass er dies getan habe: „Es war viel Spaß und Freude, mit den Spielern zu arbeiten, zu reden, die kann mir niemand mehr nehmen!“ Er empfand es als großartig, wie alle mitzogen und auf Augenhöhe mit Topnationen agierten: „Unglaublich. Da ist etwas Großes zusammengewachsen. Mit zehn Spielern, die höchstens 30.000 Euro pro Saison verdienen!“

Er wurde mit einem Taggeld von 182 Schweizer Franken, das sind rund 177 Euro entlohnt. Alleine die Fahrt ins erste Trainingslager nach Linz habe 500 Franken (486 Euro) gekostet: „Völlig egal, ich habe das gerne getan! Diese Spieler waren es wert“ Die Entscheidung, mit nach Finnland zu fliegen, habe er erst nach dem letzten Vorbereitungsspiel gegen Deutschland in Schwenningen getroffen. Ob seine Arbeit bei Österreich auch bei der Weltmeisterschaft 2023 fortgesetzt wird, ließ del Curto offen: „Das ist noch sehr weit weg. Einige Spieler wollten, dass ich die Hand draufgebe, auch nächstes Jahr dabei zu sein. Ich habe die Hand zurückgezogen und gesagt, lasst uns lieber ein paar Bierchen trinken!“ Was geschah.

Foto: FotobyHofer/Christian Hofer.

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