Schon wegen seiner Rapid-Vergangenheit ist Didi Kühbauer für viele Fans der Wiener Austria ein rotes Tuch. Das hat sich vielleicht noch dadurch verstärkt, dass Kühbauer als LASK-Trainer gegen die Austria bisher ungeschlagen. blieb. Von sieben Duellen gab es drei Siege für den LASK-Meistermacher und vier Unentschieden. Noch in seiner Wolfsberg-Zeit bezog Kühbauer die einzige Niederlage in zehn Auswärtsspielen. Das war im August 2024. Auch die war denkbar knapp: Bis zur 93. Minute stand es 1:1, ehe gegen zehn Wolfsberger noch Muharem Huskovic und Fitz für die Tore zum 3:1 sorgten. Beide sind nicht mehr bei der Austria, deren Trainer schon damals Stephan Helm hieß. Es war das erste Heimspiel der Austria in dieser Saison, zugleich in den vergangenen fünf Saisons der einzige Sieg im ersten Heimspiel.
Zwei Monate nach dem Sieg gegen Wolfsberg gelang der Austria der einzige in den letzten Duellen gegen die Linzer mit Heimvorteil. Kapitän Manfred Fischer, seit Donnerstag 31 Jahre alt, erzielte in der 87. Minute das Siegestor. Trainer des LASK war der Ex-Austrianer Thomas Darazs. Bei Austria werden Sonntag nur vier aus der damaligen Startelf versuchen, die sieglose Serie gegen Kühbauer zu beenden: Torhüter Samuel Sahin Radlinger, Aleksandar Dragovic, Reinhold Ranftl und Fischer. Von den damaligen LASK-Verlierern sind auch nur vier dabei: George Bello, Wynston Bogarde, Kapitän Sascha Horvath und Moses Usor.
Es spricht also nicht viel für die Austria, eher mehr für den LASK, dass er im letzten Auswärtsspiel vor dem Play-off in der Qualifikation zur Champions League bei Celtic Glasgow Platz eins im Fernduell gegen Wolfsberg verteidigt. Zumal die Linzer ausgeruht sind, die Austria Donnerstag in Ploiești gegen Beitar Jerusalem voll gefordert war. Helm kündigte eine „frische Mannschaft“ an, die gegen den Doublegewinner bestehen soll. Das heißt, Rotation ist wieder angesagt, zumal Johannes Eggestein, der Donnerstag nicht matchfit war, seit Freitag wieder trainiert und daher zur Verfügung stehen wird. Auch Dragovic, Ranftl, Florian Wustinger und Sanel Saljic dürften anders als drei Tage zuvor zu den ersten Elf gehören. Denn die Bundesliga bleibt das tägliche Brot der Austria, sprich der wichtigste Bewerb.
Foto: Yigit Oerme.