In fünf Wochen beginnt wieder die ICE League. Leider wird am 12. September Dominique Heinrich fehlen. Letzte Woche beendete der Verteidiger zwei Tage vor seinem 35. Geburtstag offiziell seine Karriere, das Viertelfinalspiel bei der WM gegen die Schweiz, bei der er gemeinsam mit Thimo Nickl ein starkes Verteidigerpaar war, war sein letztes. Die Vienna Capitals revidierten die Vertragskündigung für Heinrich nicht, obwohl er ihr einziger Spieler bei der Weltmeisterschaft war. Bejubelten lieber wenig taktvoll einen Tag, nach dem Heinrich seinen Rückzug nach sechs Meistertiteln mit Salzburg, 870 Ligaspielen mit 453 Scorerpunkten und 129 Länderspielen mit 20 Toren und 28 Assists verkündet hatte, den 31 jährigen Italo-Kanadier Randy Gazzola als ihren neuen Star. Weil kein anderer Verteidiger in den letzten drei Grunddurchgängen so viele Scorerpunkte hatte (110 in 126 Spielen) wie Gazzola bei Asiago. Aber bei sieben A-Weltmeisterschaften so wie Heinrich, der künftig für den ORF analysieren wird, spielte er nicht. Nicht einmal bei einer. Gazzola hat 123 Länderspiele weniger als Heinrich. Mit ihm zeigten die Vienna Capitals nicht zum ersten Mal, dass sie mit verdienen Teamspielern wenig respektvoll umgehen. Der erste war vor zwei Jahren Teamtorhüter Bernhard Starkbaum, dessen Karriere damit ebenfalls nach einer WM zu Ende war.
Mit 1. Oktober wird der Eishockeyverband einen neuen Geschäftsführer haben. Am 3. Juli war die Trennung von Bernhard Friedrich vollzogen werden, der als Sündenbock dafür präsentiert wurde, dass sich trotz der jahrelangen sportlichen Erfolge des Nationalteams kein Sponsor fand. Einen Monat später präsentierte Präsident Klaus Hartmann Dienstag mit dem 29 jährigen Alexander Helwig (Bild) den Nachfolger. Er kommt aus Hartmanns Villacher Ecke. Mit Helwigs Vater, einem renommierten Orthopäden, gehörte Hartmann zum Vorstand der Tennissektion des Villacher SV, als die vor neun Jahren gegen die Wand gefahren wurde.
Jetzt soll der Arztsohn für neue Impulse in Marketing, Sponsoring und Eventmanagement sorgen, die sportlichen Erfolge in neue Sponsorverträge umsetzen. Helwig hat ein abgeschlossenes Business-Studium an der Universität von Amsterdam, war in den vergangenen Jahren bei Amazon, New Yorker und XXL Lutz tätig, optimierte dabei Abläufe, blieb allerdings nirgends länger als eineinhalb Jahre. Aktuell bereitet er sich auf den neuen Job vor, indem er den Management-Kurs der Fußball-Bundesliga absolviert. Gemeinsam mit dem 56-fachen Fussballinternationalen Martin Stranzl. Helwigs Verbindungen zum Eishockey? Bisher nur die Villacher Ecke.
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