Eishockey

Derzeit sind die Vienna Capitals eine Ausnahme der Liga

Bereits zwei Monate vor der ersten Runde der ICE League am 18. September  ist die Sommer-Kaderplanung der Vienna Capitals abgeschlossen. Zumindest vorläufig. Denn durchaus möglich, dass der neue Trainer Mike Stewart noch im Verlaufe der Vorbereitung Sonderwünsche hat, die er erfüllt haben will. Der letzte Neue, den Sportchef Christian Dolezal am ersten Semifinaltag der Fußball-WM bekanntgab, ist der 32-jährige schweidsche Ex-Teamstürmer Jakob Lilja (Bild). Bereits in den Achtzigerjahren wurde im Eishockey über einen Schweden namens Lilja geredet. Mit Vornamen Lasse, damals Meistertrainer in der Schweiz bei Arosa und auch Teamchef der Eidgenossen. Bei Österreich war damals der Schweizer Rudi Killias Teamchef. Zwischen ihnen gab es erbitterte verbale Duelle.

Der neue Capitals-Stürmer Jakob Lilja unterschrieb bis 2028, war in den besten Ligen der Welt engagiert: In der nordamerikanischen NHL, der russischen KHL, der schwedischen und der Schweizer. Bis 2018/19 spielte Lilja in Schweden, kam in der höchsten Spielklasse bei 265 Spielen auf 113 Scorerpunkte, bestritt sieben Länderspiele. Danach wechselt er in die NHL zu Columbus, absolvierte für das Team aus Ohio 37 Partien mit nur zwei Toren und drei Assits. Nach dem Kapitel übersiedelte er in die kasachische Hauptstadt Astana zu Barys Nur-Sultan, war dort bester Torjäger seine Mannschaft. 2021/22 spielte er in der KHL  gemeinsam mit Capitals-Kapitän Linden Vey für Astana. Nach 66 Torbeteiligungen übersiedelte Lilja zu Dynamo Moskau. Ab 2023/24 stand er in der Schweiz bei Ambri Piotta, gemeinsam mit Österreichs Teamstürmer Dominic Zwerger, unter Vertrag. Im Oktober 2024 ging es für Lilja im Rahmen eines Tauschgeschäfts zu Fribourg, wo er erneut auf Vey traf. Gemeinsam gewannen sie den Spengler-Cup im Finale gegen Straubing mit Capitals-Verteidiger Nelson Nogier.In der letzten Saison stoppte Lilja eine schwere Viruserkrankung, er bestritt 32 Partien für die Löwen Frankfurt und zwei für Zug in der Schweiz.

Zum derzeitigen Kader der Capitals gehören 16 Spieler, die bereits letzte Saison in Wien waren. Neu kamen Verteidiger Nick Bailen von Meister Graz 99ers und Devin Steffler (Innsbruck), die Stürmer Shane Gersich vom HC Bozen und Konstantin Komarek. Für den 33 jährigen ist es nach 18 Jahren die Rückkehr in seine Geburtstsdat.. Vor einem Jahr gaben die Capitals Verteidiger Dominique Heinrich, einer langjährigen Stütze von Österreichs Nationalteam, keinen neuen Vertrag. Er soll schlecht für das interne Klima gewesen sein. Diesen Ruf hat sich Komarek auch im Laufe seiner Karriere in Schweden und bei Salzburg, auch in dere Nationalmannschaft, in der er vor sieben Jahren aufhörte, erarbeitet. ER soll laut Kennern der Szene sogar ein „Heinrich zur Potenz“ sein. Abwarten, wie Stewart damit umgeht. Vorbildlich sind die Capitals bei den Torhütern: Der einzige österreichische Klub der Liga, der keinen neuen ausländischen Goalie unter Vertrag hat, sondern auf Österreicher setzt. Auf den inzwischen 24 jährigen Sebastian Wraneschitz und den zwei Jahre älteren Max Zimmermann, der in den letzten zwei Jahren bei Zell/SEe, in Frankreich und Dänemark spielte. Abwarten, wie Stewart nach den Vorbereitungsspielen darüber denkt.

Foto: PuckpixS.

2

Meist gelesen

Nach oben