Aus England drang zwischen Weihnachten und Jahreswechsel die Kunde von einem neuen Besitzer beim FC Sunderland, einem Traditionsklub im Nordwesten des Landes. Zwischen 1892 und 1936 sechsmal Meister, aber vor drei Jahren in die dritte Liga abgestürzt. In der auch andere Vereine mit Premier League-Vergangenheit zu finden sind. Wie Ipswich, Portsmouth, Charlton oder Wigan. Der Verein, bei dem Paul Scharner viereinhalb Jahr gespielt und mit dem er 2013 sensationell den FA-Cup gewonnen hatte, liegt nur an vorletzter Stelle, Sunderland wenigstens auf Rang elf. Der neue Boss will den Klub aber dorthin bringen, wo er schon einmal war, in die Premier League zurück. Im Stadium of Lights, das 49.000 Zuschauer fasst, sollen wieder die großen Lichter aufgehen. Das wird teurer und mühevoller als in Österreich den Bundesligaklub mit der aktuell größten Finanznot, einem Minus von 18,844 Millionen Euro, wieder an die nationale Spitze zu führen. Gemeint ist die Wiener Austria.
Erst 22 Jahre jung ist der neue Sunderland-Besitzer. Der Schweizer Kyril Louis Dreyfus ist der Sohn des ehemaligen Adidas-Vorstandschefs und Eigentümers von Olympique Marseille, der vor elf Jahren als einer der einflussreichsten Männer im internationalen Fußball verstorben ist. Der Name Dreyfus kam auch in Zusammenhang mit finanziellen Ungereimtheiten rund um die WM 2006, das deutsche Sommermärchen vor. Kyril Louis Dreyfus gilt als Milliardär. Das Vermögen seiner Mutter Margarita wird auf 4,5 Milliarden Euro geschätzt. Dagegen wäre die Summe, die nötig wäre, um die Austria flott zu kriegen, nur ein Klacks. Aber für die fand sich bisher offenbar niemand. Und daher geht Violett mit den Sorgen ins neue Jahr, dass für die Lizenz wider die gleichen Regeln gelten könnten wie vor Corona.
Klar wird Dreyfus mit seinen Beratern den neuen Kurs von Sunderland bestimmen wollen, wofür Millionen in die Hand genommen werden. Der bisherige Besitzer Stewart Donald behielt nur einen Aktienanteil. Könnt es sein, dass die Austria bisher keinen wie Dreyfus fand, weil dem dringend benötigten Investor oder strategischen Partner nicht genug Mitspracherecht in Management- oder Personalfragen eingeräumt wurde? Es soll ja eine schriftliche Vereinbarung mit einem internationalen Sponsor über 15 Millionen Euro geben, Warum sich der trotzdem weigerte, zum Vertrag zu stehen und zu zahlen, gehört zu den violetten Geheimnissen, die nicht ganz nachvollziehbar sind. Lange Zeit bleibt allerdings nicht mehr, um für Austria einen wie Dreyfus oder eine andere Lösung zu finden.