Fußball

Die letzte Aktion von Schöpf war die beste: Goldtor zum dritten Sieg in acht Tagen

Dritter Sieg hintereinander für Österreichs Fußballteam, der erste überhaupt in Rumänien. Der Oktober mit drei Siegen in acht Tagen ist der bisher erfolgreichste Monat in der Ära von Teamchef Franco Foda. Der mit seiner einzigen Umstellung gegenüber dem 2:1 gegen Nordirland in Belfast ein goldenes Händchen hatte: Er brachte Schalke-Legionär Alessandro Schöpf für Reinhold Ranftl. Und der Tiroler erzielte prompt in der 75. Minute mit seiner letzten und besten Aktion, bevor ihn Ranftl ersetzte, das goldene Tor, mit dem er den 1:0 (0:0)-Sieg fixierte. Mit dem Österreich vor den zwei November-Heimspielen im Wiener Happel-Stadion gegen Nordirland und Norwegen Platz eins verteidigte. Alles spricht für Österreichs Aufstieg in die Gruppe A unter die europäische Prominenz. Die Norweger schlugen in Oslo Nordirland 1:0 (0:0). Durch ein Eigentor von Leeds-Mitelfeldspieler Stuart Dallas, nicht durch einen Treffer von Erling Haaland.

Die Aufstellung von Foda bedeutete eine Premiere in Österreichs Länderspielgeschichte: Erstmals begannen nur Legionäre aus der deutschen Bundesliga. Schöpf kam zum Zug, weil Foda einen Mann wollte, der sich zwischen den Linien bewegt.  Davon war aber nicht viel zu sehen. Österreich war in den ganzen 95 Minuten nicht so dominant wie in der ersten Hälfte im  Windsor-Park von Belfast. Zu viele Fehler im Spielaufbau, selbst bei guten Technikern wie David Alaba oder Christoph Baumgartner. Zudem hatte Rumänien Teamchef Mirel Radoi Österreichs Sieg in Nordirland gut analysiert, ließ Österreichs linker Seite mit Alaba und Baumgartner keinen Raum. Dafür gab´s rechts mehr Freiheiten für Stefan Lainer, der die ausnützte: Michael Gregoritsch traf nach Lainers Pass nach 21 Minuten nur die Latte. Die Führung hätte Österreich gut getan.

Denn richtig Zugriff auf das Spiel bekamen die Österreicher nicht. Zur Pause zog Foda die Konsequenzen und Stefan Ilsanker aus dem Mittelfeld als dritten Innenverteidiger zurück. Bald entschloss er sich zum ersten Austausch, weil der starke und vor der Pause brutal gefoulte Martin Hinteregger bei seinem nächsten Foul wahrscheinlich gelb-rot vom schwachen polnischen Referee Daniel Stefanski gesehen hätte. So kam Hoffenheim-Legionär Stefan Posch, der beim 2:3 gegen die Rumänen in Klagenfurt gepatzt hatte, zum Zug, beging keinen schweren Fehler.

Zunächst verhinderte die mangelnde Effizienz Österreichs Führung. Baumgartner sündigte wie in Nordirland.  Bei einem Schuss aus elf Metern fehlten nur Zentimeter, dann brachte bei einem Knaller von ihm Rumäniens 34 jähriger Torhüter, Milan-Reservist Ciprian Tatarusanu,  irgendwie noch die linke Hand an den Ball, lenkte ihn an die Latte. Aber dann trug Baumgartner doch noch etwas zum österreichischen Sieg bei: Nach Alabas perfekter  Flanke legte er weiter zum bis dahin eher unauffälligen Schöpf, der freie Bahn hatte mit rechts ins lange Eck traf. Das fünfte Tor des 26 jährigen in seinem 24. Länderspiel. Sein drittes Siegestor im Teamdress, das erste seit dem 2. Juni 2018 in Klagenfurt gegen den damals  regierenden Weltmeister Deutschland zum 2:1. Sein Jubel (Bild oben) war verständlich. Das Tor bedeutet für Schöpf einen Befreiungsschlag.

Das Erfolgserlebnis wird „Schöpfi“, wie ihn die Mitspieler rufen, nach seinem Seuchenjahr 2019 und der Schalke-Krise mit 19 Spielen ohne Sieg sehr gut tun. Zunächst musste er wegen eines gerissenen Außenbands im Knie operiert werden, fiel ein halbes Jahr aus. Im Herbst stoppte ihn ein Muskelfaserriss. 2020 lief es auch nicht, im August erwischte ihn beim  Schalke-Trainingslager in seiner Tiroler Heimat das Corona-Virus erwischt. Daher fehlte er bei den September-Partien: „Jeder Sieg tut gut“, bemerkte er nachher. Besonders ihm nach seiner schweren Zeit.

Ende gut, alles gut. Die Ansprüche an das Team sind gestiegen, daher sorgen die Leistungen mit dem 2:1 gegen Griechenland, dem 1:0 über Nordirland und Rumänien auch für Nasenrümpfen über glanzlose Siege. Aber damit muss man leben können. Wenn man sah, wie brüchig einen Abend vorher die deutsche Defensive war, dann lernt man es schätzen, dass Österreich zweimal „zu null“ spielte, ohne dass Tormann Pavao Pervan dabei eine Glanztat verrichten musste.

Foda hatte es nachher eilig, das Ilie Oana-Stadion von Ploiesti zu verlassen: Er flog noch in der Nacht von Bukarest nach Nürnberg, fuhr dann mit dem Auto stundenlang heim nach Graz. Um Donnerstag vormittag beim Begräbnis von Sturms Ex-Präsident Gerald Stockenhuber dabei sein zu können. Der Fodas Rückhalt war, als er Sturm vor neun Jahren zum bisher letzten Meistertitel geführt hatte. Dass er Stockenhuber auf seinem letzten Weg unbedingt begleiten will, zeichnet den Teamchef menschlich aus.

Mit Österreich hat Foda nach der EM-Qualifikation durch den Sieg in Rumänien wieder etwas erreicht: Selbst wenn es über die WM-Qualifikation, die im Dezember ausgelost wird, 2021 die Qualifikation für die  Wüsten-WM 022 in Katar nicht geschafft werden sollte, bleibt danach noch die Chance, dies über das Play-off der Nations League zu schaffen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Foto: ÖFB.

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