Wer erinnert sich bei der Wiener Austria noch an Heiko Westermann (Bild)? Acht Jahre ist es her, dass der damals 34 Jahre alt deutsche Innenverteidiger auf Betreiben von Trainer Thorsten Fink von Sportchef Franz Wohlfahrt einen Zweijahresvertrag erhielt. Er sollte dank seiner Routine der neue Abwehrchef sein, obwohl er in der Saison davor bei Ajax Amsterdam nur vier Spiele bestritt. Seine beste Zeit hatte er Jahre davor beim Hamburger SV, zwischen 2008 und 2013 bestritt er 27 Länderspiele, er debütierte im Februar 2008 beim 3:0 gegen Österreich im Happel-Stadion Wo er neun Jahre später auch für die Austria spielte. Allerdings nur in 19 Partien mit sechs Siegen, fünf Unentschieden und acht Niederlagen, dann zog er sich eine Knieverletzung zu. Im Sommer 2018 wurde der Vertrag gelöst. Die Austria beendete die Saison nur auf Platz sieben, Fink wurde zwölf Runden vor Schuss vom jetzigen Salzburg-Trainer Thomas Letsch abgelöst.
Wien war die letzte Station in Westermanns Karriere. Danach wurde er Nachwuchstrainer beim DFB, letzten Sommer lachte er neben Cheftrainer Hansi Flick und dessen Assistenten Marcus Sorg vom Mannschaftsbild des FC Barcelona. Er gehörte zum Staff rund um Flick. Bei dem letzten Sommer die Rückkehr zu Bayern ein Thema war, zu der es vielleicht auch deshalb nicht kam, weil er als Teamchef bei der WM in Katar in der Vorrunde gescheitert war. Doch der große FC Barcelona griff etwas überraschend zu. Flick zeigte es bisher allen, hat den Superstar-Kader im Griff. Das bewies unter anderem die 4:0-Gala im Viertelfinal-Hinspiel gegen Borussia Dortmund. Dass Dienstagabend beim Retourspiel in Dortmund vor 80.000 Zuschauern der Aufstieg noch in Gefahr kommt, kann man sich nicht vorstellen. Westermann ist im Trainerteam von Flick vor allem für die Defensiv-Ordnung zuständig. Er gilt als akribischer Arbeiter, Flick ist sehr zufrieden: „Er funktioniert hammer“. In der La Liga kassierte Barcelona in 31 Runden 29 Tore, in der Champions League in neun Spielen 14, vier davon in Lissabon gegen Benfica.
Die Wahrscheinlichkeit, dass Flick in sein „ganz persönliches Finale dahoam“ am 31. Mai in München kommt, ist größer als die von seinem Ex-Klub Bayern, mit dem er 2019/20 sechs Titel holte. Österreichs Teamkapitän David Alaba zählte beim Triumphzug zu den Eckpfeilern. Bayern muss Mittwoch in Mailand gegen Inter ein 1:2 aufholen, Alaba mit Real Madrid im Bernabeu-Stadion ein 0:3 gegen Arsenal. So wie der Aufstieg von Barcelona ist am Dienstag auch der von Frankreichs Meister Paris St. Germain in Birmingham gegen Aston Villa nach dem 3:1 im Parc de Pricne zu erwarten. Sky überträgt Dienstag beide Spiele live, Experten im Studio sind Peter Stöger und Marc Janko. Mittwoch ist Inter Mailand gegen Bayern nur auf Canal+ zu sehen, Atalanta-Legionär Stefan Posch wird Gast im Meazza-Stadion sein.
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