Die 32 jährige Durststrecke der kanadischen NHL-Klubs wird prolongiert. Die Montreal Canadiens waren 1993 der letzte, der den Stanley-Cup gewinnen konnte. Sowohl letztes Jahr als auch heuer scheiterten die Edmonton Oilers im Finale an den Florida Panthers. 359 Tage lagen zwischen ihren Triumphen in Sunrise, einem Vorort von Fort Lauderdale. 2024 mit 4:3-Siegen, heuer reichten sechs Spiele zum 4:2. Das entscheidende 5:1 (2:0, 1:0, 2:1) war geradezu eine Machtdemonstration. „Wir waren nicht gut genug“, bekannten die Edmonton-Topstars, Connor McDavid und Leon Draisaitl. Mit ihm leidet auch ganz Eishockey-Deutschland. Der 29 jährige kanadische Stürmer Sam Reinhart erzielt in der Nacht auf Mittwoch als erster Spieler vier Tore in einem Finalspiel. Vor einem Jahr erzielte er den entscheidenden Treffer, bekam danach von General Manager Bill Zito einen Vertrag über acht Jahre bis 2032. Dann ist Reinhart 36. Sein Landsmann, Verteidiger Mike Benning, erst 23, wurde zum wertvollsten Spieler der Finalserie gewählt.
In Österreich darf sich auch ein Vorarlberger irgendwie als zweifacher Stanley-Cup-Sieger fühlen. Der 42 jährige Ex-Teamtorhüter Jürgen Penker, seit 2015 Tormanntrainer der Lnzer Black Wings, gehört seit drei Jahren zur Organisation der Panthers. Seine Aufgabe: Die größten Tormanntalente in Europa aufzuspüren, sie zu begleiten und auf die NHL vorbereiten. Alles in Abstimmung mit dem legendären Roberto Luongo, der für die Torhüter des Stanley Cup-Siegers zuständig ist. Der Russe Sergej Bobrovsky, 2019 als 21 jähriger verpflichtet, war eindeutig der bessere Tormann in der Finalserie als der Kanadir Stuart Skinner bei den Oilers.
Europa-Scout der Panthers ist der gebürtige Ostrauer Andre Niec, der bei sieben Vereinen in Österreich spielte, darunter bei den Vienna Capitals, mit denen er 2005 Meister wurde. Er hat noch immer in Wien eine Wohnung, ist inzwischen auch österreichischer Staatsbürger. Zum Rooster von Florida gehören ausser Bobrovsky noch zwölf Europäer: Drei Verteidiger aus Schweden, je einer aus Russland, Finnland und Lettland, drei Stürmer aus Schweden, zwei aus Schweden und einer aus Tschechien. Kapitän der Panthers, die als erste Mannschaft seit Tampa Bay 2021 dreimal hintereinander im Finale stand, den Titel verteidigte, ist mit Aleksander Barkov ein Finne. Er und Bovrovsky sind mit umgerechnet 8,82 Millionen Euro pro Saison die Topverdiener der Panthers.
Foto: NHL.