Fußball

Egal, ob Sturm, Salzburg, LASK, Austria oder Rapid: Keiner ist so gut, um Favorit zu sein

Drei Torschüsse reichten Rapid zum dritten Sieg in den letzten vier Heimspielen gegen Salzburg. Die Verlierer hatten 13 mehr. Wer nur die Statistik vom grün-weißen 1:0 sieht, wird sich nicht vorstellen können, warum am Ende die Heimmannschaft gewann. Mit nur 32 Prozent Ballbesitz, mit nur 42 Prozent gewonnener Zweikämpfe. Das zeigt, dass Rapid von der Salzburger Schwäche profitierte. Auch wenn die Ausgeglichenheit in den zehn Runden der Meisterrunde Spannung verspricht: Diese Konstellation spricht gegen das Niveau der Liga. Keiner ist gut genug, um als Favorit zu gelten. Das gilt für alle, für Meister Sturm Graz, den Sieger des Grunddurchgangs, für Salzburg, LASK, Austria, Rapid und Hartberg. Die Steirer sind aber die einzige Mannschaft der ersten sechs, die ihr Saisonziel bereits erreicht und daher nichts mehr zu verlieren hat. So gesehen hat Hartberg die angenehmste Ausgangsposition.

Bei Sturm spricht man in Wahrheit zu viel vom nötigen Umbau, sorgte die Tatsache, dass beim 2:0 gegen Altach mit Tormann Matteo Bignetti, U 17-Vizeweltmeister Luca Weinhandl und dem Torschützen Jacob Hödl drei Eigengewächse begannen, für Zufriedenheit. Salzburgs neuen Trainer Daniel Beichler holten nach dem fulminanten 5:1 gegen LASK zum Start rasch die Probleme ein, die es auch unter seinem Vorgänger Thomas Letsch gab.Viele glauben an den LASK, sehen im Kader der Linzer mehr Qualität als bei der Konkurrenz: Mit Moses Usor, Samuel Adeniran, der seine sieben Tore gegen sieben verschiedene Gegner erzielte, und Sasa Kalajdzic drei starke Stürmer, mit dem Dänen Kasper Jörgensen den torgefährlichsten Verteidiger der Liga. Dazu kommt noch der Trainerfaktor: Rechnet man die Punkte zusammen, die Didi Kühbauer in den ersten neun Runden mit Wolfsberg und den folgenden 13 mit dem LASK holte, wären das zusammen 47. Um neun mehr als Sturm Graz. Demnach müsste Kühbauer Favorit sein.

Bei der Wiener Austria ist es bemerkenswert, dass es erstmals seit 1980 gelang, einen 0:2-Rückstand in ein 3:2 zu verwandeln. Das gelang beim 3:2-Heimsieg gegen Ried. Erstmals seit der Saison 2016/17 erzielte die Austria in jedem der elf Auswärtsspiele zumindest ein Tor. Ob Rapid nochmals so einen „Lauf“ kriegt, wie zu Beginn der Saison? Dabei standen beim 1:0 gegen Hartberg in der Sdstadt erstmals in der Bundesliga mit Ausnahme von Tormann Niklas Hedl nur Legionäre in der Startelf. Daas Siegestor erziel aber deer eingewechselt Österreicher Ercan Kara. Mit fünf Siegen in den ersten sechs Spielen ist Peter Stöger der Trainer in der 117 jährigen Klubgeschichte mit dem besten Start. Zwei Monate später setzte Sportchef Markus Katzer seine Beurlaubung durch. Ohne dass dies Rapid besser machte. Bei der 1:2-Niederlage in Salzburg spielte Rapid unter Stöger in Wahrheit viel besser als am Sonntag beim glücklichen 1:0-Heimsieg.

Rapid muss bei den Heimspielen noch am 22. März gegen den LASK und am 5. April gegen Sturm Graz auf die gesperrte Fantribüne verzichten, wird für das Derby bei der Wiener Austria am 12. April keine Karten für den Fansektor anfordern. Beim Derby in Hüteldorf am 10. Mai, dem letzten Heimspiel der Saison, ist der grün-weiße  Fansektor wieder geöffnet. Nach derzeitigem Stand wird die Austria anders als Rapid nicht auf die „Auswärtsfans“ verzichten.

Foto: RB Salzburg/Andreas Schaad.

3

Meist gelesen

Nach oben