Eishockey

Zu Reinbacher auch Rohrer: Zwei Vorarlberger für Montreal

Es gab bei der Generalversammlung des Eishockeyverbands am Samstag in Linz Gegenwind für den umstrittenen Präsidenten Klaus Hartmann, der die Kritik aus Spielerkreisen nach dem großen WM-Erfolg, dem Aufstieg ins Viertelfinale überhaupt nicht verstand.  Der Kärntner empfand das als eine Art Majestätsbeleidigung, reagierte sogar etwas cholerisch. Aber trotz eines finanziellen Minus aus dem vergangenen Jahr, das ein Wirtschaftsprüfer präsentierte, bekam das Präsidium eine Entlastung ohne Gegenstimme. Offenbar fehlt den Kritikern der Mut. Für das Budget dieses Jahres kommen noch 200.000 Euro dazu, die von der Prämie des Weltverbands für den Aufstieg ins Viertelfinale blieben. Hartmann „lebt“ also von den Erfolgen der Nationalmannschaft, für die er nichts kann. Auch nicht für den Dreijahresvertrag, denn Teamstürmer Vinzenz Rohrer (Bild) von den Montreal Canadiens bekam, wie der Verband am Tag nach der Generalversammlung jubelnd mitteilte.

Der 20 jährige Rohrer wurde bereits 2022 als Nummer 75 von den Canadiens gedraftet, als er noch in der Nachwuchsliga bei den Ottawa 67ers spielte. Mit dem Wechsel zum Zürcher SC begann 2023 der Höhenflug: Zweimal Schweizer Meister, letzte Saison auch Sieger in der Champions League, starke Leistungen in Österreichs Team bei den Weltmeisterschaften in Prag und Stockholm. Vor der er bereits ein Angebot aus Montreal bekam. Aber er beschäftigte sich erst danach damit, eine Entscheidung zu treffen, fragte auch Teamchef Roger Bader um Rat. Rohrer ist froh, diese Chance zu haben, will es im September und Oktober über das Vorbereitungscamp in die Mannschaft schaffen. Das Sommertraining wird er noch in Zürich absolvieren,

Im Privatunterricht versucht er bereits, französisch zu lernen, Fortschritte wird es erst geben, wenn er in Montreal ist. Als Montreal den Dreijahresvertrag mit Rohrer offiziell verlautbarte, bekam er sofort von seinem Vorarlberger Landmann, Verteidiger David Reinbacher, eine Nachricht. Er spielte nach seiner schweren Knieverletzung im Frühjahr mit Montreals Farmteam Laval im Play-off der American Hockey League, fehlte deshalb bei der WM. Durchaus möglich, dass nächste Saison zwei Vorarlberger in der NHL für die Canadiens spielen: „Ich habe richtig Hunger darauf“, gestand Rohrer.

Foto: IIHF/Andre Rieguette.

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