Noch hat Haris Tabakovic (Bild) nach einem Kurzeinsatz bei der WM zwei Wochen Urlaub, dann nimmt er bei Red Bull Salzburg das Training auf. In der Woche vor dem Bundesligastart. Der Kauf des 32-jährigen Torjägers, von dem Sportchef Marcus Mann wichtige Impulse erwartet, sorgt doch für Diskussionen. Nicht, weil man an den Qualitäten als Torjäger zweifelt. Sondern, weil auch die Frage ihre Berechtigung hat, ob man einen Spieler in seinem Alter um fünf Millionen noch engagieren und ihm zudem einen – lukrativen – Dreijahresvertrag geben soll. Vor der Tabakovic-Verpflichtung war der 25-jährige Yorbe Vertessen der älteste Stürmer. Das erinnert etwas an den Beginn der Red-Bull-Ära, als auf Spieler mit prominenten Namen gesetzt wurde, die bereits im Herbst ihrer Karriere waren. Das brachte damals keinen Titel.
Die Philosophie, die in der Ära von Ralf Rangnick als Sportchef ausgab, vor allem Spieler zu verpflichten, die man entwickeln und mit Gewinn weiterverkaufen kann, gibt es in dieser Form offenbar nicht. Die Ausnahmen begannen vor einem Jahr mit der Rückkehr von Stefan Lainer, der mit 33 aktuell der älteste Spieler im Kader ist. Vor Tabakovic holte Mann den 28-jährigen Schweizer Linksverteidiger Dominik Schmid. Dem „Rangnick“-Ideal entsprechen in dieser Transferzeit nur der 19-jährige Pole Bartosz Mazurek und der 18-jährige Serbe Filip Matijasevic, mit Abstrichen der 23 jährige Innenverteidiger Kevin Boma. Das Durchschnittsalter der sieben Neueinkäufe beträgt genau 24,0 Jahre. Finanziell kann Salzburg den Tabakovic-Transfer locker stemmen: Derzeit beträgt das Transferplus dank der Verkäufe von Joane Gadou an Dortmund, Jannik Schuster an Brentford, Mads Bistrup an Lyon und des Rückkaufs von Kerim Alajebegovic von Leverkusen stolze 30,5 Millionen Euro. Damit ist Salzburg die klare Nummer eins der Bundesliga.
Drei Millionen kamen in die Kasse von Wolfsberg. Durch den Wechsel des 25-jährigen Thierno Ballo zu Frankreichs Zweitligisten St. Etienne. Ein gutes Geschäft für die Kärntner. Weil Ballo nach einer Flopsaison bei Rapid ablösefrei ins Lavanttal kam. Letzte Saison war er an Millwall in die zweite englische Liga verliehen, was eine halbe Million brachte. Dort kam er in 35 Spielen auf ein Tor und sieben Assists. Eines steht fest: Die große Karriere, die nicht nur Ex-ÖFB-Sportchef Willi Ruttensteiner vom in Abidjan geborenen Ballo erwartete und erhoffte, als er ihn vor zehn Jahren überzeugte, für Österreich zu spielen, machte er leider nicht. Länderspiel bestritt er nur eines. Im Juni 2025 45 Minuten lang in der WM-Qualifikation beim 4:0 in San Marino.
Foto: Red Bull Salzburg.