Vor einem Jahr war Rapid nach sechs Runden mit vier Punkten Rückstand auf Tabellenführer Red Bull Salzburg Dritter, jetzt führt Grün-Weiß mit fünf Punkten Vorsprung auf die „Bullen“ die Tabelle an. Wenn der ungeschlagene Erste beim noch sieglosen Letzten GAK gastiert, dann ist er logischerweise Favorit. Dagegen kann sich Rapid nicht wehren, das weiß auch Trainer Peter Stöger: „Wer glaubt, dass wir nach Graz kommen und locker drei Punkte mitnehmen werden, der liegt völlig falsch!“ Zumal die Grazer nach zwei 0:3-Niederlagen in den letzten zwei Runden im Derby gegen Sturm und bei Blau Weiß Linz ein anderes Gesicht zeigen müssen. Und werden, wie Tino Wawra, der seit dem Rücktritt von Dieter Elsneg am Dienstag dessen Nachfolger als Sportvorstand ist, ankündigte. Im Sommer war Wawra, damals noch technischer Direktor des GAK, noch auf Besuch im Rapid-Trainingslager in Freistadt, plauderte bei einem Kaffee locker mit Stöger und dessen Assistenten Thomas Sageder.
Sonntag kommt es zum ersten Trainduell zwischen Stöger, der 2010/11 in der Regionalliga Mitte für 15 Spiele mit Herfried Sabitzer, dem Vater von Teamspieler Marcel, als Assistenten GAK-Trainer war und Ferdinand Feldhofer. Der bei den Rapid-Fans hoch im Kurs steht, seit er 2005 mit der Schulter gegen die Admira in der Südstadt das entscheidende Tor zum Meistertitel erzielte. Die Trainerzeit Feldhofers bei Rapid war nicht so glanzvoll, dauerte nur 40 Spiele mit dem Punkteschnitt von 1,50. Er stolperte auch über die Jahrhundertblamage gegen Vaduz. Mit dem GAK schaffte er in der Aufstiegssaison als dritter Trainer nach Gernot Messner und Rene Poms die Rettung. Die ersten sechs Runden blieben mit einem Kader, der besser ist als vor einem Jahr, hinter den Erwartungen. Von 17 Partien als GAK-Trainer gewann Feldhofer nur zwei.
Rapid blieb in den letzten fünf Duellen gegen den GAK zwar unbesiegt, aber beim letzten in Graz gelang der Ausgleich zum 1:1 erst in der dritten Minute der Nachspielzeit durch einen Elfmeter, den Dion Beljo verwandelte. Sonntag treffen auch zwei Franzosen erstmals aufeinander, die letzte Saison St. Pölten in der zweiten Liga auf Erfolgskurs brachten: Claude M´Buyi und Ramiz Harakate. M´Buyi mit 23 Toren, und drei Assists. Harakate mit sieben Treffern und elf Vorlagen. Bisher ging es M´Buyi (Bild) bei Rapid viel besser als Harakate beim GAK: Fünf Toren und drei Assists in 14 Spielen stehen nur je ein Tor und Assist in sieben Einsätzen gegenüber. Eines steht fest: Egal, wie das Match ausgeht, papierformgemäß oder mit einer Überraschung, wird Rapid als Tabellenführer ins Derby gegen Austria gehen. Im Cup-Achtelfinale muss Rapid zwischen 28. und 30. Okoebr zum Tabellenführer der zweiten Liga, SKN St. Pölten, der Samstag bis zur 88. Minute beim Aufsteiger Austria Salzburg 0:1 zurücklag, dann aber durch Tore der Ex-Admiraner Marco Hausjell und Reinhard Young noch 2:1 (0:0) gewann. St. Pölten hat daher sechs Punkte mehr als die Admira.
Vor GAK-Rapid gibt es am Nachmittag zwei Derbys. Im Westen Altach gegen WSG Tirol. Letzte Saison gewannen die Tiroler drei von vier. Und in Linz das zwischen dem Vorletzten LASK und dem Drittletzten Blau Weiß. Bis Freitag waren 17.000 Karten verkauft. Blau Weiß hat in der Bundesliga mit 2:1-Siegen die bessere Derbybilanz als der Stadtrivale, der nach dem Fehlstart mit nur einem Sieg unter Zugzwang steht. Sonst könnte Trainer Joao Sacramento auch Geschichte sein. Es wird auch ein interessantes Duell der neuen Torjäger: Sasa Kalajdzic ggen Shon Weissman. Dem der Einstand mit zwei Toren zum 3:0 gegen GAK entscheidend besser gelang als Kalajdzic als Joker beim 0:1 in Altach.
Foto: FotobyHofer/Christian Hofer.